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TRINKtime 06/2014

ist die Herstellung: Dort wird weder Me-lasse noch Saft verwen-det, sondern „sugar-cane-honey“. RUM RUM RUM RUM RUM RUM RUM RUM RUM M RUM RU Dies ist der entstehende Honig oder Sirup, nach der ersten Auszuckerung: man hat einen deutlich höheren Zuckergehalt, der, noch sehr süß, durch die anschließende Fermentation zu Alkohol umgewandelt wird. Aber damit noch nicht genug: Die Reifung erfolgt in 2.332 m Höhe über dem Meeres-spiegel im Solera-Verfahren. Dieses Verfahren, bestens bekannt von Sherry und Brandy de Jerez, wird angewendet, damit man einerseits ein gleichmäßiges Produkt und anderseits den vollen Charakter des Rum erhalten möchte. In Panama gehört zur Gruppe Caribbean Spirits die auch hier bekannte Marke Male-con, die oftmals Kaffeenoten als markante Ge-schmacks- und Geruchsnote erkennen lässt. Ron Abuelo und Ron Zafra, benannt nach dem Wort für Zuckerrohrernte, sind weitere Rum aus Panama (mit spanischer Schreib-weise des Namens Rum: Ron). Letzterer wird im klassischen Säulenverfahren destilliert und reift in ausgewählten Bourbonfässern, was eine hervorragend ausgeglichene Balance zwischen Süße und Trockenheit gewährleistet. Hier sticht insbesondere der 21-jährige deut-lich heraus. Ron Abuelo überzeugt mit seinen 7- und 12-jährigen Qualitäten, beide, zumin-dest teilweise, im Solera System ausgebaut. In Venezuela wird Rum schon seit mehr als 200 Jahren hergestellt. Santa Teresa im Ara-gua Tal gibt es bereits seit 1796 wie auch der Name ihres soleragereiften Rum verrät. Wei-tere Rummarken aus Venezuela sind Diplo-matico aus der Stadt La Miel, in Deutschland besser unter seinem hiesigen Namen Botucal bekannt, mit seinen verschiedenen Abfüllun-gen. Ebenfalls in Venezuela beheimatet sind der dreijährige Ocumare Rum und Cumarey. Machen wir noch einen kleinen Abstecher in die Welt der französischen Rhums, die sich nicht nur durch ihre Schreibweise un-terscheiden, sondern auch in der Produktion eigene Wege gehen. Begonnen haben sie auch auf der Basis von Melasse, aber nachdem Karl von Archand in Europa die Zuckerherstellung auf die Zuckerrübe umgestellt hat, stiegen die Produzen-ten sehr schnell auf die Verwendung des frischen Zuckerrohrsaftes um. Dies ist bis heute die Methode der Wahl, wenn es um die Herstellung der Rhum Agricole geht. Geschmack-lich sind diese Produkte, z. B. die Rhum Agricole von Saint James oder Clement aus Martinique oder die Rhum von Marie Galante aus Guadeloupe sicher mit am interessantesten, aber gleichzeitig auch am gewöhnungsbedürftigsten. Oftmals sind Aromen von frischen grünen Gräsern oder eine kräftige Würzigkeit zu finden, die den Gaumen des Rum-Liebhabers erfreuen kön-nen. Ein Erlebnis, auf das man sich unbedingt einlassen sollte. Die Reise in die Länder des Rum, Ron oder Rhum könnte noch viele weitere Länder erfassen. Mauritius drängt mit neuen Rum auf den eu-ropäischen Markt, ebenso sind auch in Asien durch-aus interessante Rumsor-ten zu finden. Zu nennen seien hier insbesondere der Philippinische Don Papa Rum, ein kräftiger und den-noch extrem süffiger Rum auf der Basis der Melasse des Zuckerrohres der Insel Negros. Man schließt die Augen und die Aromen las-sen uns von Sandstränden auf Jamaika, Zuckerrohrfel-dern in Brasilien oder dem lebenslustigen Treiben in El Floridita träumen. Jürgen Deibel, International Independent Spirits Consultant, Deibel Consultants GmbH Fotos: Saint James, Don Papa Rum 6 6/2014


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