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GVmanager_09_2015

Weiterbildung „Es ist erleichternd, dass viele Schulun-gen inzwischen auch inhouse angeboten werden können. Das erhöht die Fortbil-dungsbereitschaft im Team erheblich.“ Peter Fischer Anmeldezahlen für die Weiterbildung zum Verpflegungsbetriebswirt sind deutlich gestie-gen.“ Auch die drei Kochlehrgänge zum Diät-koch, Küchenmeister und vegetarisch-vegan geschulten Koch erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Hauptgründe für das wachsende Interesse: Die Anforderungen in der Gemein-schaftsverpflegung steigen. Kenntnisse im Ma-nagement, in der Personalführung, im Einkauf, der Kalkulation oder Kostenkontrolle werden für leitende Positionen zunehmend schon in der Stellenbeschreibung fixiert. Mit Einzug moderner Verpflegungssysteme wie Free Flow sowie einer Rückkehr zu einer höheren Fertigungstiefe erfährt die Gemein-schaftsverpflegung darüber hinaus auch eine neue Wertschätzung unter À-la-carte-Köchen. Viele können sich vorstellen, künftig in GV-Betrieben zu arbeiten und sorgen so für einen Boom in der Weiterbildungsbranche. Entspre-chend hoch ist die Motivation: Die Abbrecher-quote der DHA-Teilnehmer liegt bei unter 5 %. Zwischen zehn und zwölf Stunden muss ein Verpflegungsbetriebswirt in spe pro Woche in seine Weiterbildung investieren. Das Wissen wird per Fernlehrgang erworben und gestat-tet den Schülern ein Maximum an Flexibilität. Dennoch sind sie beim Lernen nicht alleine: „Sie können ihre Tuto-ren anrufen, und sind auch mit den anderen Kursteilnehmern online vernetzt“, sagt Sascha Hölzle, Fachtutor. Darüber hinaus werden Vor-ort- Seminare in Köln angeboten, die den Zu-sammenhalt der Teilnehmer fördern. Zu einem Erfolgsmodell entwickelt sich auch die Fort-bildung zum vegetarisch-vegan geschulten Koch. Zurzeit durchlaufen 16 Teilnehmer den Kurs, der dreimal im Jahr an den Start geht. Präsenz zeigen Im Gastronomischen Bildungszentrum (GBZ) Koblenz wird vor Ort gelernt. Die Kurse sind ebenfalls gut belegt, berichtet Ester Pauly, Leiterin Forum Diätetik & Ernährung. „Wir „Fernlehrgänge bieten zwar Flexibi-lität, erfordern aber auch ein sehr hohes Maß an Disziplin und Motivation.“ Ester Pauly Weiterbildung ist Trumpf – auch für Peter Fischer. Der Leiter der Klinikgas-tronomie im Klinikum St. Marien Am-berg ist in seiner beruflichen Entwicklung nie stehen geblieben. Er ist ausgebildeter Koch, Bürokaufmann, Küchenmeister und Auditor in der Lebensmittelwirtschaft. 2007 schloss er an der Hotelmanagementakademie Koblenz seine Weiterbildung zum Verpflegungsbetriebswirt ab. 14 Monate lang drückte er parallel zum beruflichen Alltag die Schulbank. Dass er die Maßnahme mit einem Fernlehrgang absolvie-ren konnte, ohne auf sein geregeltes Einkom-men zu verzichten, erleichterte es ihm, die Zeit der Doppelbelastung durchzuhalten. Auch bei seinen 94 Mitarbeitern im Verpfle-gungsbereich des Klinikums legt er großen Wert auf Fortbildung, z. B. zu Themen wie HACCP und Krisenmanagement, aber auch zum Allergen- und Sicherheitsbeauftragten. Die Fortbildungsbereitschaft der Teammitglie-der ist hoch, vor allem, wenn sich dadurch neue berufliche Perspektiven eröffnen. Das Budget für Fortbildungen ist jedoch begrenzt. „Die Klinikverwaltung unterstützt uns den-noch sehr“, sagt er. Oft ist es ein Spagat, den Wunsch zur Weiter-bildung mit dem regulären Arbeitsalltag zu verbinden. „Wir können es uns kaum leisten, mehrere Wochen auf einen Mitarbeiter zu verzichten. Und für den Mitarbeiter ist es ein Problem, wenn die Bildungseinrichtung weiter von zuhause entfernt ist“, erklärt Peter Fischer. In dieser Situation ist es erleichternd, dass viele Schulungen inzwischen auch inhouse angebo-ten werden können. Lernen aus der Ferne Den Trend zur Weiterbildung in der Gemein-schaftsverpflegung bestätigt Uta Klink von der Deutschen Hotelakademie (DHA) in Köln: „Die sehen im Fernlehrgangsangebot keine direkte Konkurrenz“, sagt sie. Diese seien eine Alter-native zu den Präsenzlehrgängen. „Teilnehmer sollten zuvor prüfen, welchem Lerntyp sie ent-sprechen. „Fernlehrgänge bieten zwar Flexibi-lität, erfordern aber auch ein sehr hohes Maß an Disziplin und Motivation.“ Die Leistungsbereitschaft der Absolventen ist auch hier hoch. Die meisten arbeiten die Unterrichtsinhalte in der Freizeit nach und nutzen dazu das Onlinetraining, das seit ei-niger Zeit vom GBZ angeboten wird. „Es ist eine erfolgreiche Maßnahme“, bekräftigt Ester Pauly. „Die guten Prüfungsergebnisse sprechen für sich.“ Inhouse-Schulung Fernlehrgang Lerntyp Förderung Onlinetraining flexibel Fotos: © WavebreakmediaMicro – Fotolia.com, privat KARRIERE à la carte Berufsbegleitend weiterbilden Fachwirt im Gastgewerbe (IHK) Geprüfter Küchenmeister (IHK) Gastronomiebetriebswirt Betriebswirt für Systemgastronomie Catering Management Anerkannte Abschlüsse IST-Studieninstitut | www.ist.de 9 /2015 GVmanager 57


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