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Hotel Haase

Das Hotel Haase bleibt in Bewegung

Datum: 03.04.2020Quelle: Hotel Haase | Ort: Laatzen-Grasdorf

Das Hotel Haase in Laatzen-Grasdorf tritt der Corona-Krise mit Engagement entgegen. Mit Ideenreichtum versucht sich die Inhaberfamilie Haase an die neue Situation anzupassen. Hotelfachfrau Lisa Haase erzählt im Interview wie.

Frau Haase, wie treten Sie der Corona-Krise mit Ihrem Betrieb entgegen?
Wir treten der Krise mit Motivation und Hoffnung entgegen, ohne dabei Risiken zu unterschätzen oder die nötige Vorsicht zu vernachlässigen. Nachdem Mitte Februar der Einbruch in der Hotellerie absehbar war, haben wir voraus geplant und Materialien für Umbaumaßnahmen bestellt. In den letzten Wochen konnten wir daher alle unsere Mitarbeiter weiter beschäftigen. Wir nutzen den Leerstand im Hotel bisher, um Vorarbeiten für Renovierungen einiger Zimmer zu leisten: Fliesen abschlagen, Tapeten von den Wänden reißen etc. Wir versuchen uns nicht einschüchtern zu lassen, sondern an ein “nach Corona” zu glauben und heute dafür zu arbeiten.

Sie haben ja auch mit einem Drive-in auf die Situation reagiert.
Unsere zweite Maßnahme ist, dass wir seit letzter Wochen einen Drive-in- und Abhol-Service anbieten. Unsere Gäste – bzw. jetzt eher Kunden – können telefonisch bestellen und die Gerichte persönlich oder aus dem Auto heraus abholen. Wir setzen dabei auf Nachhaltigkeit und servieren gegen Pfand auf unser eigenes Porzellan. Unser neuer Service stößt auf viel Aufmerksamkeit und wir bekommen persönlich und online viele Rückmeldungen. Dafür sind wir sehr dankbar. Unser Außer-Haus-Verkauf vermag die Verluste, die uns drohen, nur zu einem Bruchteil abzufedern, aber er gibt uns Hoffnung. Wir haben Verantwortung für unsere Mitarbeiter und unseren Gästekreis: Nicht nur ökonomisch und gesundheitlich, sondern auch in sozialer und “seelsorgerischer” Hinsicht. Wir möchten unsere Gäste in Laatzen auch in diesen gruseligen Zeiten solange es geht mit unseren Gerichten erfreuen.

Wie funktioniert das im Alltag?
Bei aller Motivation, mit der wir versuchen, uns in Bewegung zu halten, verhalten wir uns so vorsichtig wie möglich. Wir informieren uns tagesaktuell über Empfehlungen vom Robert Koch Institut und dem Bundesinstitut für Risikobewertung. Jeder Arbeitsschritt wird von Desinfektion durchbrochen; am schwarzen Brett hängen Hinweise über Hygienemaßnahmen und Übertragungswege des Virus; wir achten auf Sicherheitsabstand und bitten auch unsere Gäste, diesen Abstand gegenüber uns und anderen Gästen einzuhalten. Unser neuer Slogan ist: “Wir freuen uns auf Ihren kontaktlosen Besuch!” Wir versuchen, voraus zu planen, müssen aber täglich Änderungen organisieren oder arbeitsrechtliche Maßnahmen recherchieren. Leider wird zur Zeit ein großes Maß unserer Kapazitäten durch Stornierungen und Anfragen gebunden. In unserer Geschäftsleitung sitzt niemand mit einem Abschluss in BWL. Aktuell sehen wir uns mit erhöhten Anforderungen konfrontiert, die die Grenzen unseres eigentlichen Berufsfelds sprengen. Wir versuchen diesen Herausforderungen zu begegnen, in dem wir uns beraten lassen. Als Familienbetrieb besprechen wir zur Zeit alle Entscheidungen unter 16 Augen. Obwohl unser Betrieb in acht Generationen schon viele Krisen – Weltkriege, Inflationen, Hungersnöte – gemeistert hat, hat niemand von uns Erfahrungen mit einer solche existenzbedrohenden Krise. Da niemand eine Anleitung für die aktuellen Probleme liefern kann, versuchen wir kreativ zu sein und von Woche zu Woche zu planen.

Welche Krisen-Hilfen werden Sie beantragen oder haben Sie bereits beantragt?
Wir versuchen unsere Mitarbeiter so lange es – in Abstimmung mit den Empfehlungen des RKI – möglich ist, zu beschäftigen. Solange wir es finanziell und gesundheitlich verantworten können, möchten wir unseren Betrieb nicht auf Null runter fahren. Zur Zeit ändert sich die Lage täglich und auch die Maßnahmen der Politik verschärfen sich von Tag zu Tag. Wir können nur mutmaßen, welche Entwicklungen uns alle und unser Haus im Besonderen in den nächsten Wochen und Monaten erwarten. Bisher haben wir noch keine Anträge auf Unterstützung gestellt. Wir werden Einnahmen und laufende Kosten der letzten Wochen berechnen, um mögliche Prognosen zu erstellen. Eine Maßnahme, die für uns in Frage kommt, ist die neue Regelung für Kurzarbeit. Ob und in welchem Umfang wir diese für unser Haus beantragen (müssen), haben wir aber noch nicht entschieden. Wenn es irgend geht, werden wir versuchen, in Bewegung zu bleiben. Denn, wie Albert Einstein (so in etwa) sagt: “Das Leben ist wie Fahrrad fahren. Um die Balance zu halten, muss man in Bewegung bleiben.”

Herzlichen Dank für das Gespräch!

Nina Schinharl / Gastroinfoportal

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