Food - Vegetarische Küche:Veganhelden: Heldenhaft

GVmanager_09_2015

Foto: Veganhelden; Illustration: Lopez Ruiz Heldenhaft Vegetarische Küche Mit Birkenzucker, Flohsamenschalen und einer rohveganen Zubereitung bei max. 42°C hat sich der vegane Münchner Klein-Caterer Veganhelden zum Erfolg gekocht. Der Mittagessen-Lieferservice an Firmenkunden ist dabei ein Hauptstandbein. Du musst nicht Veganer sein, um in den Genuss von veganem Essen zu kom-men. Bring doch einfach mal Abwechs-lung in Deinen Speiseplan“, heißt es aufmun-ternd auf der Website des Münchner Start-ups Veganhelden. Damit greifen die Inhaberinnen den Trend auf, dass vegane Küche längst nicht nur etwas für Dogmatiker, sondern ein Life-style- Phänomen ist. Die Veganhelden beliefern seit zwei Jahren hauptsächlich Firmenkunden, aber auch Supermärkte und Delikatessenläden – nicht nur mit veganen, sondern auch mit rohveganen Gerichten in Bio-Qualität. Sie wollen niemanden ausgrenzen, warum auch, schließlich zeigt die Erfahrung, dass manch einer, der zuvor noch nie vegan gegessen hat, so begeistert ist, dass er auch langfristig dabei bleibt. Und den Veganheldinnen kommt es ohnehin darauf an, die Vielfalt der veganen Küche einem breiten Publikum schmackhaft zu machen. Der Kundenkreis der Veganhelden ist allerdings überwiegend vegan, und zwar bis weit über 90 %, sagt Co-Inhaberin Stephanie Testa. Gemüse statt Fleischersatz „Wir möchten zeigen, dass sich die vegane Küche bei weitem nicht nur auf das Imitieren von Fleischgerichten und -aromen beschränkt. Gerade die Gemüseküche ist doch unglaublich vielseitig und kreativ“, betont sie. Fleischersatz verwenden sie so gut wie gar nicht oder nur so oft wie gerade nötig. Denn auch Fleischersatz-produkte wie Seitan oder Tofu seien schließlich Produkte mit einem hohen Convenience-Grad – und das habe mit natürlichen Rohstoffen kaum etwas gemein. Für die Veganhelden, die nicht nur vegan sondern auch rohvegan ko-chen, was bedeutet, dass die Rohstoffe bei der Zubereitung nur auf maximal 42°C erhitzt wer-den dürfen, keine wirkliche Alternative. Statt Tofu verwenden sie lieber Cashewkern-Mus, das sie mit Flohsamenschalen versetzen, wo-durch dieses schnittfest wird und ähnlich wie Tofu weiterverarbeitet werden kann. Verzich-tet wird aber auch auf Produkte wie Mehl, und raffinierter Zucker wird durch die natürliche Süße von Datteln, Apfeldicksaft oder Birken-zucker ersetzt. Einge- k a u f t werden Gemüse und die restlichen Rohstoffe vorrangig saisonal und regional. Ins Büro geliefert Das Kundenspektrum reicht dabei vom Alles- Esser bis zum veganen Rohköstler. „Die Nach-frage steigt und es läuft super“, sagt Stephanie Testa, die den Cateringbetrieb zusammen mit Britta van Mehren führt. Vor allem das Mittagstisch-Geschäft mit Firmenkunden er-weist sich für das Duo als lukrativ. Das Speisenangebot wechselt im Wochenrhythmus und wird gegen eine zusätzliche Bestellgebühr an den Wunschort geliefert. Jedes Mittagsmenü umfasst zwei Gänge und wird mit 6,80 E be-rechnet, ab zehn bestellten Menüs am Tag gibt es die Lieferung im Stadtgebiet München kos-tenlos. Mal gibt es fleischloses Chili oder einen Grillgemüse-Spieß, als Vorspeise auch mal eine Miso-Suppe und als Dessert eine sommerlich-frische Kokos-Cotta mit Wassermelone und Minze. Als Brotzeitservice können z. B. auch Wraps ins Unternehmen bestellt werden, Min-destlieferumfang: 50 Stück. Die Bestellungen müssen mit zwei Tagen Vorlauf abgegeben werden. Der Menüpreis ist zwar vergleichs-weise teuer, dies sei aber auch den teuren Rohstoffen geschuldet, wie Stephanie Testa betont. „Bei uns ist alles handge-macht und Bio. Zudem sind die Preise gerade für Rohkost höher. Denn Zu-taten wie Superfoods, z. B. Rohkost- Haselnüsse, sind sehr kostspielig. Bei den Unternehmen, die bei den Vegan-helden ihr Mittagessen bestellen, dreht sich ohnehin nicht alles um den Preis. „Das sind oft Leute, denen eine gesunde Ernährung wich-tig ist. Und wenn auch der Chef sich vegan ernährt, ist 32 GVmanager 9 /2015


GVmanager_09_2015
To see the actual publication please follow the link above