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24_Stunden_Gastlichkeit_02_2014

und das teuerste 8,90 €. Jede Woche kre-iert Marlene Richter eine neue Karte, die auf Tafeln präsentiert wird. „Das Drucken wäre Papierverschwendung, weil sich die Karte jede Woche ändert“, sagt sie. Und so würden sich die Gäste umschauen und auf den Tafeln lesen. Auf den Tischen stehen zusätzlich Tafeln mit den Mittagsangebo-ten. Im Sommer sei außerdem draußen eine große Angebotstafel aufgestellt. Über die eigene Homepage, Facebook und Twitter informiert Marlene Richter ihre Gäste vor allem über die Angebote, appetitliche Fotos inklusive. Als Inspiration für ihre Gerichte gehe sie oft in anderen Häusern essen: „Viermal die Woche – nicht riesig – und meist studiere ich erst einmal eine halbe Stunde lang die Kar-te“, sagt sie. „Was mir im Gedächtnis bleibt, kombiniere ich auf meine Weise.“ Regelmäßig liest sie in Food-Portalen, vor allem in internationalen, und Fachzeitschriften. Charmant und individuell Marlene Richter ist gelernte Restaurant-fachfrau. Ihre Ausbildung hat sie bei Möven-pick absolviert und war danach in diversen Restaurants tätig. Mit dem zusätzlichen Ab-schluss als Hotelbetriebswirt (IHK) war sie bei Marché Teamchefin, und „irgendwann wollte ich meine Ideen nicht mehr für an-dere hergeben“, erklärt sie den Grund ih-rer Selbstständigkeit. 2012 eröffnete sie im Prenzlauer Berg ein kleines Café, das kon-zeptionell der „Stulle“ nahe kommt. „Lei-der bin ich dort von den Vormietern und dem Makler betrogen worden.“ Nach der Schließung „habe ich sechs Monate Geld verdient, wo ich nur konnte.“ Und schließ-lich fanden sie und ihre Freundin Anne Wiedelmann, die heute die Köchin in „Die Stulle“ ist, den neuen Standort nahe des Savignyplatzes in Berlin-Charlottenburg. Das Interieur ihres Ladens ist nicht von der Stange. Alte, hölzerne Kinositze, mit Kaf-feesäcken bezogenen Stühle und ein Kris-talllüster – ein Sammelsurium liebevoll zu-sammengestellter Möbel bildet den sympa-thischen Rahmen für das Stullenessen. „Bei der Einrichtung haben alle meine Freunde mitgeholfen“, berichtet sie. Unter Kontrolle Seit der Eröffnung im März 2013 hat sie das Angebot erweitert: „Das Frühstück haben wir stark ausgebaut. Für den Nachmittag gibt es seit einem halben Jahr neben dem Kuchen selbstgebackene Torten, auch die werden sehr gut angenommen.“ Geöffnet hat „Die Stulle“ von Montag bis Freitag, 9 bis 21 Uhr, Samstag und Sonntag Unweit des Ku‘damms führt Marlene Richter ihr Café mit liebevoller Einrichtung. von 10 bis 20 Uhr. Im Team arbeiten sie und ihre Freundin in Vollzeit, außerdem acht Teilzeitkräfte, die Minijobber und Kleinun-ternehmer sind. „Die meisten Mitarbeiter sind über Empfehlungen zu uns gekom-men“, sagt Marlene Richter. Sie selbst arbei-te vor allem in den Stoßzeiten, also am Wo-chenende und über Mittag, im Service mit. „Wir möchten das gemütliche Wohnzimmer im Kiez sein“, erklärt Marlene Richter. Sie schätzt den Anteil der Stamm-gäste, die mindestens fünfmal pro Woche hier sind, auf 70 %. „Zuerst möchte ich, dass hier im Laden die Strukturen und Abläufe perfekt funktionieren. Und dann sehe ich weiter.“ Das Catering ist ein wei-teres Standbein mit Potenzial, schätzt sie. Mit aktuell fünf bis sieben Lieferungen pro Woche und monatlich einer großen Veran-staltung sei der Umfang derzeit in Ordnung und machbar für sie und ihr Team. Heike Sievers www.die-stulle.com PROFI-PARTNER: • Bier: Augustiner, Tannenzäpfle • Cash&Carry: Metro • Fleisch: Emil Roloff • Gewürze: Wiberg • Glaswaren: Spiegelau • Kaffee: Moema • Kaffeemaschine: Sanremo • Kassensystem: Bistro-Cash • Softdrinks: fritz-kola • Spirituosen: Preußische Spirituosen Manufaktur • Spültechnik: Winterhalter • Tee: J.J. Darboven/Eilles Tee • TK-Produkte: Langnese KONZEPT DIE STULLE – BERLIN Café und Restaurant mit Fokus auf Brot in kreativen Varianten (bestrichen, als Grundlage warmer Gerichte, als Beilage). Ganztagesgeschäft, deshalb auch Café- Betrieb. l Inhaber: Marlene Richter l Mitarbeiter: 10 l Plätze: 50 (innen), 30 (außen) l Durchschnittsbon: 5 bis 8 € ERFOLGSFAKTOREN: ➙➙ Persönlicher Kontakt zu den Gästen ➙➙ Sauberkeit im Lokal ➙➙ Qualität der Produkte ➙➙ Kreativität der Gerichte ➙➙ „Alles hausgemacht, und das schmeckt man“ 33 Fotos: Die Stulle, Sievers


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