Nachhaltigkeit - Wasserflußabdruck: Verstecktes Wasser

GVmanager_10_2013

Wasserfußabdruck Verstecktes Wasser Geht es um Nachhaltigkeit, ist der CO-Fußabdruck oft nicht 2weit. Dabei gibt es mit dem sogenannten Wasserfußabdruck ein zweites, fast schlagkräftigeres Indiz für die Nachhaltigkeit eines Lebensmittels bzw. Produkts. Um 1 kg Schweinefleisch zu produzie-ren, braucht man 4.800 l Wasser. Eine fertige Tasse Kaffee mit einem Inhalt von 200 ml steht für einen Wasserverbrauch von 140 l, d. h. es wird 700-mal so viel Was-ser benötigt als letztlich übrigbleibt. Einen derartigen imaginären Rucksack voller Wasser trägt jedes Lebensmittel sowie Pro-dukt daraus stets mit sich. Die Rucksäcke enthalten dabei diejenige Wassermenge, die für die Produktion des Lebensmittels benötigt wird. Für dieses versteckte Wasser wurde neben dem Ausdruck Wasserfußabdruck auch der Begriff „virtuelles Was-ser“ geprägt. Abgrenzung zum CO2-Fußabdruck Ähnlich dem CO2-Fußabdruck, der die Menge an CO2-Emissionen angibt, die während des gesamten Lebenszyklus‘ eines Produkts anfallen – von der Produktion bis zur Entsorgung – trifft auch der Wasserfuß-abdruck eine Aussage über die Nachhaltig-keit eines Lebensmittels. Bewertet man z. B. die ökologische Situation der Produktions-bedingungen von Obst, so lässt sich sagen, dass der Anbau von Obst im Wüstenklima mehr Wasser erfordert als der Anbau in ge-mäßigten Zonen. Welcher Fußabdruck gibt nun die genauere Auskunft über die Nachhaltigkeit eines Produkts? „Beide Indikatoren sind nützlich, reichen zur Bewertung der Nachhaltigkeits-leistung alleine aber nicht aus“, gibt Rainer Roehl zu bedenken. Der Geschäftsführende Gesellschafter von a‘verdis engagiert sich seit Jahren für einen nachhaltigeren Außer- Haus-Markt. Bisher, so seine Beobachtung, liegt der Fokus vor allem auf dem CO2- Fußabdruck. Der Wasserfußabdruck ist seit etwa 2010 im Gespräch. Intern versus extern Der Wasserfußabdruck setzt sich aus ei-nem internen und einem externen Was-serfußabdruck zusammen. Der interne be-schreibt dabei die Nutzung der heimischen Wasservorkommen für die Produktion von Tipps für einen kleinen Wasserfußabdruck - Fleischgerichte verringern: effektivste Maßnahme zur Einsparung an „Getreidewasser“ für Futter - Rind- durch Schweine- und Geflügelfleisch ersetzen (weniger wasserintensiv) - Rindfleisch besser aus extensiver statt intensiver Weidehaltung oder aus heimischen Bio-Betrieben verwenden - Frühkartoffeln aus Nordafrika oder Israel meiden, minimal besser: aus Südfrank-reich, Italien und Zypern (haben Winterre-gen in ihren Anbaugebieten mitbekommen); am besten: heimische Frühkartoffeln (ohne künstliche Bewässerung), bis dahin am besten vorjährige Lagerkartoffeln nehmen - Je weiter nördlich das Gemüse angebaut ist, desto günstiger - Obstkonsum zeitlich einschränken (wegen Wasserreserven in Trockengebie-ten), Zitrusfrüchte nur von Dezember bis April kaufen, ausgenommen ganzjährig verfügbare Zitronen - Bio-Produkte bevorzugen - Arabica- statt Robusta-Kaffee (kleinerer Kaffee-Wasserfußabdruck), Kaffee v. a. aus Gebirgsländern und Bio-Ware kaufen Fotos: © niyazz – Fotolia.com, Archiv 18 GVmanager 10/2013


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