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24_Stunden_Gastlichkeit_05_2015

HOME DELIVERY mehrstufigen Bewerbungsverfahren auszusuchen. „Wir suchen nach den besten Restaurants der Stadt. Verschiedene Küchen sind erwünscht, von lokalen Köstlichkeiten bis zu exotischen Delikatessen“, steht auf der Homepage zu lesen. Ruben Wester-Ebbinghaus Inhaber vom Holy Burger, einer Premium- Burger-Braterei mit derzeit zwei Filialen in München, bestätigt, dass die Lieferkooperation von seinen Gästen gut angenommen wird: „Das ist ein Riesenmarkt. Das Phänomen der Lieferung beschränkte sich bisher ja oft auf die Lokale, wo ich mir persönlich kein Essen bestellen würde. Premium- Lieferdienste fahren genau die Restaurants an, die bisher nicht selbst liefern.“ Die Online- Bestellungen packen die Mitarbeiter selbst ein, machen sie fertig und dann kommt ein Radler von Foodora auf einem pinken Fahrrad zum Ausliefern. Das Groß erledigen Kuriere mit der CO2-neutralen Fahrradflotte, die mit dem „Traffic- Tracker“ fahren – ein spezieller Algorithmus, der die optimale Route zwischen Restaurant und Kunden kalkuliert, damit das Essen in durchschnittlich 30 Minuten ankommt. Zwei zusätzliche Motorroller in jeder deutschen Stadt sind vor allem für Großbestellungen vorgesehen. Intelligente Technik Lieferservices wie Foodora oder die neue Delivery Hero- Tochter Urban Taste richten sich an qualitativ hochwertige Gastronomie im urbanen Raum. Ihr größter Konkurrent ist der britische Dienst Deliveroo, der Anfang 2015 eine Finanzspritze von 24 Mio. E erhielt und sein Kapital nutzt, um in Deutschland zu expandieren. Die neuen Dienste bieten eine trendige Online-Plattform als Anlaufstelle für potenzielle Besteller, auf der die Restaurants ihren eigenen Onlineshop individuell gestaltet bekommen und liefern das von den Restaurants fertig gepackte Essen mit eigener Lieferflotte und spezieller Software aus, die den kürzesten Weg und die schnellste Liefermöglichkeit zwischen Kurier, Kunden und Restaurant ermittelt. Der 2014 gestartete Service Food Express unterscheidet sich in dem Punkt, dass hier nur die benötigten Fahrer bestellt werden. Wenn der Kunde bei einem der über 500 teilnehmenden Restaurants eine Bestellung aufgibt, ordert der Mitarbeiter online einen der über 800 Fahrer, die in der Stadt unterwegs sind. Dieser holt das Essen schnellstmöglich oder zum festgelegten Zeitpunkt dort ab. Das Essen wird innerhalb von 30 Minuten ausgeliefert. Auch hier war der Erfolg so durchschlagend, dass sich das Unternehmen heute ausschließlich auf den gastronomischen Lieferservice konzentriert. Vorangegangen war dieser Entscheidung ein Investment in zweistelliger Millionenhöhe von Delivery Hero, das laut Berliner Morgenpost 16 % der Anteile hält. Gegründet wurde die einstige MyLorry GmbH, die als Online-Kurierdienst Sofortlieferungen diverser Produkte im Bereich „same day delivery“ angeboten hat, 2013 von Benjamin Pochhammer, Toni Kappesz und Max von Waldenfels. Eine zeitnahe nationale und internationale Expansion ist laut eigenen Angaben in Vorbereitung. Momentan können Restaurants in acht Städten teilnehmen. Auch Food Express benutzt zur Optimierung der Auslieferungsroute eine eigens entwickelte Software. Diese berechnet für jeden Auftrag die kürzeste Strecke und teilt diese dem nächstgelegenen und somit effizientesten Fahrer per App mit. Damit wird eine zuverlässige und schnelle Auslieferung garantiert. Ihr System und die darin implementierte Automatisierung sind laut Unternehmen weltweit einzigartig. Die Kuriere fahren mit ihrem eigenen Fahrzeug: Auto, Roller oder Rad. Dem Gastronomen entstehen nur Kosten pro Auslieferung. Der Grundpreis liegt bei 4,90 € (inkl. 3 km) plus einem Preis von 0,90 € pro weiterem Kilometer. Preis-Staffelungen und Rabattierungen bei hohem Auftragsvolumen sind möglich. Es fallen weder Aufnahme- und Grundgebühren noch Provisionen an. „Wir HOME DELIVERY 54 24 Stunden Gastlichkeit 5/2015 Fotos: Foodora


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