Jetzt mal ehrlich: Christian Olbrich

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Foto: privat Jetzt mal ehrlich! … Christian Olbrich Normalerweise schwingt Christian Olbrich als stellvertretender Küchenleiter in der Kantine des Neuen Rathaus der Stadt Leipzig den Kochlöffel. Für die Vox-Sendung „Secret Dancer“ bewiesen seine Kollegen und er, dass sie auch das Tanzbein schwingen können. Wollen auch Sie uns mal „die Meinung sagen“? Melden Sie sich bei uns: (089) 370 60-155, muc@blmedien.de Das Küchenteam der Kantine der Stadt Leipzig schwingt das ➘Tanzbein. Hier geht es zum Video: www.kantine-leipzig.de Herr Olbrich, was hat Sie – aber auch Ihre Kollegen – motiviert, an der Vox-Sendung teilzunehmen? Für mich hat vor allem der Spaßfaktor gezählt: einfach mal etwas Ver-rücktes machen und nicht nachdenken müssen. Außerdem wollte ich herausfinden, wann ich an meine Grenzen stoße. Denn es ist schon etwas anderes, ob man alleine tanzt oder nach einer Choreographie und in einer Gruppe. Das gemeinsame Ziel meiner Kollegen und mir bestand darin, unsere Familien und Freunde und insbesondere unsere Gäste zu überraschen, nach dem Motto „Nehmt uns doch mal anders wahr“. Inwieweit hat sich für Sie seit der Ausstrahlung etwas verändert? Unser Team ist dadurch schon etwas bekannter geworden. Das mer-ken wir auch an den Verkaufszahlen. Allerdings sind die meisten unserer Gäste Stammgäste. Deren Reaktionen waren durchweg positiv. Viele waren begeistert, wie gut wir als Team harmonieren und zusammenarbeiten. Wir sind als Team in der Tat so zusammengeschweißt; das war nicht gespielt. Gab es in der Trainingszeit Momente, in denen Sie an dem Zusammenhalt gezweifelt haben? Wenn man sich drei Wochen lang täglich von früh bis spät sieht, besteht natürlich die Gefahr, dass man sich irgendwann nervt. Das blieb bei uns jedoch aus. Generell bestand ein gutes Zusammenspiel zwischen meiner Chefin und mir: Wenn einer von uns nicht so gut drauf war, hat der andere die Motivation übernommen. Geholfen hat auch viel Schokolade, damit die Laune wieder hoch ging – und natürlich das gemeinsame Ziel, das wir vor Augen hatten. Was wären Sie geworden, wenn nicht Koch? Vielleicht Tänzer? Astronaut, Fußballer und Feuerwehrmann wären natürlich die Nr. 1 gewesen – aber dafür hat es nicht ganz gereicht. Alternativ zum Koch-beruf könnte ich mir auch den Beruf des Verkäufers vorstellen, weil ich den Umgang mit Menschen gerne mag. Ich tanze auch gerne privat, aber die TV-Show war für mich nicht der Startschuss zu einer Karriere als Tänzer. Wofür sind Sie unter Ihren Kollegen bekannt? Meine Kollegen sagen, ich erinnere sie an einen rotzfrechen Sohn. In un-serem Team bin ich der Spaßvogel und Gute Laune-Motor – aber auch einer, der gerne mal die Zügel in die Hand nimmt und der von seinen Kollegen mit dem nötigen Respekt behandelt wird, da ich die Funktion der Führungskraft sehr gerne und gut übernehme. Haben Sie ein Leibgericht? Was essen Sie dagegen nicht gerne? Herzhafte Gerichte kann ich stehen lassen, aber an einem schönen Kuchen, Quarkkeulchen oder auch einfachen Speisen wie Grießbrei kann ich nicht vorbeigehen, ohne wenigstens zu naschen. Alles, was in Richtung Innereien geht, mag ich nicht, z. B. Leber oder Flecke – das ist Kuhmagen. Und das klingt genauso, wie es schmeckt (lacht). Bereiten Sie solche Gerichte dann selbst gar nicht zu – und wälzen solche Aufgaben auf Ihre Kollegen ab? Wenn ich das tun würde, hätte ich nicht den richtigen Beruf gelernt. Natürlich bereite ich diese Gerichte auch zu, das ist kein Problem. Wenn es um das Abschmecken geht, frage ich dann aber schon mal in die Runde, ob jemand anderes probieren möchte. Herr Olbrich, vielen Dank für das Gespräch! sar Liebe Leser! STECKBRIEF Position: Stellvertretender Küchenleiter (seit 2 Jahren) Alter: 26 Jahre Werdegang: Ausbildung im Studentenwerk Leipzig, danach Stationen bei der Bundeswehr, in einem kleinen, familien-geführten Hotel und im Krankenhaus, seit drei Jahren in der Kantine des Neuen Rathaus der Stadt Leipzig Essenszahl: durchschnittlich 600 Mitarbeiterzahl: 6 in Küche und Ausgabe (ohne Spülkräfte) 46 GVmanager 5/2015


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