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Sheraton Grand Tbilisi Metechi Palace

Gäste kaufen Geschichten

Datum: 01.08.2019Quelle: Marriott International | Ort: Tiflis

Das Sheraton Grand Tbilisi Metechi Palace erstrahlt nach vier Jahren Umbauzeit in neuem Glanz. Wir trafen Liam Brown, President & Managing Director Europe bei Marriott International, anlässlich der Eröffnungsfeier in Tiflis. Im Interview verriet er uns seine Lieblingsmarke und welche Vorteile bzw. Herausforderungen der europäische Hotelmarkt zu bieten hat.

Liam Brown, Marriott International
Liam Brown, President & Managing Director bei Marriott International, arbeitet seit 30 Jahren für die Hotelgruppe Marriott. Foto: Marriott International

Mr. Brown, was gefällt Ihnen an Ihrer neuen Position als President & Managing Director Europe am besten?
Liam Brown: Ich liebe die bemerkenswerte kulturelle Vielfalt innerhalb Europas. Es gibt dort so viele verschiedene Sprachen, unterschiedliche Traditionen und mannigfaltige Gaumenfreuden. Alles liegt nicht weit voneinander entfernt. So eine Diversität findet sich woanders kaum. Natürlich trifft man auch auf unterschiedliche Gesetzeslagen und Regularien, das macht Europa zu einem sehr spannenden Geschäfts-Standort.

Interessanter als die USA?
Nun, in den Vereinigten Staaten ist es anders. Es gibt natürlich schon viele regionale Unterschiede, aber gesprochen wird ja hauptsächlich Englisch. Vorschriften sind meist auf der jeweiligen bundesstaatlichen Ebene geregelt, aber in Bezug auf ihre Anwendungen sind sie im gesamten Land ziemlich uniformiert. Kalifornien könnte eventuell kleine Herausforderungen bieten, aber in der Regel unterscheiden sich die Vorschriften von Bundesstaat zu Bundesstaat nicht so sehr.

Nun dürfen Sie die geballte Vielfalt Europas genießen.
Oh, ja. Man muss in Europa sehr darauf achten, was gebaut wird und wie es gebaut wird. Eine Marke kann zwar die Basis vorgeben, aber man muss sich an jedem einzelnen Standort überlegen, wie genau sie zum Leben erweckt werden soll. Es ist ein Unterschied, ob ein Haus in Rom oder Stockholm eröffnet. Genauso einen Unterschied macht es, ob ein Hotel in München oder in Köln geplant wird. Ein Hotelier in Hamburg schwärmte mir kürzlich vor, dass Hamburg die schönste Stadt Deutschlands sei, denn sie hätte mehr Kanäle und Brücken als Amsterdam und Venedig zusammen. Ein Hotelier aus Köln erklärte mir, dass das beste Bier nicht aus München sondern natürlich aus Köln stamme. Solche Aussagen sind immer mit einem Augenzwinkern zu verstehen, aber es ist sehr wichtig, dass ein Hotel in die Kultur seiner Umgebung passt.

Welche Rolle spielt dabei die Küche?
Die Speisekarte ist absolut wichtig. Wir können Cheeseburger und Pommes Frites überall auf der Welt servieren, aber vielleicht fügen wir besser eine lokale Geschmacksnote des jeweiligen Standorts hinzu. Regionale Küche ist den Gästen ein Anliegen und ein Hotel muss selbstverständlich die Erwartungen seiner Gäste erfüllen.

Jüngst eröffnete das Sheraton Grand Tbilisi Metechi Palace nach vier Jahren Renovierungszeit wieder seine Türen. Wie sehen die neuen Design-Standards für Sheraton-Hotels aus?
Das neue Design soll Menschen zusammenbringen und vor allem die reichhaltige Geschichte der Sheraton Hotels visualisieren. Diese Marke existiert seit 1937. Das allein ist schon interessant, da Marriott sein erstes Hotel erst 1957 gebaut hat. Sheraton gab es also schon viel früher als Marriott Hotels. Sheraton ist in Europa sehr weit verbreitet und weltweit unsere am meisten verbreitete Marke, gemessen an den Ländern, in denen die Marke präsent ist. Im Moment sind es knapp 450 Hotels in 72 Ländern. Bis 2020 erwarten wir in 80 Ländern präsent zu sein. Die Marke hat eine sehr reichhaltige Geschichte und eine starke Service-Tradition. Das Design der Lobby, des Konferenzbereichs etc. soll dabei helfen, dass Menschen sich leicht begegnen können.

Sheraton Grand Tbilisi Metechi Palace Zimmer
Doppelzimmer im Sheraton Grand Tbilisi Metechi. Foto: Marriott International
Sheraton Grand Tbilisi Metechi Palace Restaurant Feast
Restaurant Feast im Sheraton Grand Tbilisi Metechi Palace. Foto: Marriott International
Tiflis/Georgien
Tiflis, die Hauptstadt Georgiens, überzeugt mit ihrer Vielfältigkeit. Foto: Marriott International
Sheraton Grand Tbilisi Metechi Palace
Lounge im Sheraton Grand Tbilisi Metechi Palace Foto: Marriott International

Was sich geändert hat, ist die Tatsache, dass wir nun eine klarere Marken-Strategie verfolgen, was unsere CI betrifft. Diese möchten wir in die Zukunft tragen. Und es gibt noch viel zu tun, damit alle Sheraton-Hotels am Ende diese Strategie perfekt repräsentieren. Eine große Anzahl an Designern arbeitet überall auf der Welt für uns. Viele gestalten verschiedene Marken gleichzeitig mit. Die meisten arbeiten mit den Hoteliers vor Ort zusammen, um die Bedürfnisse bzw. die Anforderungen an das Haus bestmöglich zu eruieren: Wieviele Zimmer braucht ein Haus, wie soll die Struktur dort aussehen, was wird der Food&Beverage-Bereich zu bieten haben und welche demografischen Verhältnisse liegen vor.

Was erwarten Sie von einem Designer?
Wir möchten mit Menschen zusammenarbeiten, die zukunftsgerichtet denken und ein Gespür für Hospitality-Design mitbringen. Denn das Design im Hospitality-Bereich ist speziell. Man muss ein Gespür dafür haben, was der Gast möchte. Das schönste Design nützt außerdem nichts, wenn das Personal nicht damit arbeiten kann. Daher ist es extrem wichtig, dass ein Designer weiß, was es heißt, ein guter Gastgeber für Übernachtungsgäste zu sein und was ein Hotel dafür benötigt.

Welche Ansprüche hat der Gast der Zukunft?
Bereits heute suchen Gäste besondere Erlebnisse und Erinnerungen. Diese Erlebnisse müssen immer besser werden, nicht nur im Hotel, sondern auch in Bezug auf zwischenmenschliches Miteinander. Und es ist unser Job, diese Wünsche zu erfüllen. Technologie muss ein Teil davon sein, denn Gäste checken ihre Emails rund um die Uhr und müssen daher immer Zugang zu schnellem W-Lan und Ladegeräten haben. Technologie sollte zudem im Service nicht vernachlässigt werden. Der Gast muss beispielsweise auf einfachem Weg den Zimmerservice nutzen oder die Zimmertemperatur regulieren können. Außerdem möchten Gäste verschiedene Kulturen erleben und auch Speisen aus unterschiedlichen Ländern kosten. In Georgien gibt es beispielsweise eine wundervoll warme Gastfreundschaft. Das Essen und der Wein hier sind einzigartig und sehr köstlich. Die Georgier sind sehr leidenschaftliche Genießer. Zudem ist das Land auch immer noch ein Geheimtipp, denn Georgien ist im Westen als Urlaubsdestination weniger bekannt als Italien oder Spanien. Der Tourismus wird hier weiterwachsen, denn die passenden Ressourcen sind vorhanden: Georgien hat Strand, es hat Berge, großartigen Wein und eine tolle Kultur.

„Es sind die Menschen und Erfahrungen”

Haben Sie eine Lieblingsmarke im Marriott-Portfolio?
Alle Marken sind für uns wie Familienmitglieder, wir lieben sie alle, aber ich habe tatsächlich ein paar Favoriten, weil es Marken sind, für die ich persönlich gearbeitet und wo ich eine tolle Zeit verbracht habe. Mir liegen zum Beispiel die Residence Inn by Marriott sehr am Herzen. Von ihnen gibt es noch nicht viele in Europa. Ich war General Manager in einem Residence Inn in Massachusetts. Unsere Bilanzen waren gut, das Team war toll und wir konnten zu 90 Prozent Gästezufriedenheit vorweisen. Es sind die Menschen und Erfahrungen, die mir speziell dieses Haus immer wieder ins Gedächtnis rufen. Auch mein Sohn kam damals zur Welt. Aber ich liebe alle unsere Marken, denn jede hat ihre eigene Geschichte und ihren Wert.

Wie wichtig ist Storytelling für die Hotellerie?
Die Geschichten sind es, die sich verkaufen. Ich denke wir erzählen sie auf vielfältige Weise. Wir haben unsere Historie Gast für Gast und Mitarbeiter für Mitarbeiter aufgebaut. Mit legendärem Service und dem was unsere Mitarbeiter täglich tun, um die Gäste zufriedenzustellen. Unsere Geschichte begann 1927 mit einer sehr einfachen Philosophie: „Kümmere Dich gut um deine Leute und sie kümmern sich gut um deine Kunden. Und deshalb kommt der Kunde zurück.“ Und aus diesem Grund stehen wir heute dort, wo wir sind. Als ich 1990 als General Manager im Marriott Courtyard Syracuse in New York tätig war, hatte ich ein Poster, darauf stand „Marriott eröffnet sein 500. Hotel“. Die Eröffnung war in Warschau. Das war damals ein großes Abenteuer für uns, denn der Eiserne Vorhang hing seit Jahrzehnten. Im Frühjahr eröffneten wir mit dem St. Regis in Hong Kong das 7.000. Hotel und weltweit haben wir aktuell 1.700 Häuser in der Pipeline. In Europa sind mehr als 570 Hotels geöffnet und 230 weitere geplant.

Welche Pläne stehen in nächster Zeit speziell für die DACH-Region an?
Wir wollen weiterwachsen. Wir verdreifachten unsere Größe in Europa innerhalb der vergangenen zehn Jahre, von 43.000 Zimmern zu 123.000 Zimmer. In Deutschland haben wir momentan 77 Hotels ca. 30 Projekte in Planung. In der Schweiz sind 13 Häuser geöffnet und sieben kommen in nächster Zeit dazu. In Österreich stehen 16 Hotels bereit und drei Häuser sind geplant. Wir wollen überall auf der Welt Hotels bieten, in denen einfach jeder übernachten möchte.

Wie rekrutieren Sie die Mitarbeiter für so viele Hotels?
Wir leben eine sehr menschenorientierte Unternehmenskultur. In USA starteten 70 Prozent unserer Manager bei Marriott ihre Karriere. Ähnliche Zahlen haben wir in Europa. Wir fördern die Entwicklung unserer Mitarbeiter, bilden sie weiter und schaffen Karriere-Möglichkeiten für sie. Aber es wird immer schwerer, Leute zu finden. Es ist eine große Branche, aber viele Menschen schrecken beispielsweise die Arbeitszeiten ab. Das Hotelbusiness ist harte Arbeit, aber man kann darin auch viel erreichen. Jeder unserer General Manager ist ein Botschafter für unsere Unternehmenskultur. Wir möchten, dass die Menschen, die für uns arbeiten, lange im Unternehmen bleiben. Ich konnte bei Marriott in den letzten 30 Jahren wachsen und mich stets weiterentwickeln, weil Marriott mich darin unterstützte. Und diese Botschaft gebe ich weiter.

Und wie bekommt Marriott den Nachwuchs?
Wir arbeiten viel mit Schulen und Universitäten zusammen und auch mit der Regierung in Bereichen, die die Aus- und Weiterbildung betreffen. Wir haben eine Hospitality-Highschool in Washington DC. Viele Schüler dort stammen aus benachteiligten Schichten. Wir freuen uns, dass sie für uns arbeiten möchten und viele von ihnen werden einmal Führungspositionen bekleiden.

„In Europa laufen die Prozesse langsamer”

Welche Märkte in Europa sind besonders schwierig?
Großbritannien ist im Moment nicht einfach, aber es gibt immer noch Gespräche über Projekte und Deals. Die Herausforderung am Europäischen Markt ist, dass die Prozesse sehr langsam ablaufen. Sie sind komplizierter wegen der verschiedenen Sprachen und den unterschiedlichen Gesetzen. Es braucht Zeit, um sich hineinzufinden. Ich dachte z.B. anfangs, dass die Türkei möglicherweise etwas schwierig sein könnte, dabei klappt es dort sehr gut mit Projekten. Russland ist etwas aufwendiger, aufgrund der vielen Sanktionen. Wenn es in einer Region politische Schwierigkeiten gibt, wird es natürlich auch für Investments komplizierter.

Hätten Sie gerne noch eine Low-Budget-Marke im Sortiment?
Wir prüfen immer, wo wir noch Lücken schließen können, aber es gibt im Moment keine konkreten Pläne dahingehend.

Mr. Brown, Herzlichen Dank für das Gespräch.

Mehr über das wiedereröffnete Sheraton Grand Tbilisi Metechi Palace erfahren Sie in der Augustausgabe der first class.

Nina Schinharl / Gastroinfoportal

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