Rubriken - Jetzt mal ehrlich: Lucia Deluiz-Ecker

GVmanager_08_2013

... Lucia Deluiz-Ecker Frau Deluiz-Ecker, wie landet eine brasilianische Dipl. Oecotrophologin in der Küche eines deutschen Universitätsklinikums? Als das Universitätsklinikum des Saarlandes im Juli 2011 eine Lei-terin für die Diätküche gesucht hat, habe ich mich ganz spontan beworben, denn in Brasilien ist es auch üblich, dass Oecotropho-logen Großküchen leiten. In Deutschland bin ich allerdings bereits seit 1995. Als mein Diplom hier ein Jahr später anerkannt wurde, habe ich zunächst eine kleine Praxis für Ernährungsberatung und -therapie eröffnet. Danach folgte u. a. die Arbeit in der Mensa eines Gymnasiums in Homburg. Wie muss man sich den Alltag in einer brasilianischen Großküche vorstellen? Es gibt keine großen Unterschiede zu einer deutschen Großküche. Klar, natürlich die Sprache, aber ansonsten ist es ähnlich zum All-tag hier. Wie es heute tatsächlich in Brasilien ist, kann ich natürlich auch nur einschätzen: vieles weiß ich nur vom Hörensagen, z. B. von brasilianischen Austauschstudenten. Was ich aber sicher sagen kann, ist, dass Brasilianer – ebenso wie wir hier – sehr auf Richtlinien achten und sehr penibel sind, wenn es um Hygiene geht. Was bereitet Ihnen bei der Arbeit die größte Freude? Die Beratung der Patienten und die Arbeit in der Küche bereiten mir viel Freude. Das ist natürlich auch anstrengend, aber es ist un-heimlich schön, mit Menschen zu arbeiten und von ihnen positives Feedback zu erhalten. Zudem erstellen wir immer wieder Broschüren mit spezifischen Ernährungsempfehlungen, z. B. für Patienten, die eine Transplan-tation hinter sich haben, welche sie nach dem Krankenhausaufent-halt mit nach Hause nehmen können. Dafür zu recherchieren und dann die Broschüren zu kreieren, macht mir ebenfalls Spaß. Welche ist die größte Herausforderung, der Sie im Universitätsklinikum begegnen? Der Diätküche den Stellenwert zu geben, den sie verdient – daran arbeiten wir gemeinsam als Team. In den zwei Jahren, die ich hier bereits arbeite, ist es uns gelungen, dass die Diätküche auf allen 76 Stationen präsent ist, wenn es darum geht, den Patienten bei Ernährungsproblemen zu helfen. Dabei ist uns auch eine gute Zusammenarbeit mit den Ärzten und der Pflege wichtig. Deshalb arbeiten mein Team und ich intensiv an der Kommunikation mit den einzelnen Stationen. Ich habe mich z. B. zu Beginn meines Arbeitsantritts auf den Stationen in meiner neuen Funktion vorge-stellt. Ärzte und Pflegepersonal wissen also, bei wem sie sich mel-den können, wenn es Probleme mit der Patientenernährung gibt. Wie würden Ihre Kollegen Sie in drei Worten beschreiben? Kompetent, temperamentvoll und dynamisch, denn ich versuche alle mitzureißen und ich verfolge Ziele, die ich nicht aus den Au-gen verliere. Meine Kollegen beschreiben mich auch als korrekt. Es gibt niemanden, der hier bevorzugt oder benachteiligt wird – das gilt auch für mich. Wir sind alle gleich und funktionieren nur als Team. Welche „Zutaten“ gehören für Sie in jede Küche? Respekt – das ist das A und O. Humor, denn die Arbeit ist schon stressig genug, und Mitgefühl. Das ist auch unserem Küchenchef sehr wichtig, der sehr sozial engagiert ist. Haben Sie ein Lebensmotto? Das Motto „Never give up“ habe ich bisher befolgt und das werde ich auch weiterhin tun. Sonst wäre ich auch nicht so weit gekom-men, denn für einen Ausländer ist es nicht einfach, in einem Land auf die Füße zu kommen, in dem es so viele kompetente Men-schen gibt. Dafür muss man hart arbeiten und sich auch einmal sagen: „Nicht um jeden Preis“. Wobei können Sie von der Arbeit entspannen? Mit Tai Chi Chuan oder Chi Gong und natürlich mit meiner Familie – meinem Mann, mei-nem Sohn und meinem Hund – es gibt keine schönere Entspan-nung für mich. Herzlichen Dank für das nette Gespräch! sar Liebe Leser! Wollen auch Sie aus Ihrem Alltag berichten oder uns „die Meinung“ sagen? Dann melden Sie sich bei uns: (089) 370 60-155, muc@blmedien.de Jetzt mal ehrlich! Mit ihrer Kompetenz und ihrem Temperament sorgt Lucia Deluiz-Ecker als Leiterin der Diätküche im Universitätsklinikum des Saarlandes (UKS) seit zwei Jahren dafür, dass die Kommunikation mit den Stationen stimmt und so bis zu 700 Diät-Essen täglich zu den Patienten gelangen. Welche Rolle dabei ihr Team aus sieben Diätassistentinnen und vier Beiköchinnen spielt, hat sie uns im Gespräch verraten. 8/2013 GVmanager 39 Foto: Universitätsklinikum des Saarlandes/Rüdiger Kopp


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