GV-Manager des Jahres - Studentenverpflegung – Lebenswerk: Michael Gradtke, Studierendenwerk Hamburg: Systematisch ans Werk gemacht

GVmanager_11_2014

Fotos: Systematisch ans Werk gemacht Rückblickend betrachtet waren stets wichtige Frauen im Leben von Michael Gradtke „schuld“ an seinem beruflichen Werdegang, von seiner Schwester bis zur „besten Frau seines Lebens“. Trotzdem handelte er weniger fremdbestimmt statt mit System, und betätigt sich demnächst sogar als „Goldgräber“. Mehr Zeit im Flugzeug und Zug zu ver-bringen als Zuhause fand Michael Gradtke eine Zeit lang „schick“. Als er aber „die beste Frau seines Lebens kennenlern-te“, seine heutige Ehefrau Claudia, bekam die Frage „Arbeitest du noch für IKEA, oder lebst du schon?“ eine neue Dimension. Als die Fa-milienplanung systematisch fortschritt, war es höchste Zeit, auch den beruflichen Werde-gang neu zu ordnen. Der Wechsel zum Studie-rendenwerk Hamburg im Jahr 1993 war dabei nicht der erste Schritt, der durch eine Frau angestoßen wurde. „Nach der Kochlehre trieb mich meine damalige Freundin sozusagen in die Systemgastronomie – schließlich wollte ich nicht arbeiten gehen, wenn sie gerade von der Arbeit zurückkam“, erzählt Michael Gradtke. Rückblickend war der Wechsel zu Karstadt ein absoluter Glückstreffer für ihn. „Dort hat man in mir irgendein Führungstalent entdeckt – und gefördert, von dem ich noch nichts wuss-te.“ Seine sehr systematische Denke und struk-turierte Arbeitsweise hat er dort wohl ebenfalls verinnerlicht. Zutage gefördert hat diese Vor-liebe bereits seine Mutter, die – zusammen mit seiner Schwester – auch „schuld“ an seiner Berufswahl ist. Denn hätte seine berufstätige Mutter nicht immer pflichtbewusst das Mit-tagessen vorbereitet und hätte seine Schwes-ter nicht mehr Spaß am Spülen gehabt als am Befolgen der mütterlichen Kochanweisungen, hätte der 12-jährige Michael vielleicht gar nicht entdeckt, wie viel Spaß ihm das Kochen macht. „Ich liebe an dem Beruf das Hand-werkliche – auch wenn ich das inzwischen nur noch privat ausleben kann“, bedauert Michael Gradtke, von dessen Wochenendkreationen, wie opulenten Pastabuffets, man bundesweit schwärmen soll. Schnell wurde er beruflich vom Koch zum Ma-nager, der z. B. bei IKEA das deutschlandweit erste System- und Konzeptrestaurant eröffne-te, erfolgreich zum Laufen brachte und von der IKEA Zentrale aus bundesweit verbreitete – eine Pionierleistung, auf die er sehr stolz ist. Angesichts dieses Backgrounds war der erste Besuch in den damals eher versorgerorientier-ten Mensabetrieben Hamburgs für ihn „ein echtes Erlebnis mit viel Entwicklungspoten-zial“. „Das Qualitätsniveau war bereits gut“, betont Michael Gradtke. Er vermisste vielmehr – wie könnte es anders sein – Strukturen, aber auch das Dienstleistungsverständnis war noch ausbaufähig. „Die ehemals zwölf Mensen wur-den um Punkt 11 Uhr aufgeschlossen, egal wie lange das Essen schon fertig war, und um Punkt 15 Uhr geschlossen.“ Heute sind die 13 Mensen, 13 Cafés und 6 Café-Shops frequenzangepasst von 8 bis 18 Uhr geöffnet, teils auch samstags. Die Café-Shops entlasten dabei mit ihren Snacks und teils kleinen Mit-tagsgerichten auch die Mensen. Dabei war Michael Gradtke mit unter den Ersten, die sich für das neue Thema Café-Shops und den Aus-bau des Take-away-Sortiments begeisterten und deren Potenzial für die Hochschulgastro-nomie erschlossen. Kein Wunder, denn beim Ausloten „cooler Trends“ ist Michael Gradt-ke nicht nur sprachlich nah an seiner jungen Klientel, sondern auch inhaltlich. Dieser gute Draht hat ihn auch zum Motor einer anderen studentischen Idee gemacht, dem KlimaTeller. Das Konzept, das u. a. auf rotes Fleisch und fettreiche Milchprodukte verzichtet, führte das Studierendenwerk 2011 als Erstes ein und Michael Gradtke half dank seiner guten Vernet- zung, u. a. im Hamburger ERFA-Kreis, tatkräftig bei der Verbreitung. Mit derartigen Konzepten setzte er folglich Impulse, die auch die ge-samte Hochschulgastronomie voranbrachten. Zudem entwickelte er die eigene Gastronomie weiter. Seit sieben Jahren behauptet sich die Hochschulgastronomie zudem an einer pri-vaten Hochschule, wo auch mal Ex-Kanzler Helmut Schmidt bekocht wird. Mitarbeitergold bergen Dass seine inzwischen 250 Mit-arbeiter möglichst eigenverant- Foto: Kirchner GV-Manager des Jahres 2014


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