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TRINKtime_01_2014

Der typische Riesling zeigt eine blassgel-be, ins grünlich-gelbe tendierende Farbe, im Duft dominieren Pfirsich oder Apfel, im Mund spürt man eine rassige Säure. Rieslinge von Schieferböden lassen eine mineralische Note erkennen, manche Weine riechen nach Feuerstein, altersgereifte Gewächse weisen häufig einen Petrolton auf. Rieslinge sollten frühestens ein Jahr nach der Ernte getrun-ken werden, viele erreichen ihre optimale Trinkreife erst nach einigen Jahren. Die La-gerfähigkeit von Spitzenweinen ist nahezu unbegrenzt. Viel Potenzial „Riesling hat ein Alleinstellungsmerkmal in Deutschland und gelingt bei unserem ge-mäßigten kühlen Klima besonders aroma-tisch“, weiß Jasper Bruysten, Betriebsleiter und Kellermeister im Weingut Altenkirch in Lorch im Rheingau. Keine andere Rebsorte spiegle das Terroir so gut wider wie der Ries-ling. Aufgrund der Säurestruktur eignet sich die Rebsorte für hochwertige trockene und halbtrockene Weine, aber auch für edelsüße Spezialitäten. „Es steckt noch viel Potenzial im Riesling, der zurecht eine Renaissance erfährt“, erklärt er. Die Rieslingreben des Weinguts wachsen auf kargen Schieferver-witterungsböden und Quarzit. Die Weinber-ge werden aufwändig in Handarbeit bewirt-schaftet und selektiv gelesen. Die Weine sind besonders fruchtig, würzig und mineralisch. Auch Dr. Tom Drieseberg, Geschäftsfüh-rer der Weingüter Wegeler, ist ein großer Riesling-Fan. „Die Begeisterung für diese Rebsorte kommt aus ihrer Komplexität, die drei Dimensionen umspannt“, erklärt er. So könne man Rieslinge von einfacher Qualität bis hin zur absoluten Weltspitze bekommen. „Sie können blutjung genossen werden und gleichzeitig können große Rieslinge, die mehrere Dekaden oder gar Jahrhunderte alt sind, pure Begeisterung auslösen.“ Hat man dies verinnerlicht, kommt noch die dritte Dimension: die Restsüße. Von komplett tro-cken bis über 400 g Restsüße spannt Riesling über eine Breite, die keine andere Rebsorte der Welt zu bieten hat, ist er überzeugt. „Ge-nau diese drei Dimensionen machen auch unsere Rieslinge so spannend“, weiß Dr. Tom Drieseberg: Vom jungen Alltagsriesling für jeden Geldbeutel, dem großen trockenen Riesling von Weltformat, wie Geheimrat „J“, bis hin zu Weinen aus der Vintage-Collection, die mehrere Jahrzehnte reifen durften. „Im Übrigen sollte man bei aller Begeisterung für die nachwachsende Riesling-Generation nie vergessen, dass es Dutzende von traditionel-len Weingütern aller Anbaugebiete Deutsch-lands gibt, die seit Jahrzehnten Riesling von Weltniveau produzieren und das auch in ei-ner Zeit, in der Riesling nicht hip oder ,sexy‘ war“, erinnert der Weinmacher. Region schmecken Seit dem Frühjahr 2005 besitzt der Leaders Club eigene Weinberge – ehemals brachlie-gende Steillagen an der Mosel. Der Zusam-menschluss führender Gastronomen und Entscheidungsträger der Industrie hat aktuell 125 Mitglieder, davon über 70 Gastronomen mit mehr als 500 Betrieben. Dessen Wein-projekt leistet gleich in mehrfacher Hinsicht einen nachhaltigen und unterstützenswerten Beitrag. Gemeinsam mit den behinderten Mitarbeitern des Cusanus-Hofguts trägt der Leaders Club zur Erhaltung der Kulturland-schaft der Moselsteillagen bei, die zum Wein- Weltkulturerbe zählen. Mit den Wein Camps engagiert man sich zudem für die Nach-wuchsförderung in der Gastronomie. Betreut wird das Projekt Mutmacha! von Leaders Club-Vorstand und Winzer Andreas Bender, der als Sohn eines Rebveredlers von Kindes-beinen an im Weingarten mitarbeitete. Dabei entstehen zwei Weine und ein Sekt, darunter auch der Riesling Mutmacha!. In der Nase finden sich Aromen von Zitrus, Holunder und weißem Pfirsich, die sich am Gaumen mit einem Hauch von Grapefruit und einer gut eingebundenen Säure widerspiegeln. SissiS ist eine junge Regionalmarke aus dem Fünf- Seen-Land in Oberbayern. „Für den Start im Juli 2013 haben wir nach einem Aus-hängeschild für unsere Produkt-palette gesucht, mit der wir auch die Gastronomie, als unsere Hauptzielgruppe, ansprechen können“, erklärt Oliver Bischoff, Verantwortlicher für die Produktentwicklung bei SissiS. „Aufgrund unserer per-sönlichen Verbindung zu dem Winzer Dr. Martin Tesch sind wir auf das Thema Wein gestoßen.“ Für Bier, Milchprodukte, Säfte und Riesling viele andere Spezialitäten ist das Gebiet rund um den Starnberger See bekannt, aber Wein fehlte noch auf der kulinarischen Landkarte. So entstand die Idee, einen Riesling speziell für die Weinliebhaber im Alpenvorland zu kreieren. „Inzwischen können wir aus den Rückmeldungen der Gastronomie sagen, dass es mit SissiS Edition Edelweiß gelingt, für den Gast einen noch engeren Bezug zur Region herzustellen“, weiß Oliver Bischoff. Ein Grund dafür ist auch der Name SissiS, der sich an Elisabeth Herzogin in Bayern und spä-tere Kaiserin von Österreich anlehnt, die im Schloss Possenhofen am Starnberger See ihre Jugend verbracht hat. Basis für die mineralisch dichten Sybille Kuntz Mosel-Rieslinge sind überwiegend wurzelechte Reben in besten Steillagen. Der größ-te Teil der Weinbergsfläche liegt in der Lage Niederberg-Helden in Lieser, eine Steillage, die schon in der napoleonischen Lagenklassifizierung von 1804 mit höchster Bonität be-wertet wurde. Seit 1990 praktiziert das Wein-gut ökologischen Weinbau und ist seit 2013 als Bio-Weingut zertifiziert. Der Qualitätswein ist eine Cuvée aus den Weinlagen Kardinals-berg und Weißenstein in Bernkastel-Kues. Der Kabinett ist ein Wein, dessen Trauben überwiegend von alten Reben im Steilhang des Paulstales in der Lage Lieser Schlossberg geerntet werden. Der Spätlese ist ebenfalls trocken ausgebaut und wird meist gegen Ende Oktober gelesen. teo Mehr Weine entdecken? www.deutscheweine.de www.leadersclub.de www.sissis.eu www.sybillekuntz.de www.wegeler.com www.weingut-altenkirch.de 1/2014 9 Foto: Deutsches Weininstitut


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