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24_Stunden_Gastlichkeit_05_2015

ERFOLGSFAKTOREN ➙➙ Regionale, saisonale Küche ➙➙ Individuelle Speisekarte, bei der auch auf Gästewünsche geachtet wird ➙➙Wohlfühlambiente ➙➙ Gastfreundlichkeit und Service haben hohen Stellenwert ➙➙ Passendes Pachtobjekt zur Selbstverwirklichung gefunden KONZEPT WEBER AN DER WAND - OBERAUDORF Bayrisches Traditionsgasthaus mit kleiner, aber feiner Speisenauswahl und historischem Ambiente. l Inhaber: Konrad Walser l Plätze: 40 (innen), 40 (außen) Besuch nachfragen. Das Gasthaus mit dem ältesten existierenden Gästebuch Bayerns knüpft an diese analoge Tradition jetzt mit digitalen Empfehlungen an von Fremden, die hier auf Durchreise oder im Urlaub einen gelungenen Abend verbringen konnten. Anpassen an Gegebenheiten In der Küche waltet Roland Zeller, der mit diesem Objekt nach zwei vorangegangenen gastronomischen Projekten jetzt genau das richtige gefunden hat, um seinen Traum vom eigenen Wirtshaus mit einer unabhängigen, individuellen und kreativen Küche zu erfüllen. Die geringe Anzahl der Tagesgerichte hat mit der Größe der Küche zu tun. Sind viele Reservierungen eingegangen, gibt es weniger Auswahl. Aufgrund der spartanischen Ausstattung der Küche gibt es z. B. auch keine Pommes und anderes Frittiertes, sondern eher gedünstete Gemüse der Saison. Zusammen mit seiner Frau plant er immer für eine Woche im Voraus, mehr Waren können nicht gelagert werden. So müssen größere Reservierungen auch in diesem Zeitraum vorangemeldet werden. Da im Sommer so viele Touristen kommen, bleibt es aber jeden Tag auf’s Neue spannend, wieviele Gäste auf den drinnen und draußen je 40 Sitzplätzen Platz finden. Viele Fremde kommen auch einfach nur, um sich die detailverliebte Einrichtung mitsamt tönernen Bierkrügen im Hängeregal, altem Ofen und original restaurierten Fenstern aus einem alten Bauernhaus anzuschauen. „Ich heiße jeden willkommen und wenn ich Zeit habe, erzähl ich alles, was ich weiß über die Geschichte des Hauses“, erzählt Angelika Zeller, die aus dem Hotelfach kommt. Im 18. Jahrhundert hatte sich der Einsiedler Hieronymus diese Höhle im Felsen als seine Zelle erkoren. Er heilte damals die Oberaudorfer mit Pflanzenmixturen und wurde aus Dankbarkeit von diesen versorgt. Anfang des 19. Jahrhunderts entstand hier eine Dorfschule. 1809 erwarb dann der Webermeister Georg Seywald die Eremitenklause und baute das Haus unter dem steilen, teils überhängenden Felsen direkt an die Felswand, um sich das Errichten der Rückwand und die Hälfte des Daches zu ersparen. Einige Jahre übte er dort sein Gewerbe als Weber aus, bis er auf seinen Wunsch hin die Lizenz bekam, eine Gastwirtschaft zu betreiben. Aufgrund der einzigartigen Lage mit Panoramablick auf das Kaisergebirge, aber auch seiner Gastfreundlichkeit wegen, wurde der Weber an der Wand so berühmt, dass dort Kaiser und Könige, Künstler, Dichter und Gelehrte verweilten. 1827 erhielt er die Bierschankgerechtigkeit durch König Ludwig I. 1854 übernahm sein Schwiegersohn Christoph Schober, danach die Familie Köglmeier. Noch in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts war das Wirtshaus „so beliebt, dass an manchem Sonntag zu Mittag ein ganzes Kalb von der Wirtin Köglmeier gebraten und in handfeste Portionen zerlegt nebst einigen zum Nachmittagskaffee gebackenen Torten kaum reichten, um alle Gäste zufriedenzustellen“ – so auf der Webseite des Hauses zu lesen. F. König www.weber-an-der-wand.de Sind die Wirtsleute seit 2014: Angelika und Roland Zeller Foto: König Anmeldung zur Teststellung: www.kitchenrevolution.biz Stromsparer! Geprüft nach DIN! * www.frima-online.com VarioCooking Center MULTIFICIENCY® 112T Kochen, Braten, Frittieren… Alles in einem Gerät, bis zu 4 mal schneller und 40 % weniger Stromverbrauch.*


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