Herz- und Kreislaufzentrum, Rotenburg a. d. Fulda: Patentierte Ernährung

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Patentierte Ernährung Die Küche des Herz- und Kreislaufzentrums Rotenburg a. d. Fulda hat sich schon seit Jahren einer gesundheitsfördernden Kost verschrieben. Um diese gegenüber den Patienten besonders kenntlich zu machen, hat das Zentrum sie nun als Herz- und Kreislauf-Vitalkost patentieren lassen. haben wir zudem den Salzanteil der Kost auf max. 7 g pro Tag heruntergefahren. Können die Patienten auch nicht patentier-te Gerichte wählen? Alle vier Menülinien sind nährstoffoptimiert berechnet, werden so zubereitet und ange-boten. Beim Frühstück- und Abendessen-buffet können die Patienten aber eigenver-antwortlich über die Quantität und auch die gewünschten Komponenten entscheiden. Über die Qualität entscheiden die Ernäh-rungsverantwortlichen. Die Entscheidung pro Herz- und Kreislauf-Vitalkost erleich-tern sollen dabei Hinweise an der Menübei-spielwand oder am Buffet. Könnten interessierte Kliniken Ihre Kost, nach Ihren Rezepten, nachkochen und mit dem patentierten Begriff werben? Eine interessante Frage, die wir uns so noch nicht gestellt haben. Beim Patentschutz für Rezepte handelt es sich aber oft auch um ein Missverständnis. Denn bei der Herz- und Kreislauf-Vitalkost® geht es um eine Markenanmeldung, die beim Deutschen Patent- und Markenschutzamt registriert ist. Ein Patent ist immer dann wichtig, wenn die Erfindung neu, für möglichst viele Men-schen nützlich und praktisch umsetzbar ist. Unabhängig davon überlegen wir tatsäch-lich, die Rezepte der Herz- und Kreislauf- Vitalkost® zum Nachkochen in einem Koch-buch zusammenzufassen. Herzlichen Dank für das Gespräch! kir Sie wollen wissen, wie ein Rezept der patentierten Kost konkret aussieht? www.gastroinfoportal.de/hkz-vital ➘ Anforderungsprofil der Herz- und Kreislauf-Vitalkost® Nährwertprofil: Energiegehalt 2.058 kcal, max. 70 g Fett (SFA und PUFA < 21,5 g, MUFA > 21,5 g), max. 82 g Eiweiß, 41 g Ballaststoffe, 1.117 mg Calcium, 227 mg Vitamin C Zutaten: ◗ Fleisch 2- bis 3-mal/Woche ◗ Fisch 2-mal/Woche ◗ Vegetarisch 2- bis 3-mal/Woche ◗ Müsli 4-mal/Woche ◗ Buchweizen 1-mal/Woche ◗ Raps- und Olivenöl (warme Küche) ◗ Rapskern- und Walnussöl (kalte Küche) ◗ Nahrungsmittel mit wenig Salz, salzarme Wurstsorten, keine Konserven Damals hat sich das HKZ der Verantwortung gestellt, eine vollwertige Verpflegung um-zusetzen, indem es sich der Gütegemein-schaft des RAL anschloss, der heutigen Gü-tegemeinschaft Ernährungs Kompetenz e.V. (GEK). Die Grundlagen für ein zertifiziertes Speisen- und Beratungsangebot nach den RAL Anforderungen wurden in den Jahren 1999 bis 2001 gelegt. Das bedeutet u. a., dass die Speisen die D-A-CH Referenzwerte er-füllen und so bestimmte Nährwertvorgaben einhalten. Einige Jahre später entschloss sich das HKZ zur Teilnahme am Modellpro-jekt Klinische Ernährungsmedizin (DAEM), das das Ziel verfolgt, die Ernährungsmedizin in die praktische Medizin zu implementie-ren. Hierfür lässt die Küche ihre Speisen so-gar lebensmittelchemisch kontrollieren und die tatsächlichen Inhaltsstoffe, wie Vitamine, analysieren. Die guten Erfahrungen und Er-gebnisse ermutigten die Klinik schließlich zur eigenen Kostform: Herr Gathmann, was hat Ihre Herz- und Kreislauf-Vitalkost® zum Inhalt? Darunter verstehen wir eine ausgewogene Ernährung mit frischen Zutaten, hochwer-tigen Lebensmitteln und dem sinnvollen Wechsel von Fleisch, Fisch und vegeta-rischen Produkten. Alle lebenswichtigen Fettsäuren werden beachtet, als Öl zum Einsatz kommen u. a. regionales Rapsöl und Walnussöl. Fleischgerichte gibt es nur zwei- bis dreimal pro Woche, die Mengen haben wir zudem reduziert z. B. auf 120-g- Steaks oder 80-g-Frikadellen. Durch den Austausch salzreicher Wurst gegen selbst-gemachten Braten und Gemüseaufstriche und die Reduzierung von Konservenware Foto: HKZ Von der Krankenhausverpflegung zur Ernährungstherapie zu gelangen, das peilt das Herz- und Kreislaufzentrum (HKZ) Rotenburg a. d. Fulda langfristig an. Daher setzt die Klinik auch „weiterhin auf den eigenen Herd, statt auf externe Versor-gungsdienstleister“, wie Geschäftsführer Ulrich Hornstein betont. Konsequent gesund Seit Februar 2013 ist die besondere Verpfle-gungsphilosophie als Herz- und Kreislauf- Vitalkost® patentiert, etwas, das laut Versor-gungsleiter Uwe Gathmann (Bild., r.) seines Wissens nach einmalig in Deutschland ist. „Dieser Schritt ist für uns das i-Tüpfelchen des bisherigen Wegs“, resümiert er. Einge-schlagen wurde die Richtung bereits 1985. Vitale Küche 12/2013 GVmanager 27


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