BIOWEIN - Weniger ist mehr

TRINKtime_01_2014

Weniger ist mehr Unter Winzern ist „Weniger ist mehr“ ein völlig legitimes Motto und kei-neswegs anstößig zu verstehen. Als Anstoß darf man aber ein starkes Verlangen nach Qualität und ein unglaubliches Stre-ben nach besten Erzeugnissen sehen. In der Weinwelt ist es gang und gäbe der Qualität mehr Bedeutung zu schenken als der Quan-tität. Im Laufe der vergangenen Jahre haben sich unter den Weinerzeugern, die sowieso schon Wert auf hohe Qualität ihrer Weine legen, vereinzelte Winzer darauf spezialisiert, aus „noch weniger“ „noch mehr“ zu ma-chen. Die Rede ist von Bio-Winzern. Im konventionellen Weinbau werden die Rebsorten über das Jahr verteilt mehrmals mit pilztötenden Mitteln behandelt. Winzer, Weingüter und Genossenschaften mit Aus-richtung auf Bio-Weinbau verzichten auf die Verwendung dieser Pestizide zur Schädlings-bekämpfung. Bio-Wein zu erzeugen bedeu-tet auch, schon bei der Auswahl des Saatgu-tes und dem Anbau den umweltfreundlichen Weg zu wählen und sich bis zur Abfüllung an strenge Richtlinien zu halten. Seit 2012 unterliegt der Bio-Anbau einer strengen Zertifizierungspflicht. Weinqualität entsteht aber nicht durch ein Zertifikat. Sie entsteht eben da, wo „weniger“ zu „mehr“ wird, im Weinberg. Ein reduzierter Ertrag, der Rebschnitt und die strenge Selektion der Ernte sind die essenziellen Faktoren für BioWeinbau. Die Zertifizierung mit ihren Richtlinien dient an erster Stelle der Schonung der Umwelt. Be-sonders ein fruchtbarer Boden stellt die Basis für sein Schaffen dar. Wie widerstandsfähig die Weinrebe gegenüber Schädlingen und Krankheiten ist, hängt unmittelbar mit der Be-schaffenheit, Gesundheit und Versorgung des Bodens zusammen.Bio-Winzer nehmen auf natürlichem Wege Einfluss auf diese Umstän-de, indem dem Boden durch die zusätzliche Einsaat von Mischungen aus Hülsenfrüchtlern und Gräsern Stickstoff zugeführt wird. Hinter dieser Art der Bewirtschaftung steht der Ge-danke, eine möglichst große Artenvielfalt im Ökosystem zu erreichen. Man kann diesen Teil der Winzerei auch als unsichtbaren Teil bezeichnen. Der sichtba-re Teil hingegen ist der, der selbstredend oberhalb der Erde passiert. Neben den klassischen Rebsorten wird stetig mehr mit Neuzüchtungen gearbeitet, die in Fachkrei-sen PiWi (pilzwiderstandsfähige Sorten), in-terspezifische Sorten („zwischen den Arten“), Hybriden oder einfach ökologische Rebsor-ten genannt werden. Sie entstanden aus Kreuzungen zwischen verschiedenen Arten. Über die Jahre ergaben sich dadurch Sorten wie Regent, gezüchtet aus Diana (Silvaner x Müller-Thurgau) x Chambourcin, Acolon, gezüchtet aus Blauer Limberger x Dornfelder, oder Souvignier Gris, gezüchtet aus Cabernet Sauvignon x Bronner (Merzling x Gm 6494 (Zarya Severa x St. Laurent)). Auch wenn es unzählige Vertreter gibt, ver-spricht man sich nicht bei allen langfristig Erfolg. Eine der wenigen Neuzüchtungen, die sich durchgesetzt hat und der ein hohes Potenzial nachgesagt wird, ist Regent. Die Weine aus biologischem Anbau sind längst nicht mehr ein Nischenprodukt aus Reformhäusern. Gastronomen bieten sie wie selbstverständlich an – weil sie besser schmecken. Foto: Messe Düsseldorf / Constanze Tillmann Mehr Infos rund um Bioweine gefällig? www.bio-siegel.de www.demeter.de www.ecovin.de Aktuelles rund um Weine gibt es unter: www.gastroinfoportal.de/wein Biowein


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