Brainfood: Futter fürs Gehirn

GVmanager_06_07_2014

Illustration: Kantoci Futter fürs Gehirn Eine „gesunde Ernährung“ anzubieten, ist meist mit dem erhobenen Zeigefinger verbunden. „Brainfood“ dagegen klingt trendy und bringt eine unmittelbar nachvollziehbare Wirkung mit – vorausgesetzt es wird richtig zubereitet. Wir stellen die Theorie und Tipps zur Praxis in GV-Betrieben vor. Wäre unser Gehirn wie ein Auto, würden wir laut Andrea Brenner viel bewusster essen. „Wenn die Spritanzeige beim Auto blinkt, tankt man es sofort und gezielt mit dem passenden Treibstoff auf. Eine sol-ches Lämpchen fehlt unserem Gehirn leider, sodass Nachschub leicht verges-sen wird“, veranschaulicht die Dipl.-Oecotrophologin, die Mitglied im VDOE ist. Dass die Leistungsfähigkeit nach dem Mittagessen einbricht, sei folglich kein Wunder aber eine noch oft ignorierte Tatsache, ergänzt Andrea Brenner, die Gastronomien rund um Ernährung und Brainfood berät (www.foodatwork.de). Definition Brainfood Brainfood sollte also unbedingt in die Betriebs-, Schul- und Studentenverpflegung integriert werden, damit die „Kopfarbeiter“ dauerhaft auf Höchstgeschwin-digkeit beschleunigen können. Was bedeutet das konkret? „Eine wissen-schaftlich eindeutige Definition gibt es nicht. Meist werden als Brainfood Nährstoffe bezeichnet, die schlicht gut fürs Gehirn sind“, erläutert Andrea Brenner. Ist Brainfood damit anders und besser als eine ausgewogene, gesunde Küche? „Die Herangehensweise ist eine andere. Während das eine primär dazu dient, Krankheiten zu vermeiden, zielt das andere auf die Leistungsfähigkeit ab – wobei sich die Wirkung schon nach wenigen Minuten und nicht erst Jahre später zeigt“, sagt die Beraterin. „Den-noch sind gewisse Grundlagen gleich.“ Die graue Theorie So sollten die Fette reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren sein, wie sie in hochwertigen Pflanzenölen (Oliven-, Rapsöl) und im Fett von Kaltwasserfischen (Hering, Makrele, Lachs) vorkommen, und nur sparsam dosiert werden. Großzügiger enthalten sein dürfen Ge-müse und wasserreiches Obst, aufgrund ihres Gehalts an Antioxidan-tien, sekundären Pflanzenstoffen und Vitamin C, welche die Gehirnzel-len vor Radikalen schützen. Auch Vollkornprodukte sind sehr empfeh-lenswert, sogar aus mehreren Gründen: vom Ballaststoffgehalt über ihren glykämischen Index bis hin zum Gehalt an Vitamin B1, Eisen und Magnesi-um – alles wichtige Einflussfaktoren des Gehirn- und Nervenstoffwechsels. Soweit alles bekannt. Mehr Eiweiß, weniger Kohlenhydrate Die Hauptfaktoren, die Brainfood ausmachen, sind die Kohlenhydrat- und Ei-weißzusammensetzung. Beim Stichwort Kohlenhydrate als Hirnfutter fällt oft der Begriff Traubenzucker. „Im Blutzuckertief hilft der schnelle Zucker zwar rasch, besser ist es aber, rechtzeitig durch geschickte und dosierte Wahl kohlenhy-drathaltiger Lebensmittel für einen kontinuierlichen Blutzuckerspiegel zu sorgen“, erläutert Prof. Dr. Michael Hamm in der Publikation Brainfood (s. Buchtipp, S. 21). Derartige Langzeitenergie lie-


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