Einkaufskooperationen: Umfrage

GVmanager_05_2015

Einkaufsmanagement Peter Könemann, Küchenleiter, Tabea Krankenhaus, Hamburg: Als ich vor drei Jah-ren im Tabea Kran-kenhaus als Küchen-leiter angefangen habe, habe ich den Einkauf umgekrem-pelt. Ich wollte frisch kochen und fand die benötigten Produkte nicht in den Sortimenten des damaligen Ein-kaufsverbundes. Seither arbeite ich mit vier selbst gewählten Lieferanten zusammen. Ich kaufe unabhängig ein und bin überzeugt davon. Ich zweifle daran, dass Ein-kaufskooperationen wirklich helfen, Kos-ten und Zeit zu sparen. Die Mitarbeiter des Ver-bunds müssen schließ-lich auch bezahlt werden. Pro Tag investiere ich nur zehn Minuten in meinen Einkauf und Rabatte handele Wie ist Ihr Einkauf strukturiert? ich selbst aus. Auch schätze ich den per-sönlichen Kontakt zu meinen Lieferanten. Sie informieren mich schnell, wenn Preissprünge bei einzelnen Produkten zu erwarten sind. Ich bekomme Alternativen und auch besondere Schnäppchen angeboten. Das sind Vorteile, die mir auch als Einzelkämpfer eine hohe Wirt-schaftlichkeit bringen. Im Gegensatz zu früher liege ich mit meinem Wareneinsatz pro Tag und Patient 1 E niedriger! Und bei mir gibt es keinen Tilapia oder Viktoriabarsch, sondern Seelachs, Heringe und Bachforellen. Ohne einen Einkaufsverbund profitiere ich von einer höheren Flexibilität und Bandbreite. Peter Gemüth, Küchenleiter, Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe, Dortmund: Wir produzieren täglich 450 Essen, zu unserem Kerngeschäft zählt ferner der Veranstaltungsservice für rund 50.000 Gäste, die jährlich zu Fortbil-dungen in unser Haus kommen. Seit 2014 gehören wir im Food-Bereich zur Einkaufskooperation S&F Buy. Unsere bewährten Händler haben wir mitgebracht. Wir integrieren gerade ein hauseigenes Einkaufstool in das-jenige von S&F Consulting, um den Einkauf mit unserem Zentralen Ein-kauf, Controlling und der Buchhaltung in einem Workflow zu vernetzen. In der Listung finden wir fast alles, was wir benötigen. Dazu profitieren wir von den günstigen Konditionen, die durch den gebündelten Einkauf möglich sind. Eine Win-Win-Situation für Küchenleiter und Händler. Doch es gibt auch Lieferanten, die in den Einkaufsverbünden nicht mitmachen. Vor allem kleinere Betrie-be, die größere Einkaufsmengen nicht zur Verfügung stellen könnten, bleiben außen vor. Mit zwei, drei von diesen Händlern arbeite ich parallel zu S&F Buy zusammen. Doch 80 % meiner Einkäufe decke ich über das Portal ab. Ob und wie viel Geld ich mit diesem Einkaufsmodell spare, kann ich im Moment nicht sagen. Doch man sollte ohnehin nicht immer nur ans Sparen denken, sondern lieber Umsatz machen! Die Vorteile von S&F Buy haben mich überzeugt. Die Unterstützung rund um die Allergenkennzeichnung und die Rezeptdatenbank sind für mich sehr wertvoll. S&F hilft uns auch in der elektronischen Datenverarbeitung. Die Einkaufstools kosten Geld, aber schon nach kurzer Zeit profitierten wir von einer Arbeitserleichterung. 45 kg Nudeln pro Stunde kochen, ohne lästiges Überwachen. Fotos: privat, Kirchner Theresia Turner, Gesamtküchenleitung, Heiligenfeld GmbH, Bad Kissingen: Wir arbeiten seit Jahren mit der Einkaufskooperation PCM (pro Care Management) in Bad Kissingen zusammen. Der Grund: Zeitintensive Preisrecher-chen und die Rechnungskontrolle werden von PCM übernommen. Daneben haben wir noch kleine lokale Händler wie einen Bio-Bauern, Bäcker und Metzger. Wir kaufen bei ihnen direkt ein, verwaltet werden diese Einkäufe aber von PCM. Der Vorteil dieses Verbunds gegenüber den Plattformen der großen Lieferanten: Ich kann selbst bestimmen, bei wem ich einkaufe, und habe einen guten Überblick, ob ich bei einem anderen als dem Stammlieferanten einen besseren Preis bekomme. Bei ChefsCulinar und Servicebund z. B. müss-te ich andere Lieferanten selbst in die Datenbank einfügen und pflegen. Für die Vorschrift der Allergenkennzeichnung sind die Infos, die PCM zusammenführt, sehr hilfreich. Das Produkti-onsmodul und die Nährwertberechnung nutzen wir nicht, weil wir unser unabhängiges System haben. Praktisch ist, dass ich am Schreibtisch schnell überprüfen kann, welches unserer fünf Häuser neben der Hauptversorgung aus unserer Zentralküche was und wie viel zukauft, z. B. an Reinigungsmitteln. Nicht zuletzt ist die Rückvergütung, die PCM auszahlt, ein Pro-Argument. VarioCooking Center MULTIFICIENCY® Stromsparer! Geprüft nach DIN! Kochen, Braten, Frittieren… Alles in einem Gerät, bis zu 4 mal schneller und 40 % weniger Stromverbrauch.* * www.frima-online.com


GVmanager_05_2015
To see the actual publication please follow the link above