Fachthemen - Marktforschung: Analphabetismus in Deutschland

24_Stunden_Gastlichkeit_03_2015

Grundlegende Schwierigkeiten beim Lesen oder Schreiben sind nicht sel-ten unter Mitarbeitern in der Gastro-nomie zu finden: Die Universität Hamburg, die eine Studie zum Analphabetismus in Deutschland durchgeführt hat, zeigt auf, dass jeder vierte Koch bzw. jede vierte Kü-chenhilfe Defizite beim Lesen aufweisen. Nur unter Hilfsarbeitern auf dem Bau sind es noch mehr – jeder zweite ist hier funktio-naler Analphabet. Funktionaler Analphabetismus ist gege-ben, wenn die schriftsprachlichen Kompe-tenzen von Erwachsenen niedriger sind als diejenigen, die erforderlich sind, um den gesellschaftlichen Anforderungen gerecht zu werden sowie gesellschaftliche Teilhabe und die Realisierung individueller Verwirk-lichungschancen zu eröffnen. Funktionaler Analphabetismus liegt auch dann vor, wenn eine Person nicht in der Lage ist, aus einem einfachen Text eine oder mehrere direkt enthaltene Informa- tionen sinnerfassend zu lesen und/oder sich beim Schreiben auf einem vergleich-baren Kompetenzniveau befindet. 7,5 Mio. Menschen zwischen 18 und 64 Jahren, 14,5 % der erwerbsfähigen Ge-samtbevölkerung, können laut der leo. – Level-One Studie der Universität Hamburg keine zusammenhängenden Texte lesen oder schreiben. 80 % der Betroffenen haben einen Schulabschluss – fast die Hälfte da-von einen Hauptschulabschluss. Immerhin 12,3 % haben jedoch sogar (Fach-)Abitur. Betrachtet man allerdings nur Personen, die die Schule ohne Abschluss verlassen haben, zeigt sich: 59 % sind funktionale Analpha-beten. Analphabetismus ist also nicht nur ein Problem von Menschen mit Migrations-hintergrund. 58 % der funktionalen Anal-phabeten sind mit Deutsch als Erstsprache aufgewachsen. Die Kampagne des Bundesministeriums für Bildung und Forschung „Lesen & Schreiben – Mein Schlüssel zur Welt“ will dazu beitra-gen, Analphabetismus aus der Tabuzone zu holen, denn es ist nie zu spät, richtig lesen und schreiben zu lernen. www.mein-schlüssel-zur-welt.de Jeder vierte Koch, Maler oder Lkw-Fahrer ist funktionaler Analphabet – das zeigt eine Studie der Universität Hamburg zum Analphabetismus in Deutschland. BILDUNG UND ARBEITSMARKT • 57 % der funktionalen Analphabeten in Deutschland sind erwerbstätig. • 1,3 % der Gesamtbevölkerung ist erwerbs-unfähig. 26,6 % davon sind funktionale Analphabeten – ein Wert, der deutlich über der Analphabetismus-Quote der Bevölke-rung (14,5 %) liegt. • Knapp 5 % der Bevölkerung zwischen 18 und 64 Jahren sind Frühverrentete. Mit 19 % ist der Anteil funktionaler Analphabe-ten hier ebenfalls höher als im Schnitt der Bevölkerung. • In Deutschland erhält ein Durchschnittsver-diener mit einer Lesekompetenz der Kom-petenzstufe 2 ungefähr das gleiche Gehalt wie ein niedrig bezahlter Erwerbstätiger mit Kompetenzstufe 4/5. Analphabetismus in Deutschland Foto: Bundesministerium für Bildung und Forschung MARKTFORSCHUNG Ab 13.12.2014 muss laut der EU-Verordnung Nr. 1169/2011 bei allen losen Produkten und Gerichten, die zum sofortigen Verzehr angeboten werden, über die enthaltenen Allergene informiert werden. Unser Handbuch „Achtung Allergene“ klärt auf!  Fachinformationen Wie gelingt eine übersichtliche Allergenkennzeichnung? Wie sieht ein allumfassendes Allergenmanagement im Betrieb aus? Welche Chancen bietet die neue Lebensmittelinformationsverordnung?  Checklisten  Tipps Umfangreiches Adressenverzeichnis: Welche Unternehmen bieten Unterstützung? Wer liefert was?  Die wichtigsten Unternehmen auf einen Blick E-Paper: 16 €, Printausgabe: 18 € (inkl. MwSt) B&L MedienGesellschaft mbH & Co. KG  Ridlerstr. 37  80339 München  muc@blmedien.de  www.gastroinfoportal.de Fotos: © Coloures-Pic - Fotolia.com; © Les Cunliffe - Fotolia.com


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