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24_Stunden_Gastlichkeit_03_2015

los aus. Die Preisgestaltung soll bei Streetfoodkonzepten „er-schwinglich für alle“ sein, einem „demokratischen Restaurant“ entsprechend. So zumindest for-muliert es die Markthalle Neun, die mit ihrem Street Food Thurs-day einer der bekanntesten Ver-anstalter in Deutschland und als Gastronomischer Innovator ausgezeichnet ist. Das spiegelt sich auch beim Nürnberger Event wider: Die Probierportio-nen kosten maximal 3,50 E. Bei der Hall of Taste in München zahlen die Gäste dagegen ohne mit der Wimper zu zucken auch mal 5 E für ein sehr häppchen-mäßiges Preis-Portionsgrößen- Verhältnis. Exotik pur Streiten lässt sich über die Kre-ativität manch einer Streetfood- Kreation. Ist einem ein Isar Hot Dog oder ein Beef-Sandwich wirklich ein Eintrittsgeld wert? Unübersehbar ist der Burgerhype, den die Szene- und Fastfood-Gastronomie seit je-her pflegen. Abgesehen davon gilt: je internationaler, desto besser. Asiatische Kreationen begeistern dabei noch immer, stärkeren Aufwind haben aber afrikanische, orientalische und südamerikanische Spezialitäten. Das Spektrum auf den Märkten reicht von thailän-dischen Tapioka Dumplings und koreanischen Buns über nigerianisches FuFu, türkische Manti bis hin zu mexikani-schen Tacos und peruanischen Ceviche. Daraus lassen sich stärken den Frischecharakter und die Glaubwürdigkeit und machen Lust auf mehr – selbst auf Schlangestehen – weshalb die Betriebsgastronomie Front-cooking längst für sich entdeckt hat. Auch Hotels setzen immer mehr darauf, und zwar außer-halb des Frühstücksbuffets. Exemplarisch steht das La Sal-le auf Schloss Elmau, das früh, mittags und abends in Betrieb und für ca. 80 % der Food- Umsätze verantwortlich ist. Am Abend können die Gäste sich von der Finishing Küche eines von je sieben Gerichten frisch zubereiten lassen. Einen zusätz-lichen VIP-Charakter bringen die Chef‘s Tables mit, wie es sie z. B. im Chedi Andermatt gibt. Die Gäste sitzen hier auf erhöh-ten Bänken zwischen vier gläser-nen Kochateliers. Im Pentahotel Hong Kong gibt es neben einem Chef’s Table auch eine Eatstreet, die einem internen Streetfood-market am nächsten kommt und dem Vorbild asiatischer Foodcourt-Konzepte entspricht. An fünf Kochstationen ist hier für jeden Gaumen etwas dabei, vom Original Dumpling bis zum Caesar‘s Salad. Naschen erwünscht Die Chef‘s Tables, Foodcourts und Streetfoodmärkte bringen schließlich Freunde, oder auch Fremde, in geselliger und ge-mütlicher Runde zusammen – ein weiterer Erfolgsfaktor. In kulinarischer Experimentier-freudigkeit geeint, tauscht man Probierhäppchen hemmungs- 24 Stunden Gastlichkeit 3/2015 57 Foto: Visit Helsinki/Timo Santala STREETFOOD


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