Porzellan oder Pappe?

GVmanager_06_07_2015

Neulich in unserer Verlagsküche: Leicht irritiert entdeckte ich einen Starbucks Coffee-to-go-Becher – plus grünen Stroh-halm – in unserer Spülmaschine. Hat hier jemand Nachhaltigkeit neu belebt und den Trend des Spülens von Einweggeschirr be-gründet? Nein, es handelte sich tatsächlich um einen Mehrwegbecher aus stabilem Kunststoff – inklusive Mehrwegstrohhalm. Ein Paradebeispiel, das zumindest in der Masse öffentlicher Coffee- und Backshops noch wie eine Nadel im Müllhaufen anmu-tet. So hat uns unsere Schnelllebigkeit, verbunden mit dem Drang flexibler und möglichst zeitsparend zu essen und trin-ken, wo immer man gerade unterwegs ist, in eine wahre Wegwerfgesellschaft verwandelt. Die Konsequenzen sorgen ge-rade in Berlin für Furore: Umfragen zufolge hat dort Verpackungsmüll sogar schon Hundekot aus den Top-Ten der Ärgernisse verdrängt. Mehr als 325.000 Pappbecher sollen hier täglich verbraucht werden. Als Lösung fordern die Deutsche Umwelthilfe und einige Berliner Politiker eine Steuer auf Wegwerfbecher. Abgesehen von steuer-rechtlichen Möglichkeiten und Grenzen, die als Hindernis vorgeschoben werden, ist aber fraglich, ob 20 ct mehr das Problem langfristig überhaupt lösen – oder nur die Entsorgungskosten tragen. Die Lösung wäre einfach: von Einweg auf Mehrweg umzustellen. Für gastronomische Betriebe ist das aber nicht nur eine Frage des Gewissens, sondern auch des Umsat-zes und des Dienstleistungsgedankens. Die Befürchtung liegt nahe, dass der be-queme König Kunde dann lieber woanders vorbeirauscht, um seinen Coffee to go aufzugabeln. Eine nicht minder bequeme Ausrede, die einige GV-Betriebe trotzdem nicht davon abhält, zu reagieren – statt die Claudia Kirchner Chefredakteurin Ressourcenverschwendung zu fördern. Die Studentenwerke Schleswig-Holstein und Berlin propagieren schon seit 2011 selbst gestaltete Porzellan- bzw. Edelstahl-becher statt Pappe, fördern die Verhal-tensänderung durch eine entsprechende Preisgestaltung der Einweg- und Mehrweg-lösung – und können beeindruckende Er-folge vorweisen. Parallel setzen sie zumin-dest auf den Kompromiss recycelter oder bio-logisch abbaubarer Einweglösungen – und gewährleisten eine sachgemäße Entsorgung. Klar ist, dass es langfristig am Konsumen-ten selbst liegt, dem Einwegwahn Einhalt zu gebieten. Warum ihn aber nicht durch preislich attraktive und bequem handhab-bare Mehrweglösungen ein wenig in diese Richtung locken? Das wäre zumindest einmal ein nachhaltiger Schritt, der den Namen auch verdient. Mehrweg als Ausweg? Letzter Aufruf: GV-Manager gesucht! Haben Sie einen renommierten Chef? Kennen Sie eine herausragende Führungskraft, GV-Manager des Jahres 2015 welche die GV-Branche nachhaltig prägt? Dann schlagen Sie diese für den Branchenoscar „GV-Manager des Jahres 2015“ vor! Wer kann nominiert werden? Gesucht sind Persönlichkeiten, die sich mit ihrem Engagement und Charisma sowie mit ihren Ideen, Pioniergeist, Führungsquali-täten und Leistungen hervorheben. Managerinnen und Manager, die seit vielen Jahren für ihren Job brennen, aber auch mit ihren Mitarbeitern „können“. Wie? Per Nominierungsformular, das unter www.gastroinfoportal.de/GVM heruntergeladen werden kann. Von wem? Vorgeschlagen werden können die GV-Manager von Kollegen, Branchenkennern oder ihren Tischgästen per Nominierungsformular. Bewerbungsschluss: 30. Juni 2015 Termin Preisverleihung: 15. Oktober 2015 GV-Manager des Jahres 2015 Weitere Informationen: www.gastroinfoportal.de/GVM GV-Manager des Jahres 2015 GV-Manager des Jahres 2015 GV-Manager des Jahres 2015 GV-Manager des Jahres 2015 GV-Manager des Jahres 2015 GV-Manager des Jahres 2015 Foto: © Paul Bojba Kommentar


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