Food - Desserts & Eis: Süße Zeitreise

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Foto: Steinhaus Fruchtkonserven Für manche gehört die Nachspeise zum Mittagessen wie der Deckel zum Topf, manche verzichten lieber darauf. Und wieder andere greifen nur dann zur Süßspeise, wenn es „die Eine“ ist. Zum Beispiel die Eine, die beim Verzehr an die Kindheit erinnert und die Tischgäste im Betriebsrestaurant oder der Mensa unmittelbar gedanklich in diese Zeit versetzt. „Milchreis ist bei den Konsumenten sehr beliebt, wie aktuelle Marktzahlen aus dem Lebensmitteleinzelhandel zeigen. Danach ist der Absatz 2014 um 10 % gestiegen“, nennt Sven Kreitz, Marketing Manager bei Milram Food-Service, ein Beispiel und ergänzt: „Von dieser Nachfrage profitieren auch Betriebs-gastronomie und Hochschulmensen.“ Aller-dings gibt es „den klassischen Nachtisch als krönenden Abschluss eines Mittagessens – wie es ihn ,früher‘ gab – nicht mehr“, sagt Friedhelm Steinhaus, Geschäftsführer von Steinhaus Fruchtkonserven. Grund dafür sei-en Zeitmangel und Stress und das daraus resultierende Essverhalten. „Die To-go-Va-riante des Desserts wie Eis am Stiel, por-tionierter Joghurt oder auch Kaffee sind Zeuge der Veränderung“, verdeutlicht er. Für ihn liegt das Potenzial von mit Süßspeisen verbundenen Kindheitserin-nerungen vor allem in der Tradition der „Nachtischzeit“ und weniger in einzel-nen Desserts. „Sicherlich erinnern sich viele aus der Ü50-Generation noch da- ran, dass der Familienverband solange gemeinsam am Tisch sitzen blieb, bis auch der Letzte fertig war.“ Wie bei Muttern „Leibspeisen, die es früher regelmä-ßig bei Mama oder den Großeltern gab, lassen Kindheitserinnerungen aufleben“, zeigt sich Kaja Schnell, Marketing-Managerin Foodservice der frischli Milchwerke, überzeugt. Viele dieser Des-serts sind eng mit der Heimat verbunden, z. B. Rheinischer Grießpudding mit Apfel-Kirsch- Kompott, Westfälische „Süße Liese“ oder Frie-sischer Milchreis, die das Unternehmen aktuell in einem Rezeptheft aufgreift. „Ein Dessert aus Kindertagen ist sicher die heiße Waffel – pur oder mit Kirschen und Sahne. Der Hit auf zahl-reichen Geburtstagen“, sagt Silvia Peuker, die für das Marketing bei Eipro zuständig ist, und fügt hinzu: „Etwas ,neumodischer‘, aber nicht weniger beliebt, sind Crêpes in allen Variati-onen.“ Guido Klüh, Sprecher der Bereichslei-tung von Dr. Oetker Professional, weiß aus der Erfahrung von Kunden, dass Nachspeisen wie Pudding und Götterspeise Tischgäste oftmals zurück in die Kindheit versetzen. Vor allem Götterspeise sorge in unterschiedlichen Ab-wandlungen für leuchtende Augen bei den Gästen, „die auch gerne mal die Köpfe zusam-menstecken und von früher erzählen“. Milram Food-Service hat erkannt, dass Desserts wie Milchreis, Grießpudding und Schoko- und Süße Zeitreise Mit Dessertklassikern wie Pfannkuchen oder Milchreis entführen Küchenleiter ihre Gäste zu kulinarischen Kindheitserinnerungen. Wir zeigen, wie es gelingt, dass diese Süßspeisen modern und nicht „angestaubt“ daher kommen. 18 GVmanager 3 /2015


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