Max-Planck-Institut: Wie viel Information braucht der Gast

GVmanager_06_07_2014

Fotos: Heinz, Archiv Wie viel Information Besucher eines Betriebsrestaurants nutzen bei Weitem nicht alle angebotenen Infor-mationen, sondern machen es sich so einfach wie möglich bei der Essensauswahl. So lautet das Ergebnis einer Studie von Wissenschaft-lern unter der Leitung des Max-Planck- Instituts für Bildungsforschung in Berlin. Sie untersuchten das Entscheidungsver-halten von 56 Besuchern von Betriebs-casinos, die am Computerbildschirm eine Speisenauswahl treffen sollten. Bei der Entscheidung halfen ihnen Bilder der Gerichte sowie Informationen zu Preis, Name der Speisen und deren Nährwerte. Durch die Auswahl am Computer konnten die Forscher genau nachvollziehen, worauf Menschen greifen häufiger zu vita-minreichen Früchten, je öfter sich ihnen die Gelegenheit dazu bietet. Die-se Chance nutzt die Ernährungskampag-ne 5 am Tag und erhöht die „außer Haus“- Verfügbarkeit von Früchten mit frucht@ arbeitsplatz. Ziel ist es, Früchte an den Ar-beitsplatz zu bringen. Dafür bringt die Kam-pagne Anbieter und Nachfrager über eine Internet-Plattform zusammen. Die Frucht-auswahl trifft jeder Teilnehmer individuell. Branchenblick braucht der Gast?  enthält Cashewkerne frucht@arbeitsplatz Als BGM-Investition anrechnen lässt sich auch Obst für Mitarbeiter. die Probanden Wert legten. Die Konsumenten trafen ihre Entschei-dung vor allem nach dem Aussehen der Speisen, deren Namen und Preis. Erst dann wurden Informationen zu Inhaltsstoffen wie Kalorien, Fett, Koh-lenhydraten oder Salz in Betracht gezo-gen. Damit verwendeten etwa drei Vier-tel der Teilnehmer heuristische, das heißt einfache, Entscheidungsstrategien bei der Essensauswahl. „Uns interessierte, wie Menschen mit kom-plexen Informationen umgehen. Dass sie auch bei der Essensauswahl auf einfache Ent-scheidungsstrategien bauen, deckt sich mit Ergebnissen der aktuellen Entscheidungsfor-schung“, sagt der Erstautor der Studie Michael Schulte-Mecklenbeck vom Forschungsbereich „Adaptive Rationalität“ des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung. Der Grund: Damit bewäl-tigen Menschen ihren Alltag besser. Erfahrun-gen aus früheren Essensentscheidungen und das Wissen um Vorlieben helfen bei der Entscheidung. www.mpib-berlin.mpg.de Wie trifft der Tischgast seine Entscheidung? Wissenschaftler untersuchten, welche Rolle Optik, Preis, Name der Speisen und Informationen wie Nährwerte spielen. Die Preise unterliegen gewissen saisonalen Schwankungen, aber es kann davon aus-gegangen werden, dass frucht@arbeitsplatz etwa 50 ct pro Portion und Tag kostet. Zudem stellt die Kampagne eine Prävention dar, die der Gesetzgeber belohnt. Aufwen-dungen „für Leistungen zur Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustands und der betrieblichen Gesundheitsförderung“ sind bis zu 500 E je Arbeitnehmer und Kalenderjahr steuer- und sozialabgabefrei. Leistungen für die betriebliche Gemein-schaftsverpflegung zählen dazu. frucht@ arbeitsplatz ist eine Initiative der 5 am Tag- Kampagne, die mit Mitteln der Bundesre-publik Deutschland und der Europäischen Union gefördert wird und mit der Initiative Fruchthandel durchgeführt wird. www.frucht-arbeitsplatz.de  Asia Chicken Curry  20,6 g KH  339 kcal  laktosefrei  3,60 e 6-7/2014 GVmanager 15


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