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Foto: BASF SE Betriebsverpflegung Anz_GV_90x40mm_Ausg10_4c.indd 1 06.10.14 08:47 gebote rund um die Ernährung sind dabei ein wichtiger Bestand-teil“, berichtet Yvonne Häußer. Die Oecotrophologin arbeitet seit 2005 bei der BASF-Gastronomie. Eingestiegen im Marketingbe-reich der Wirtschaftsbetriebe, ist sie inzwischen im Bereich Pro-duktmanagement Gastronomie mit der strategischen Ausrichtung und Entwicklung des Themas ‚leistungsfördernde Ernährung‘ auf dem Werksgelände der BASF betraut. Sie setzt diverse Projekte, Seminare und Veranstaltungen z. B. zu den Themen „Besser es-sen im Team“ und „Clever trinken – schneller denken“ um – unter-stützt durch einem Stamm von mehr als einem Dutzend freibe-ruflicher Oecotrophologen. „Essen und Trinken ist ein Stück Lebenspflege, und ich wünsche mir, dass die Menschen dafür mehr Leidenschaft entwickeln“, erläutert Yvonne Häußer ihren Antrieb. „Wer das tut, fördert nicht nur sein persönliches, privates Wohlbefinden, sondern auch seine berufliche Leistungsfähig-keit. Meine Vision ist, dass die moderne, ganzheitliche Betriebs-verpflegung ihre Gäste auf dem Weg dorthin begleitet und unter-stützt“, sagt die Oecotrophologin. Mitarbeiter als Kunde Seit zehn Jahren arbeitet sie da-ran, das Bewusstsein der Mitarbei-ter für eine gesundheitsfördernde Ernährung zu stärken und die Betriebsverpflegung dementspre-chend zu optimieren – und immer noch hat sie dazu jede Menge neue Ideen und Pläne. Dabei will Yvonne Häußer im positiven Sinn eher ‚verführen‘ als erziehen und belehren – und denkt dabei nicht nur an die Regeln einer gesunden Ernährung, sondern auch an die des modernen Marketings: „Die Mitarbeiter sind in der Betriebs-gastronomie zunächst mal unsere Kunden, und deren Bedürfnisse müssen wir sehen. Da muss man schauen, wo die Trends sind und was die Leute wollen“, berichtet Yvonne Häußer. Entsprechend kombiniert das Team klassische Themen und Trends, u. a. Work-shops wie das Einkaufstraining „Expedition Supermarkt“ und spezielle Angebote z. B. für die richtige Ernährung bei Schicht-arbeit: „Bei mehr als 8.000 Men-schen, die hier in Wechselschicht arbeiten, besteht da riesiges In-teresse.“ Auch die Kochkurse er-freuen sich einer enormen Nach-frage. Für den veganen Kochkurs hat das Team z. B. acht Termine nachgelegt, weil der Andrang so groß war. Dieses Angebot sieht Yvonne Häußer im Gesamtzu-sammenhang des Unternehmens: „Wer von seinen Mitarbeitern viel Leistung verlangt, muss auch – z. B. im Rahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements – da-für sorgen, dass diese Leistung erbracht werden kann.“ Über die Kurse und Veranstaltun-gen hinaus hat Yvonne Häußer auch das Angebot einer indivi-duellen Ernährungsberatung mit aufgebaut, die inzwischen sehr gut genutzt wird innerhalb des Gesundheitsprogramms. Dabei komme es immer wieder auf die Verzahnung von Betrieblichem Gesundheitsmanagement und Be- triebsgastronomie an: Deshalb ar-beiten Ernährungsmediziner und Oecothrophologen eng zusam-men. „Die Menschen wollen an die Hand genommen und beglei-tet werden – nur so eignen sie sich Schlüsselkompetenzen zur Ernäh-rung an. Wenn z. B. beim BASF-Gesundheits- Check, den unsere Mitarbeiter am Standort Ludwigs-hafen alle drei Jahre wahrnehmen können, ein deutlich zu hoher BMI festgestellt wird, erhält der Mitar-beiter vom Werksarzt die Emp-fehlung zu einer Ernährungsbera-tung. Dort lernt er u. a., das Es-sen bedarfsgerecht auszuwählen – auch beim Mittagessen im Be-trieb“, berichtet Yvonne Häußer. Veränderung braucht Zeit Das Angebot aus Marketingge-sichtspunkten zu sehen, bedeutet für Yvonne Häußer auch, das eine zu tun, ohne das andere zu lassen. Auch in der BASF sind Bratwurst, Schnitzel und Pommes nach wie vor noch die Renner. Als die Oe-cotrophologin vor drei Jahren ei-nen Veggie-Day einführen wollte, stieß das bei den Essensgästen auf wenig Gegenliebe. Heute setzt sie auf die Politik der kleinen, aber konsequenten Schritte: „Verände-rung braucht Zeit, und wir spüren, dass sich bezüglich der Ernährung bei unseren Mitarbeitern einiges verändert. Inzwischen haben wir z. B. auch den Weg gefunden, ein permanentes vegetarisches Angebot zu etablieren, was heu-te dankend von den Mitarbeitern angenommen wird.“ Yvonne Häußer selbst sieht das Thema Ernährung ganzheitlich – in enger Verbindung mit dem Ge-neralthema Gesundheit. Ihr Ziel ist es, dieses Denken auch bei den Mitarbeitern zu verankern. Ihre Vision ist es, dass die individuelle Bekömmlichkeit stärker im Mit-telpunkt steht und die Menschen sich damit beschäftigen, welches Essen ihnen gut tut: „Ich halte wenig vom reinen Kalorien zäh-len. Unsere Gäste sollen sich lieber fragen, was ihnen und ihrem Kör-per guttut, statt permanent mit der Essensfrage kämpfen. Es geht um mehr Zufriedenheit. Genuss und gesundes Essen schließen sich eben nicht aus“, erläutert sie und resümiert: „Ich möchte mehr Leidenschaft für Essen und Ernäh-rung entfachen – am liebsten flä-chendeckend im Unternehmen.“ Dr. Friedhelm Mühleib/kir Als Kooperationspartner des GVmanager vermittelt der Berufsver-band Oecotrophologie e.V. (VDOE) Experten für redaktionelle Bei-träge, um das ernährungs- und haushaltswissenschaftliche Fach-wissen seiner Mitglieder in die GV zu tragen. Für die Richtigkeit der Beiträge übernimmt der VDOE keinerlei Gewähr. Der Verband vertritt die berufspolitischen Interessen seiner rund 4.200 Mitglie-der aus allen Fachbereichen der Oecotrophologie, Haushalts- und Ernährungswissenschaft. Er arbeitet unabhängig und ohne Verfol-gung wirtschaftlicher Zwecke. www.vdoe.de In hochwertigen Kochkursen vermitteln Yvonne Häußer und die BASF-Köche Kochhandwerk, wie hier im Rahmen des „Genießerkalenders“. 12/2014 GVmanager 29


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