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24_Stunden_Gastlichkeit_02_2014

sie den Hof. 1873 gründete Anton Schuster die erste Brauerei in Aying. Auf der Ostseite des Sixthofes entstand ein kleines Sudhaus mit Gewölbekeller und eigenem Bieraus-schank: das heutige Bräustüberl. Als Anton Schuster 1890 starb, musste sein gerade 20-jähriger Sohn Kaspar den Sixthof samt Brauerei übernehmen. Vermutlich waren es die Schulden aus dem Bau der Brauerei, die zum Ruin des Hofes sowie zum Verkauf der einzelnen Gebäude führten. Der Hof ging zunächst an einen Brauereibesitzer im nahen Siegertsbrunn. Am 30. Oktober 1897 erwarb ihn schließlich Johann Liebhard. Bis 2012 legte die Familie Inselkammer die Bewirtschaftung des Bräustüberls in die Hände engagierter Pächter und das ehema-lige Sudhaus des Sixthofes entwickelte sich zum beliebten Ausflugsziel. Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts wurde es – damals als „ Zehentmairgarten“ – in regionalen Wan-derführern empfohlen. Bereits 1963 ließ Franz Inselkammer das in die Jahre gekommene Gebäude auf dem alten Gewölbekeller neu errichten. Mit der jüngsten Renovierung 2013 kehrte das Bräustüberl zu seinen Wurzeln zurück: zu einer Schankwirtschaft, in der der Genuss eines frisch gezapften Biers und einer zünf-tigen Brotzeit seit mehr als hundert Jahren Tradition hat. Deftig & bodenständig Im gemütlichen Gastraum und dem Bier-garten genießen Gäste die Biere frisch ge-zapft. Einheimische und Ausflügler aus dem Umland treffen sich an Holztischen zu einer deftigen Brotzeit und bayerischer Haus-mannskost. Im Ayinger Bräustüberl wird unter der Leitung von Alexander Moosbauer die bayerische Küche klassisch interpretiert, deftig und bodenständig. Die Gerichte sind meist einfach, aber wie das Bier immer aus regionalen Produkten und Zutaten. Würste und Fleisch stammen von Metzgern aus der nahen Umgebung. Zur Brotzeit findet sich alles, was der Gast erwartet: Vom Geräucherten und dem sau-ren Aying Hotel Brauereigasthof Foto:Presssack bis zum Obatzden, garniert mit Radi, Radieserl und Schnittlauch. Auch 24 Stunden Gastlichkeit 2/2014 17 das Geselchte und das Gebratene schme-cken nach Hausmannskost. Im Mittelpunkt steht aber das „Brot der Bayern“: Das Ayinger Bier. Musikantenfreundlich Im Ayinger Bräustüberl wird jeden ersten Dienstag im Monat der Musikantenstamm-tisch abgehalten. Die Wirtsleute ermögli-chen und wünschen in ihrer Gaststätte das spontane, lebendige Singen und Musizie-ren. Der Wirt erhofft sich davon eine gute Atmosphäre und gibt deshalb den Sängern und Musikanten eine Möglichkeit, zwang-los und frei von Bühnenperfektionismus für eine gute Unterhaltung zu sorgen. Honorare werden nicht bezahlt, dafür hält der Wirt Sänger und Musikanten zechfrei, sofern die Zahl der Musizierenden in ei-nem vernünftigen Verhältnis zur Zahl der Wirtshausgäste steht. Im Idealfall werden die Musikanten von den begeisterten Gäs-ten versorgt. Um die Wirtsleute vor Forde-rungen der Verwertungsgesellschaften wie GEMA zu bewahren, darf in musikanten-freundlichen Wirtshäusern nur überlieferte, urheberrechtsfreie Volksmusik gespielt und gesungen werden. Gefeiert wird im Bräustüberl nicht nur das musikalische Kulturgut, sondern auch tradi-tionelle Namenstage wie Josefi (19. März), Johanni (24. Juni), Stefani (26. Dezember) und natürlich Franz von Assisi, der Na-menstag des heutigen Bräu von Aying. Am Abend gibt es zu Ehren der Namenstags-kinder zünftige bayerische Musik. www.ayinger-braeustueberl.de KONZEPT AYINGER BRÄUSTÜBERL – AYING Bayerische Schankwirtschaft mit traditioneller Küche. l Betriebsleiter: Alexander Moosbauer l Mitarbeiter: 21 l Plätze: 120 (innen), 500 (außen) l Durchschnittsbon: 13 € ERFOLGSFAKTOREN ➙➙ Traditionelle bayerische Küche ➙➙ Ausschank des eigenen Bieres ➙➙ „Musikantenfreundlich“ ➙➙ Touristisch attraktive Lage PROFI-PARTNER • Bier: Brauerei Aying • Eis: Langnese • Gläser: Sahm • Großhändler: Transgourmet • Kaffee: Dallmayr • Kassensystem: Micros-Fidelio • Saft: Wolfra • Spültechnik: Winterhalter


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