Zwischenverpflegung: Es grünt so grün

GVmanager_09_2015

Es grünt so grün Blattgemüse und Kräuter treffen auf Obst wie Banane oder Mango – mit einigen Umdrehungen (des Mixers) wird daraus ein grüner Smoothie. Was steckt hinter dem giftig-grünen Phänomen? Welche Vorteile liefern grüne Smoothies im All-tag? Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung führt immer wieder auf, wie wichtig es ist, ausrei-chend Obst und Gemüse pro Tag zu sich zu nehmen. Wer mit einem grünen Smoothie in den Tag startet, hat damit schon einen Teil dessen abgedeckt. Gesundheitlich gesehen, bieten grüne Smoothies einen guten Start in den Tag – und laufen dabei sogar dem Kaffee den Rang ab. Das grüne Blattgemüse regt zudem stark den Stoffwechsel und somit die Verdauung an und die übrigen Zutaten liefern eine große Menge an u. a. Vitamin C. Gibt es eine maximale Menge, die man pro Tag zu nehmen sollte? Wir haben Gäste, die würden sofort einen grünen Smoothie à 0,5 l bestellen weil ihnen dieser auf Anhieb gut schmeckt. Doch davon raten wir ab. Gerade wenn man a n f ä n g t , grüne Ge-rade Grünkohl, Spinat, Gurke, Avocado, Salat und (Wild)Kräuter – die Liste der möglichen Zutaten für das In-Getränk der letzten Jahre, den grünen Smoothie, ist lang. Das Vorbild für grüne Smoothies sind die Essgewohnheiten der Schimpansen. Bevor die gebürtige Russin Victoria Boutenko diese Ent-deckung machte, und Blattgemüse mit Obst mixte, litt ihre Familie an verschiedenen Gesundheitsbeschwer-den – von rheumatischer Arthritis bis hin zu Asthma. Die Lösung dafür fand Victoria Boutenko in der Ernährungsumstellung auf Rohkost – etwas, das die Familie nicht in Begeisterung versetzte, aber die ge-sundheitlichen Probleme reduzierte. Grüne Blatt-gemüse standen jedoch selten auf dem Speiseplan, da sie den Familienmitgliedern nicht schmeckten. Wie sind diese dennoch für jedermann schmackhaft, ohne viel zu viel Dressing? Von Affen abgeschaut Die Antwort darauf gaben die Schimpansen: denn diese essen außergewöhnlich große Mengen verschiedener Blätter und Wild-pflanzen in der Kombination mit Früchten. Eher bitter schme-ckendes, grünes Blattgemüse erhält durch Obst wie Bana-nen oder Mango eine ge-wisse Süße. Das Mixen sowie die Zugabe von etwas Wasser sorgt für eine einfachere Aufnahme des Ganzen – ohne „lästiges“ Kauen. Mittlerweile ist der grüne Smoothie aber nicht nur im Hause Boutenko bekannt: Derjenige, der sich die Zeit nimmt, selbst zu mixen, entscheidet spontan zu welchen Zutaten er greift, für den spontanen To-go-Verzehr gibt es den grünen Drink aber auch bereits abgefüllt und gekühlt im Kühlregal des Ver-trauens – vielleicht sogar im Betriebscasino oder der Mensa. Lebensmitteltechnologin, Oecotrophologin und Kräuterpädagogin Dr. Annette Nagel, die in ihrem Kräuterbistro Bareso in Ottobrunn neben Tee zum Selberpflücken auch (grüne) Smoothies auf der Speisekarte hat, hat uns mehr über die Zubereitung und den gesundheitlichen Nutzen der grünen Drinks verraten. Frau Dr. Nagel, aus welchen Zutaten mixen Sie sich Ihren Lieblings-Smoothie? Unsere Lieblingsvariante ist die, die auch auf unserer Speisekarte zu finden ist. Neben einer großen Menge Blattgemüse ist eine handvoll saisonal verfügbarer Wildkräuter enthalten – momentan z. B. Engelwurz, Gundermann und Giersch. Hinzu kommen Wasser und Eis-würfel sowie ungespritzte Gurke, Apfel und Orange, die im Ganzen – also mit Schale – verwendet werden. Ingwer, Zimt und Rosinen runden das Ganze ab. Das Obst und die Rosinen sorgen dabei ledig-lich für eine gewisse Fruchtigkeit und Süße, sodass die Bitterstoffe des Blattgemüses nicht so stark her-vorschmecken. Zwischenverpflegung 36 GVmanager 9 /2015


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