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24_Stunden_Gastlichkeit_05_2013

der Eintritt in den ostdeutschen Markt nach 1989 einen wichtigen Entwicklungsschritt: Gab es hier bisher keinen echten TK-Markt, so haben wir ein ostdeutsches Händlernetz aufgebaut, von dem wir heute noch immer profitieren. Zudem expandierten wir nach Österreich mit heute drei regionalen Großhändlern – dies brachte uns ebenfalls deutlich nach vorne. Inwiefern ist das Tifa-Modell heute noch zeitgemäß? Welche Stärken wirken heute mehr denn je, welche sind hinzugekommen? Es gibt zwei Modelle, die wirken: zum einen die Verbundgruppe, ohne die eine mittelständische Handelsstruktur, wie wir sie kennen, nicht mehr existieren könnte. Sie bildet ein Gegengewicht zu Großbetrieben und bietet wegen ihrer dezentralen Strukturen viele Kundenvorteile. Zum anderen wirkt das Modell der Genossenschaft, das durch viele aktuelle Neugründungen viel Zuspruch erfährt und so als Rechtsform aktueller ist denn je. Die Finanzkrise hat dies untermauert, indem die Genossenschaftsbanken mit Bravour durch die Krise gekommen sind. Einige große Unternehmen sind heute als Genossenschaften aktiv, z. B. die HGK, die zugleich einer unserer wichtigsten Kunden ist. Warum sind sie so erfolgreich? Genossenschaften ermöglichen eine Transparenz, da sie ihren Mitgliedern alles darlegen. Ihre Hauptaufgabe ist dabei, die Mitglieder zu fördern und nach vorne zu bringen statt Gewinne in die eigene Tasche zu erwirtschaften. Zusätzlich bringen wir den Mitgliedern etliche geldwerte Leistungen. Wie vorteilhaft ist heute die Dezentralität? In der Dezentralität liegt ein großes Maß an Sicherheit und Erfolg, denn Genossenschaften verhindern, dass sich jemand eines Unternehmens bemächtigt. Zudem sind die Anteilseigner zugleich Kunden. Wir hatten gerade im Zuge des Hochwassers den Fall, dass bei einem unserer regionalen Großhändler die Tiefkühlung durch Wasser einen Totalschaden erlitten hat. Erst seit Mitte August beginnt das Unternehmen wieder zu Laufen. Doch bis dahin zeigten sich unsere Mitglieder solidarisch und übernahmen mitten in der Hochsaison sofort die Belieferung. So wird letztlich auch die Fortführung des Betriebs gesichert. Zugleich zeigte sich: Unser Verbund wird nicht von Verträgen zusammengehalten, sondern primär von gegenseitigem Vertrauen. Dezentralität heißt so auch, ganz nah am Kunden zu sein und seine Bedürfnisse zu kennen – etwas worüber alle reden, aber was nur wenige wirklich umsetzen. Während die Großen der Branche oftmals nur einmal in der Woche ausliefern, Robert Maaßen, Commercial Country Manager, Vandemoortele: „Die Tifa ist bereits seit vielen Jahren ein leistungsfähiger Partner mit hohen Qualitätsansprüchen und weitreichendem Service für die Mitglieder. Innovationen und Problemlösungen werden auf höchstem Convenience-Level aktiv durch den Einkauf und durch die Mitglieder begleitet und tragen so zu einer positiven Differen-zierung am Gesamtmarkt bei. Die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Vandemoortele und der Tifa hat beiden Unternehmen ein nachhaltiges und innovatives Wachstum beschert.“ Niels Konzack, Geschäftsführer, Bindi Deutschland: „Die Tifa ist für uns ein Unternehmen, das ein versierter Ansprech-partner für viele Bindi-Verwender ist und gut organisiert Bestel-lungen und Lieferungen abwickelt. Das ist wichtig für die Kunden-bindung. Zudem gewährleistet sie für uns ein breites Netzwerk an Handelspartnern über ganz Deutschland verteilt, bei denen unsere gesamte Produktpalette verfügbar ist. Schließlich schätzen wir die Möglichkeit, über das Tifa-Intranet Aktionsangebote auszuloben, denn das schafft zusätzliche Kaufimpulse.“ Thilo Schrenk, Geschäftsführer, Jörg M. Heimer Nachf.: „Die Kooperation und Partnerschaft mit der Tifa und ihren Mitgliedern ist für uns ein wichtiges Standbein im mittelständischen Fachgroßhandel und servicestarkes Bindeglied zwischen dem Hersteller, Handel und Endverwender. Die gebündelten Abnahmemengen sind ein wichtiger Faktor zur Erzielung eines Einkaufsvorteils für den Mittelstand. Letztlich können wir an die Tifa-Mitglieder die entstehenden Kostenvorteile wei-tergeben und über das gesamte Sortiment attraktive Angebote bieten. Somit bewegt sich das einzelne Mitglied mehr oder weniger auf Augen-höhe mit den Großanbietern und ist wesentlich konkurrenzfähiger.“ Bernd Stark, Managing Director Business Unit Foodsevice, Vion Foodgroup: „Wir haben seit dem Start von Salomon/Salomon FoodWorld eine sehr verlässliche vertrauensvolle Zusammenarbeit. Der unternehmerische Geist der Mitglieder wie auch der Macher in der Zentrale sichern eine stets gewinnbringende Partnerschaft – und das jedes Jahr aufs Neue.“ Frank Steger, Verkauf/Vertriebsleiter Deutschland-Ost, Aviko: „Wir begleiten die Entwicklung der Tifa fast von Anfang an mit und haben zusammen viele Höhen erlebt und auch Tiefen überstanden. Die Entwicklung der Tifa ist ein Erfolgs-modell, in dem flache Strukturen und Bodenständigkeit glück-licherweise immer im Vordergrund geblieben sind. Mit ihrer nationalen Präsenz in Deutschland und Österreich ist sie eine unverzichtbare Säule unseres Vertriebsnetzes geworden. Mit ihrer aktuellen Öffnung zum Frischesegment durch die Fusion mit der ProFrisch gilt dies nun in einem noch stärkerem Maße. So können wir unser Gesamtsortiment flächendeckend und vor allem zuverlässig im Markt platzieren. Wir möchten diesen Partner nicht missen und hoffen auf weitere 40 erfolg- und ereignisreiche Jahre!“ 40 JAHRE TIFA 38 24 Stunden Gastlichkeit 5/2013 Fotos: privat


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