Transparenz - Lebensmittelkennzeichnung; Kommt der Reisepass für Fleisch?

GVmanager_10_2013

Fotos: Archiv Ob maximale Transparenz oder ein-fach nur makaber – bei der Vermark-tungsidee von „Meine kleine Farm“ scheiden sich die Geister: Von ihren Pro-dukten, sei es Leberwurst, Sülze oder Mett im Glas, lacht einen das Gesicht des „glück-lichen Schweins“ an, das dafür sterben durfte. Die Mission dahinter: Auf anonymes Massenfleisch zu verzichten und „Fleisch mit Gesicht“ zu kaufen, bringe gutes Karma – für sich, die Tiere und den Rest der Welt. Einen Trend in diese Richtung, wenn auch nicht so extrem, haben auch Prof. Dr. Achim Spiller und M. Sc. Gesa Busch von der Fa-kultät für Agrarwissenschaften an der Uni Göttingen festgestellt. Ihrer Studie zufolge wollen die Deutschen die Herkunft der Fleischprodukte kennen, die auf ihren Tel-ler kommen. Vorbild Rindfleisch? Mit der Rindfleischetikettierung, die für den LEH aber auch den Großhandel verpflich-tend ist, sind diese Informationen dem End-verbraucher und auch dem Küchenleiter beim Rindfleischkauf bereits zugänglich. Eingeführt wurde sie infolge der BSE-Krise. Seit September 2000 müssen nun Schlacht-, Zerlegeort und der Name des Staates, in dem das Tier geboren und aufgewachsen ist, angegeben werden. Mit der Lebensmittelinformationsverord-nung von 2011 wurde schließlich beschlos-sen, die Herkunftskennzeichnung auch auf unverarbeitetes Schweine-, Geflügel- so-wie Schaf- und Ziegenfleisch auszuweiten. Entsprechende Durchführungsrechtsakte muss die Europäische Kommission bis zum 13. Dezember 2013 erlassen. Dabei soll auch die Praktikabilität sowie eine Kosten-analyse für Produzenten und der Nutzen für Käufer bzw. Endverbraucher berück-sichtigt werden. Ab Dezember 2014 sind diese Angaben verbindlich anzugeben. Um die Folgen derartiger Kennzeichnungen besser einzuschätzen, lässt die EU-Kom-mission eine Machbarkeitsstudie durchfüh-ren. Denn bereits im Vorfeld fürchten viele Unternehmen und Branchenvertreter, dass diese Transparenz zu hohen Kosten führt, da Investitionen in ein Rückverfolgbarkeits-system notwendig wären. Umsetzung unklar Wie genau der Herkunftsort bei der dis-kutierten Kennzeichnung angegeben wer-den soll, ist noch unklar. Von „Herkunft Kommt der Reisepass für Fleisch? Geboren in Schleswig-Holstein, aufgewachsen in Oberbayern, geschlachtet in Dubai, verarbeitet in Marokko und verpackt in Polen – wird die Fleischetikettierung bald Fleischprodukten besteht soll Tierschutz Herkunft von beim Die doch aussehen?Informationsbedarf. auch werden, transparenter so noch 48 GVmanager 10/2013


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