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24_Stunden_Gastlichkeit_03_2015

Das Flushing Meadows ist ein sog. Pop-up-Hotel. Der Mietvertrag ist auf sieben Jahre begrenzt. Was danach kommt, weiß man nicht, sagt Niels Jäger, der am Tresen in der Rooftop Bar sitzt und an seinem Cappuccino nippt. „Das hängt davon ab, was demnächst noch in den ers-ten zwei Stockwerken passiert“, sagt er. Der Immobilieneigentümer hat Niels Jäger und seinen Geschäftspartnern Sascha Arnold und Steffen Werner vom Architek-turbüro Arnold/Werner die beiden oberen Hoteletagen in dem ehemaligen Serverge-bäude der Deutschen Telekom erst einmal zur vorübergehenden Nutzung überlassen. Das Betreiber-Trio hat sich vor allem mit ei-nigen beliebten Münchner Bars und Clubs wie dem Bob Beaman und James T. Hunt einen Namen gemacht. „Aber wir wollten schon immer ein Hotel machen. Zugleich war uns auch die Einbindung von einer starken Bar wichtig“, sagt Niels Jäger. Der Name The Flushing Meadows ist eine An-spielung auf die Isar, die sich ganz in der Nähe ihren Weg durch die Stadt bahnt. Nightlife im Hotel Das Flushing Meadows ist mit seinen 16 Zimmern ein Designhotel der besonde-ren Art. Die Betreiber tappten für das Kon-zept und die Ausstattung nicht einfach in die nächste Designfalle, sondern fragten zuerst Freunde und Bekannte, darunter einige lokale Größen wie den Barkeeper Charles Schumann und den Münchner DJ Hell, nach ihrer persönlichen Zimmer-vision. Auch die persönlichen Erfahrungen der Macher in der Clubszene haben ihre Spuren in manchen Details hinterlassen. So stammt die Innenverkleidung des Ho-tellifts von der alten Tresenoberfläche aus einer ihrer anderen Münchner Clubs. Das, was das Trio aber richtig gut kann, näm-lich Nightlife und Szene, zeigt sich an der Rooftop Bar, die von ihrer Außenterrasse aus einen schönen Ausblick über die be-nachbarten Dächer bietet. Tagsüber dient sie als Frühstücksraum und als Tagesbar, abends als Umschlagplatz für gute Drinks. Der Barraum ist in zwei Levels aufgeteilt, wobei der Bartresen sich auf der höheren Ebene befindet und mit wenigen Stufen mit dem restlichen Gastraum verbunden ist. Durch die südliche Dachterrasse ge-winnt die Bar einen ganztägigen Sonnen-einfall und kann den Gästen einen schö-nen Blick über die Dächer der Stadt bis zu den Alpen bieten. Robin E. Bruderhofer leitet das fünfköpfige Gastrono-mieteam. Der 24-Jährige, der über keine klassische Barausbildung verfügt, sondern BWL und Politik studiert, hat zuvor bereits Erfahrungen in anderen Münchner Betrieben wie der Cortiina Bar und dem Kempinski Vier Jahreszei-ten gesammelt. Als echtes Münchner Kindl, das nur wenige Blocks weiter auf-gewachsen ist, ist das Kon-zept der Rooftop Bar genau nach seinem Geschmack. „Wir sind eine kommuni-kative Schnittstelle, an der sich die Hotelgäste mit den Münchnern mischen können. Ich schätze, dass ca. 85 % der Bargäste Münchner sind“, betont er. ERFOLGSFAKTOREN ➙➙ Lage im Münchner Szeneviertel ➙➙ Rooftop-Bar ➙➙ Drinkauswahl mit Eigenkreationen Die Barkarte, die Robin E. Bruderhofer mit dem Barkeeper Manu Pinciroli zusammen-gestellt hat, führt Standards und klassische Cocktails auf. Auch die Bierauswahl ist vor-wiegend lokal ausgerichtet, während die Weine aus einem vorher definierten Radius stammen, um lange Lieferwege einzu-schränken. Eine Barfood-Auswahl ergänzt das Angebot. Der klare USP aber sind die sog. „Local Darlings“, die mit Spirituosen aus der näheren Umgebung wie dem in Starnberg hergestellten See-Gin oder dem Kräuterlikör Urfelder No. 26 des Traunstei-ner Herstellers Schnitzer gemixt werden – ein Beispiel ist der „Alex vom Walchensee“ mit Urfelder No. 26, Chocolate Mint Sy-rup und Zimt-Espuma. „Franz Ferdinand“ nennt sich dagegen eine Mischung aus einer Kaiserschmarrn-Rum-Infusion mit Rosinen-Chili-Sirup, süßem Wermut und Bitters. „Mit dem regionalen Fokus auf der Barkar-te möchten wir uns von den anderen Bars bewusst abheben“, sagt Robin E. Bruder- hofer. „Wir machen hier unser eigenes Ding und möchten uns nicht unbedingt mit den vielen anderen guten Bars in München messen. Man darf das Münchner Publikum aber auch nicht mit zu ausgefal-lenen Kreationen überfordern.“ Schon wenige Monate nach der Eröffnung hat sich die Rooftop Bar einen festen Platz in der Münchner Szene erobert. An den Wochenenden geht nichts mehr ohne Tür-steher, die den Andrang in geordnete Bah-nen lenken. Nun heißt es aufpassen, dass der Gästemix ausgewogen bleibt, denn: „Wir wollen kein Hipsterclub sein, auch Oma und Opa sollen bei uns auf ein Glas vorbeischauen und sich wohlfühlen“, sagt Robin E. Bruderhofer. Seit kurzem hat im Erdgeschoss des Hotels dafür die zweite Münchner Filiale der Green Smoothie Bar „Superdanke!“ eröffnet, wo sich Nachbar-schaft und Hotelgäste mit frisch zubereite-ten Green Smoothies, kaltgepressten Säf-ten und Saftkuren fit machen können – das Konzept stammt ebenfalls von den Flushing Meadows- Chefs. Nathalie Kopsa www.flushingmeadowshotel.com PROFIPARTNER • Brauerei: Herzoglich Bayerisches Brauhaus Tegernsee KG • Kaffeemaschine: La Cimbali • Mineralwasser: Aqua Monaco • Software: Protel Air KONZEPT THE FLUSHING MAEDOWS – MÜNCHEN Hotelbar, Lobby, Frühstücksraum mit Nachbarschaftsfaktor l Geschäftsführer: Steffen Werner, Niels Jäger, Sascha Arnold l Plätze: 50 (innen), 25 (außen) l Mitarbeiter: 5 Fotos: The Flushing Meadows München


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