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GVmanager_08_2013

Gastkommentar Peter Gemüth Abteilungsleiter Kasino, KVWL, Dortmund Der Azubi von heute ist anders Stellen Sie sich vor, es ist der 1. Septem-ber und keine neuen Auszubildenden stehen in den deutschen Profi-Küchen: Horrorszenario oder traurige Wirklichkeit? Ich hoffe weder noch. Ich glaube sogar, dass sie mit Sicherheit in die Küchen kom-men werden, die jungen motivierten und wissbegierigen Menschen. Und dass sie von erfahrenen Ausbildern in die schönen Dinge des Kochberufs eingeführt werden wollen. Doch Halt! Spätestens hier werden die Auszubildenden auf den Küchenbo-den der Tatsachen zurückgeholt. Schnell merkt der eine oder andere, dass das Küchenleben sich doch von der schönen Hochglanzoptik von Kochzeitschriften oder den Kochshows im Fernsehen deutlich unterscheidet. Und dann tritt sie doch noch ein, die traurige Wirklichkeit: Hohe Abbre-cherqoten, unzufriedene Auszubildende, frustrierte Ausbilder und Prüfer sowie eine frohlockende Convenience-Industrie, die schnell in die Bresche springt. Ausbildung Was halten Sie von der Meinung unseres Gastkommentators? Schreiben Sie uns unter muc@blmedien.de. B2RUN W ie ist es zu erklären, dass der Aus-bildungsberuf Koch keine berufs-politische Ruhe findet? Fahren wir die Ausbildung und den daraus resultierenden Fachmann an die Küchenwand? Müssen wir uns nicht alle, die wir in der Gastrono-mie täglich unserer Berufung nachgehen, auch mal die Frage stellen: „Sollten wir nicht endlich andere Wege in der Berufs-ausbildung gehen?“ Suchen wir für die Koch-Ausbildung immer noch die jungen Menschen, die wir einmal waren? Sind es nicht längst „andere Menschen“ geworden mit neuen Idealen, anderen Vorstellungen von Beruf und Familie, Freizeit und Le-bensqualität? Auch die Tätigkeiten eines Ausbilders sind heute vielfältiger und an-ders. Es geht zweifelsohne immer noch um die gute fachliche Ausbildung – ohne Wenn und Aber. Doch das Drumherum hat eine andere Qualität erreicht. Natürlich ist es nervig, wenn Azubis nicht das tun, was man von ihnen erwartet. Doch was darf man erwarten? Wenn wir junge Menschen zu guten Köchen ausbilden wollen, müssen wir uns darüber im Klaren sein, dass auch für uns der Ernst des Lebens anfängt. Geht man mit der Einstellung heran, erstmal sehen zu wollen, was die können, ist das Scheitern vorprogrammiert. Die Ausbildung von morgen heißt: Keine Auszubildenden suchen, sondern eine gute Ausbildung bieten – dann kommen auch entsprechen-de Bewerber. Dafür ist aber einiges an Vorarbeit zu leisten: Kooperationen mit Ho-tel- oder Berufsfachschulen anstreben, die bereits einen gastronomischen Grundstein legen; das Instrument der Probezeit besser ausschöpfen. Die Ausbilder gehören in die Berufsschulen und die Berufsschullehrer in die Betriebe, schließlich soll es nicht nur auf dem Papier Duale Ausbildung heißen. Mehr Transparenz wäre zudem hilfreich. Der Tatsache, dass die neue Köche-Ge- neration auch mal aus der Türkei, Portugal oder Spanien kommt, muss man sich stel-len und mit geeigneten Mitteln begegnen. Sprachkurse, Integrationsmodelle, mehr individuelle Betreuung sowie das bessere Einbeziehen der ethnischen Hintergründe der Auszubildenden. Hat man diese „neue Ausbildungsqualität“ begriffen, wird sich manches Problem lösen lassen. Nicht alles, aber ein Anfang wäre gemacht. Hier ist noch vieles möglich. Den Sonntagsreden von Verbandsfunktionären und „zustän-digen Stellen“ (IHK) sollten die Taten der Ausbilder vor Ort folgen. Und wenn es nicht sein soll, hat man viel-leicht mal keinen Auszubildenden in einem Jahr. Man muss nicht „auf Teufel komm raus“ ausbilden, nur weil es immer so war. Fachkräfte im Gastgewerbe sind manchmal in der Küche punktuell besser einzusetzen, als ein unmotivierter Koch-Azubi. B2RUN Alle Jahre wieder! So könnte man unsere Teilnahme am B2RUN in München mit dem berühmten Zieleinlauf im Olympiastadion betiteln. Für den guten Zweck ging es dabei im Juli mit rund 30.000 anderen Lauffreudigen aus allen Branchen rund 6,5 km durch den Olympiapark. Unser B&L-Team bestand sowohl aus Mitarbeitern der Redaktion, dem Layout und Vertrieb der Niederlassung Mün-chen als auch aus Lesern und engen Kooperationspartnern. Unser Team verstärkten u. a.: Karolina Röthenbacher von Kindermenü König, Sabine Zimmerer von Rational, Nicolas Makowski von Frima, Sabine Kühne von Rieber, Marcus Seidl von S&F-Consulting sowie Mirco Guderlei und Günter Hofbauer von Blanco Professio-nal. Vielen Dank für den olympischen Abend und bis zum nächsten Jahr! Darüber hinaus danken wir ganz herzlich den Sponsoren Adelholzener, DBL, Floringo und Zwiesel Kristallglas! 8/2013 GVmanager 3


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