Logistikkonzept: Direkt, Frisch, Systematisch

GVmanager_01_02_2014

Foto: DFS dewender food service Interview Direkt, Frisch, Systematisch Mit DFS dewender food service hat Stephan Dewender ein neues Logistikkonzept für den GV-Markt entwickelt, das im November 2013 den operativen Betrieb aufgenommen hat. Das Ziel ist, durch Kooperationen die Effektivität und damit Profitabilität der teilnehmenden Unternehmen zu steigern. Zentrallagerkonzept bei DFS aktiv nutzen: Die Sortimente werden z. B. breiter, die Verfügbarkeit beschleunigt, das Waren-risiko gemindert und gleichzeitig herstel-ler- und händlerübergreifend Syner-gien geschaffen. Das bedeutet reibungslosere Abläufe, mehr Verbraucherorientierung und gleichzeitig echte Kosteneinsparung (weniger gefahrene Kilometer, größere Stoppwerte, etc.). Ein Bei-spiel: Ein besonderer Artikel für das Jubiläum eines Gasts (z. B. Champagner) kann be-reits vom Hersteller zum Händler innerhalb kurzer Zeit auf der Palette „Ein Zentrallager-konzept Konfitüre mitgeliefert werden – ohne, dass gesonderte Kommissionierung oder ein extra Transport teuer bezahlt werden müssten. Wie wirkt sich das System auf bisherige Rabatt- und Rückvergütungsmodelle aus? Der Verbraucher möchte bedarfsgerecht be-liefert werden. Seine Handelspartner sind zuständig für die vollständige und pünkt-liche Versorgung mit allen Speiseplan-bestandteilen. Hier werden beim Handel entweder Sicherheitsbestände aufgebaut, bestimmte Sortimente schnell und teuer „dazubeschafft“ oder gar nicht erst ange-boten. Oftmals muss ein weiterer (Spezial-) Händler beauftragt werden, der natürlich für einen Kleinstauftrag ganz andere Kos-ten produziert, als ein „Vollsortimenter“ mit großen Stoppwerten. Die Rabatte und Rückvergütungen werden sich nicht mit ei-nem Schlag um X % verändern, aber es wird eine Kostenführerschaft der beteiligten Her-steller und Händler entstehen. Vor allem bei Randartikeln (= Langsamdrehern) wird die Flexibilität am deutlichsten – hier reduziert sich das Warenrisiko für den Händler am meisten. Die 20 % Rennerartikel, die übli-cherweise 80 % des Umsatzes ausmachen, könnten theoretisch von reinen Logistikern/ Spediteuren ohne große Waren- und Sorti-mentskompetenz geliefert werden. Da der Verbraucher für seinen Speiseplan aber auch die 80 % der Artikel benötigt, die die letzten 20 % des Umsatzes darstellen, darf man die-se beiden Blöcke nicht trennen – denn dabei produziert man „doppelte Kosten“. Danke für das Gespräch! lan KARRIERE à la carte Berufsbegleitend weiterbilden Fachwirt im Gastgewerbe (IHK) Gastronomiebetriebswirt Betriebswirt für Systemgastronomie Catering Management Anerkannte Abschlüsse IST-Studieninstitut | www.ist.de Herr Dewender, wie unterscheidet sich DFS vom klassischen Logistikkonzept des Großhandels? DFS ist eine „Neuentwicklung“, die der GV-Markt schon lange hätte haben sollen. Im LEH oder Discount existieren Zentrallagerkonzepte pro Unternehmen, da z. B. Rewe oder Aldi als einzelne Unternehmen mittlere zweistellige Milliardenumsätze pro Jahr generieren. Im deutschen GV-Markt er-lösen rund 5.000 Zustell- Großhändler etwa 7 Mrd. E Umsatz. Im C&C-Markt ist das Volumen (die Metro ausgenommen) in vergleichbarer Höhe und über viele klei-ne Marktteilnehmer verteilt. Um die stabile Herstelleranzahl und weiter steigende Ar-tikelvielfalt adäquat abdecken zu können, benötigen die Beteiligten der gesamten Prozesskette (d. h. Hersteller – Lagerhal-ter – Großhändler – Verbraucher) eine Op-timierung nach Vorbild der oben genann-ten Branchen. Hier kann es aber nur eine „neutrale Plattform“ geben. Diese ist von reinen Logistikern schwer bzw. gar nicht zu installieren, da es ein recht kleiner und immer noch persönlicher Markt ist. Daher kombiniert DFS die Optimierungen in den Bereichen Lagerhaltung und Versandbe-reitstellung der Hersteller mit der Vertriebs- und Logistikoptimierung in Richtung Han-del und C&C. Was ändert sich für den Großverbraucher beim Bestellprozess bzw. dem Sortiment? Der Verbraucher ist kein direkter Kunde von DFS, sondern bezieht nach wie vor sei-ne Waren vom Handel. Dabei hat er aber einige Vorteile, wenn er mit Herstellern und Händlern zusammenarbeitet, die das schafft hersteller- und händlerübergreifen-de Synergien.“ Stephan Dewender 1-2/2014 GVmanager 31


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