Seniorenheim Haus St. Elisabeth, Anröchte: An einem Strang

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Foto: Hercht Als ein Seniorenheim mit 110-jähriger Geschichte ist das Haus St. Elisabeth in Anröchte eine Einrichtung, die ihren Blick stets auf die Zukunft richtet – egal, ob es um die Pflege oder die Verpflegung von älte-ren Menschen geht. Dass ein Essen auf Rädern, in Kooperation mit der benachbarten Caritas- Sozialstation angeboten wird, war 1997 eine logische Konsequenz. Dabei stellt der Menü-service „kein Gewinngeschäft“ dar, wie Ulrich Mehn, der Leiter der Anröchter Sozialstation erklärt. Vielmehr zähle dies zum Versorgungs-auftrag der Städte und Kommunen, dem zu wenig nachgekommen werde. Ein Beispiel, das aber zeigt, dass mit einem einzelnen Essen auf Rädern auch „Großes“ erreicht werden kann, führt er sogleich an: „In Lippetal gibt es ei-nen Bauern, der von uns ein Essen auf Rädern wollte. Natürlich könnten wir hier auch ab-lehnen und sagen, dass wir nur diesen einen Bürger nicht beliefern. Genau das haben wir gegenüber dem Bürgermeister kommuniziert.“ Einen monatlichen finanziellen Beitrag zur Grundsicherung hat dieser daraufhin zugesagt und unterstützt somit den gesamten Ort und damit auch die Caritas. „Ein einzelnes Essen reicht also manchmal aus, um die Gesellschaft aufzurütteln“, betont Ulrich Mehn. Insgesamt etwa 150 Kunden erhalten täglich ein Essen auf Rädern, das in der Küche im Haus St. Elisabeth zubereitet wird. Zur Aus-wahl stehen drei Gerichte, von denen eines vegetarisch ist. Geprägt ist das Speisenange-bot vor allem durch deftige Küche, die typisch für die ländliche Region ist, sodass hier z. B. Kasseler mit Röstkartoffeln und dicken Bohnen auf dem Speiseplan steht. „Unsere Bewohner, aber auch die Essen auf Rädern-Kunden wollen typische westfälische Gerichte essen“, erzählt Michael Wrobel, der seit Juni 2014 als Küchen-leiter im Haus St. Elisabeth tätig ist und etwa 20 Jahre in der Gastronomie gearbeitet hat. Bei dieser Menge an Essen, die zusätzlich zu den Essen der Heimbewohner sowie des benach-barten Kindergartens zubereitet werden müs-sen, stößt die Küche langsam an ihre Grenzen. „Unter den Voraussetzungen in unserer Küche bringt das Team eine super Leistung“, räumt der Einrichtungsleiter Reinert Hüpper ein. Ende der 90er-Jahre gab es Bestrebungen, die Küche zu schließen. Dagegen wehrte sich die damalige Betriebsleitung erfolgreich. Dass diese Entscheidung richtig war, zeigt die große Nachfrage, der die Küche aufgrund der räum-lichen Gegebenheiten zurzeit gar nicht Herr werden kann. Hand in Hand 2000 wurde die Küche das letzte Mal umge-baut, ein Umbau mit Erweiterung der Räum-lichkeiten sei für das kommende Jahr im Ge-spräch. „Die Küche muss größer werden, wenn wir für die Zukunft gerüstet sein wol-len“, erklärt Reinert Hüpper. Denn es werde so kommen, dass ältere Menschen immer länger zu Hause bleiben, dann aber auf ein Essen auf Rädern angewiesen sind. Zurzeit erfolgt die Auslieferung der Essen auf Rädern in einem Umkreis von etwa 30 km. Etwa 20 Kunden im Alter von ca. 70 Jahren, so erzählt eine Tourenfahrerin, beliefere sie jeden Tag. „Ich kenne alle beim Namen und freue mich jeden Tag darauf, die Tour zu fah-ren“, sagt sie mit einem Lächeln. Bei der Arbeit kommt ihr und ihren Kolleginnen zugute, dass die Mondo-Systeme von Dinner-Max mit farbi-gen Plättchen versehen sind, um die einzelnen Menüs unterscheiden zu können. Zudem seien die Boxen handlich und lassen sich im Auto rutschfest stapeln. Vor Kurzem entschlossen sich die Verantwort-lichen dazu, das bestehende Dinner-Max Menüsystem gegen das aktuelle Mondo zu tauschen. „Wir wollten alle zwischenzeitlich ergänzten Dinner-Max-Teile austauschen, um fortan nur noch mit einer einheitlichen und technisch aktuellen Generation zu arbeiten“, An einem Strang In der Küche des Seniorenheims Haus St. Elisabeth in Anröchte läuft das Küchenteam zur Hochform auf, wenn es auf beengtem Raum für die Verpflegung von u. a. Heimbewohnern, Kindergartenkindern und Essen auf Rädern-Kunden sorgt. 50 GVmanager 11/2014


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