Manager im Gespräch - Werner Echsle, Geschäftsführender Gesellschafter, vivanti: Er ging, sah und profitierte

GVmanager_03_2015

Fotos: vivanti, privat Er ging, sah, und profitierte Werner Echsle, Geschäftsführender Gesellschafter von vivanti, tauschte für zwei Monate den Managerposten gegen Wanderschuhe und nahm sich eine Auszeit auf dem Jakobsweg. Wie ihn diese Zeit veränderte und wieso er noch heute davon profitiert, hat er uns verraten. Sich als GV-Manager einfach eine Auszeit zu nehmen, das ist ungewöhnlich. Herr Echsle, wie kam es dazu? Ich habe relativ früh, schon mit 15 Jahren, meine Kochlehre begonnen, danach eine schu-lische Ausbildung und den Betriebswirt ange-schlossen. Insgesamt war ich 35 Jahre im Beruf – das war der eine Grund. Zum anderen habe ich im August letzten Jahres meinen 50. Geburts-tag gefeiert. Da dachte ich mir: Jetzt wird es Zeit, eine Auszeit zu nehmen. Der Gedanke, eine Auszeit zu nehmen, klingt für viele verlockend. Wie lässt sich dies mit einer verantwortungsvollen Position realisieren? Möglich gemacht hat es meine Position: Ich habe den Betrieb aufgebaut und bin selbstständig tätig. Letztendlich hat es fünf Jahre gedauert, alles vorzube-reiten. Ich wollte zwei Monate aus dem Unternehmen raus, da musste ich von langer Hand die Strukturen aufbauen. Zuerst galt es, meine Vertretung zu finden und einzuarbeiten. Hierfür wurden zwei Positio-nen neu geschaffen, die eine Juristin und ein Steuerberater übernahmen. Zudem mussten alle Prozesse und Abläufe definiert und aufge-schrieben sowie mit den Mitarbeitern durch-gesprochen werden, sodass alles reibungslos funktionierte, während ich weg war. Diese Phase war wichtig – zum einen, um die zwei Monate Auszeit nehmen zu können, und zum anderen war diese Zeit auch eine Art Probe, da ich jetzt nach dem Jakobsweg nicht mehr direkt im Tagesgeschäft arbeite, sondern dies von meiner Mannschaft und meinen Kollegen übernommen wird. Und als die Rahmenbedingungen geklärt und die Vertretungen eingearbeitet waren, ging es los? Genau. Ich bin im September letzten Jahres in Saint Jean Pied du Port in Frankreich gestartet und dann den Jakobsweg bis nach Santiago gegangen. Insgesamt waren es 830 km. Wieso haben Sie sich für den Jakobsweg entschieden? Ein Stück weit inspiriert wurde ich von dem Buch von Hape Kerkeling. Ich habe darin aber auch eine sportliche Herausforderung gese-hen, zudem hat mich der Weg religiös-spirituell interessiert – also das Laufen, um zur Besinnung zu kommen. Ich fand es spannend, Zeit zu haben, um zu reflektieren, immer ein Ziel vor Augen zu haben, den Weg dahin aber stressfrei und selbstbestimmt zu gestal-ten. Schön war auch, dass ich Menschen aus der ganzen Welt, aus Australien, Neuseeland, Irland, Amerika und Belgien kennengelernt Manager im Gespräch


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