Die nächste Generation Wellness

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Foto: DWV Generation Wellness Herr Hertel, 25 Jahre DWV: Was bedeutet der Geburtstag für die Wellnesshotellerie in Deutschland und vor dem Hintergrund des sich stark wandelnden Wellnessmarkts? Als der Deutsche Wellness Verband (DWV) 1990 gegründet wurde, war der Begriff „Wellness“ in Deutschland noch ein Fremdwort. Aus den USA importiert, habe ich mit dem Verband eine Or-ganisation ins Leben gerufen, die Deutsch-land auf Wellnesskurs bringen sollte. Davon hat auch die Hotelle-rie profitiert. Was viele nicht wissen: Die Well-nessbewegung wurde zwar in den USA geboren, aber das „Wellnesshotel“ ist eine deutsche Erfindung. Der DWV ließ das Anforderungs-profil für Hotels schon 1992 von einer Kom-mission erarbeiten. In den folgenden 20 Jah-ren verlor die Hotellerie aber fast vollständig den Bezug zur Wellnessbewegung und zu unseren Empfehlungen, was sicher auch er-klärt, warum erst so wenige Hotels das Deut-sche Wellness Zertifikat tragen, das wir seit 2002 verleihen. Bis heute wird hierzulande Wellness mit Spa verwechselt, während die internationale Spa-Branche gerade erst er-kennt, wie wertvoll die Annäherung an die ganz anders verortete Wellnessbewegung ist. Jetzt, nach mehr als 20 Jahren, beginnt diese Einsicht auch endlich in der deutschen Hotellerie langsam zu reifen. Ich gebe auch nach 25 mühsamen Jahren nicht auf, Well-ness in seiner wahren Bedeutung gemein-sam mit der Hotellerie zu einem lukrativen Geschäft zu machen. 2012 haben Sie sich bereits im Rahmen Ihrer Tagung mit der Zukunft der Wellnessbranche beschäftigt. Die neue internationale Fachkonferenz im Februar steht unter dem Motto „Next Generation“. Was hat sich der Markt in den letzten zwei Jahren verändert? Wie reagiert der DWV auf die veränderten Wellnessansprüche? Auf unserer Veranstaltung 2012 vergaben wir erstmals die Wellness Innovation Awards für neuartige Produkte und Programme. Das wird es auch 2015 wieder geben, aller-dings auf einer gesonderten Veranstaltung im März. Hotels können sich übrigens mit neuartigen Einrichtungen oder Angeboten ebenfalls um ei-nen der Preise bewerben. Unsere Konferenz „Well-ness Next Generation“ im Februar beleuchtet den Generationenwech-sel bei Anbietern und Gästen bzw. Kunden der Wellness- und Spa- Branche. Die Konzepte der 1990er Jahre haben ausge-dient, das ist vielen Anbietern aber noch nicht aufgefallen. Sie in-vestieren weiter in Bade- und Sauna-Land-schaften und immer neue und kostspielige Hardware-Attraktionen, ohne sich über die gewandelten Gästeansprüche Gedanken zu machen. Aktuellen Studien zufolge laufen schon jetzt über 80 % der gesamten Umsätze im internationalen Wellnesstourismus nicht in der Spa-Hotellerie, sondern in Hotels, die es verstehen, Bedürfnisse von Menschen zu bedienen, für die Wellness ein Lebensstil ist. Um diese Bedürfnisse geht es auf unserer Konferenz mit Referaten und vor allem mit vertiefenden Workshops. Im Juni 2015 orga-nisieren wir dann den Global Wellness Day. Ein Programmpunkt im Februar rückt die Generation Y in den Fokus. Wie lässt sich diese im Spa künftig abholen? Ich möchte den Beiträgen unserer Referen-ten und Workshopleiter nicht vorgreifen. Sie werden gemeinsam mit den Konferenzteil-nehmern konkrete Handlungsempfehlun-gen formulieren. Es ist aber klar, dass noch keine Generation zuvor so sehr an Selbstop-timierung interessiert war wie eben diese Generation Y. Dieser Aspekt ist deshalb so bedeutend, weil er der Kern der echten Well-nessbewegung ist. Junge Spa-Gäste wollen nicht nur gepampert werden. Sie möchten das Beste aus sich herausholen. Sie nutzen Apps für die Optimierung ihres Lebens und sind medial vernetzt, wie keine andere Ge-neration zuvor. Bevor man sie im Spa richtig abholen kann, muss man sie erst einmal auf ihren bevorzugten Wegen hereinholen. All das stellt die Wellness- und Spa-Branche vor neue Herausforderungen, die bewäl-tigt werden müssen. Vielen Dank für das Gespräch. Die nächste Wellness Next Generation: Internationale Fachkonferenz für Wellness und Spa am 22. und 23. Februar 2015 im Gesundheitsresort Freiburg in Freiburg im Breisgau Sonntag, 22. Februar 2015: 14 bis 17.30 Uhr Members only Workshops über: Wellnessintelligenz, Check Wellness!, Juice it!, Spa Lovers zwischen 20 und 30 Montag, 23. Februar 2015: 10 Uhr: Die heimliche Revolution – Wie die Generation Y die Welt verändert (Erik Albrecht) 11.30 Uhr: Wellness programs unlike those you‘ve encounted to date – for new generations (old generations are still welcome) – Transfor-ming the spa menu from been there/done that to wow – this could change my life (Dr. Donald B. Ardell) 12 Uhr: Wellness- und Spa-Hotellerie: Die nächs-te Generation des Erfolgs (Diana Monnerjahn) 12.30 Uhr: Wellness- und Spa-Professionals: Die nächste Generation der Service-Qualität (Souhel El-Achbah) 14.30 bis 17 Uhr parallele Workshops: · A golden opportunity for reinventing destination spas as pleasure centers for learning to revitalize body, mind and primary life purpose (Dr. Donald B. Ardell) · Die besten Strategien, sich als Spa oder Wellnesshotel der neuen Generation zu profilieren (Diana Monnerjahn) · Der perfekte Servicekreislauf Spa (Souhel El-Achbah) Ausführliches Programm und Anmeldung unter www.wellnessverband.de INFO Zum 25. Geburtstag veranstaltet der Deutsche Wellness Verband (DWV) die Internationale Fachkonferenz für Wellness und Spa. Wir sprachen mit Lutz Hertel. wellness 12/2014 37


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