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Wasser sparen in Hotels und Heimen

Datum: 02.07.19Quelle: Klasse Wäsche | Foto: Imani on Unsplash | Ort: Wien

Wasser ist ein kostbares Gut. Der bewusste Umgang mit dieser Ressource ist angesichts des Klimawandels mit Trockenheit und Rückgang des Grundwasserspiegels auch in Tourismusbetrieben und Heimen ein Gebot der Stunde. Davon profitiert nicht nur die Umwelt, sondern auch die Kasse.

Wasser sparen, Umwelt schonen

Studien zeigen, dass im Urlaub durchschnittlich mehr als doppelt so viel Wasser verbraucht wie zu Hause. So kann ein Hotelgast schon einmal 300 Liter Wasser pro Übernachtung verbrauchen. Diesen Verbrauch zu senken, wirkt sich positiv auf die Umwelt aus und spart Kosten. Gleiches gilt übrigens auch für Heime und sonstige Unterkunftsbetriebe. Um den Wasserverbrauch möglichst effizient zu gestalten, gibt es sinnvolle Maßnahmen.

  • Lesen Sie im Idealfall monatlich den Wasserzähler sowie den Warmwasserzähler ab. Dadurch erhalten Sie einen Überblick über Ihren Wasserverbrauch – von den Gästezimmern über Küche, Pool, Gartenbewässerung bis zur Wäscherei. Somit können Sie feststellen, wie viel Wasser je Übernachtung, Zimmer oder Essen verbraucht wurde. Dieser Wasser-Fußabdruck wiederum hilft Ihnen, entsprechende Maßnahmen zu setzen.
  • Überprüfen Sie sämtliche Wasserabgabestellen im Haus regelmäßig auf ihre Dichtheit. Lassen Sie tropfende Wasserhähne, rinnende WC-Spülungen und ähnliches sofort reparieren. Tropft ein Wasserhahn beispielsweise auch nur einmal pro Sekunde, gehen pro Tag 7,2 Liter Wasser und in einem Jahr mehr als 2.600 Liter Wasser verloren. Und vergessen Sie nicht, die Wasserhahn-Siebe regelmäßig zu reinigen und zu entkalken.
  • Gießen Sie die Grünanlagen nur nachts oder in den frühen Morgenstunden, um das Gießwasser möglichst effizient zu nutzen. Achten Sie bei Neubepflanzungen auf Pflanzen, die möglichst wenig Wasser benötigen.
  • Rüsten Sie WC-Spülkästen mit einer Spar-Funktion aus, die die Spülmenge in etwa halbiert. Druckspüler sollten auf etwa fünf bis neun Sekunden eingestellt werden – und nach Ablauf der Spülzeit auch ordentlich schließen.
  • Entscheiden Sie sich für wassersparenden Armaturen. Wassersparende Duschköpfe und Perlatoren (Strahlregler) beispielsweise können den Wasserverbrauch um bis zu 60 Prozent senken. In einem Hotel mit 11.000 Übernachtungen kann der Betreiber durch wassersparende Duschköpfe den Verbrauch um rund 1.300 Kubikmeter pro Jahr senken. In Verbindung mit geringeren Kosten für die Warmwasseraufbereitung beträgt das Einsparpotenzial pro Jahr rund 6.500 Euro.
  • Vergessen Sie nicht auf die regelmäßige Überprüfung der automatischen Ventile an den Waschbecken.
  • Spülmaschinen sollten – wie auch im Haushalt – nicht halb leer eingeschaltet werden.
  • Achten Sie darauf, dass Geschirr und Gläser ohne Speise- und Getränkereste in die Spüler geräumt wird. Andernfalls könnten weitere Spülgänge erforderlich sein.
  • Klären Sie mit dem Gast, ob das Zimmer wirklich jeden Tag gereinigt werden soll, und welcher Rhythmus beim Wechsel der Handtücher gewünscht ist.
  • Verwenden Sie umweltverträgliche Spül-, Reinigungs- und Waschmittel.

Wasser sparen in der Wäscherei

Auch für die hauseigene Wäscherei gibt es verschiedene Möglichkeiten, den Verbrauch von Wasser spürbar einzuschränken.

  • Wechseln Sie Handtücher und Bettwäsche nicht täglich, die meisten Gäste finden das ohnehin überflüssig. Führen Sie ein System ein, das dabei Missverständnisse ausschließt: stellen Sie beispielsweise einen Wäschekorb für die Handtücher ins Bad, um unnötige Wechsel zu vermeiden.
  • Achten Sie auf das richtige Füllen der Waschmaschinen. Eine Überladung sollte unbedingt vermieden werden – dadurch wird das Waschergebnis beeinträchtigt und ein neuerlicher Waschgang nötig. Halten Sie sich an die vom Hersteller vorgegebene Füllmenge ihrer Maschine (in kg).
  • Auch Flusensiebe sollten regelmäßig gereinigt werden.
  • Investieren Sie in moderne Waschmaschinen: Diese verbrauchen im Vergleich zu den Vorgänger-Modellen um bis zu 46 Prozent weniger Wasser und um bis zu zehn Prozent weniger Waschmittel und bis zu 20 Prozent weniger Energie. Der Rückgang ist auf neue Gerätekonstruktionen sowie eine optimierte Technik wie zum Beispiel automatische Dosiersysteme oder ein Wasserrückgewinnungsmodul zurückzuführen, die eine individuelle Programmgestaltung ermöglichen. Außerdem gibt es patentierte Wiegesysteme, die den Ressourcenverbrauch der jeweiligen Beladung anpassen – und das bei gleichbleibend hoher Wasch- und Spülwirkung. Denn die ausgeklügelte Informationstechnologie erkennt nicht nur die Menge der Wäsche, sondern auch deren Verschmutzungsgrad.

Virtuelles Wasser

Wir konsumieren täglich deutlich mehr Wasser als jene rund 130 Liter, die wir aus dem Wasserhahn zum Trinken, Kochen, Waschen und für andere Alltagstätigkeiten entnehmen – in Wahrheit sind es rund 4.400 Liter. Dieses „virtuelle Wasser“ wird zur Erzeugung all jener Produkte verwendet, die wir täglich nutzen und verbrauchen. Eine Tasse Kaffee schlägt beispielsweise mit rund 140 Litern, ein Blatt Papier mit zehn Litern zu Buche. Besonders „durstig“ ist nach Angaben des IHE Delft Institute for Water Education, das diese Werte errechnet, auch Rindfleisch: Durchschnittlich 15.500 Liter Wasser werden weltweit für die Produktion von einem Kilo Rindfleisch in Intensivhaltung benötigt.

Um den virtuellen Wasser-Fußabdruck zu reduzieren, sollten Hoteliers, Gastronomiebetriebe und Heime unter anderem zu regionalen, saisonalen Lebensmitteln greifen. Denn Ware aus der Region hat oft einen sehr viel geringeren Wasserverbrauch als Importware aus südlichen Ländern. Ein weiterer Fokus sollte auf der Langlebigkeit von Produkten liegen.

Die Gäste wissen das Bemühen um Nachhaltigkeit durchaus zu schätzen. Ja, sie legen sogar immer größeren Wert darauf. Einer aktuellen Umfrage der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen zufolge ist Nachhaltigkeit im Urlaub für rund 57 Prozent der Deutschen ein wichtiges Thema. 23 Prozent der Befragten erklärten, dass Nachhaltigkeit ein Aspekt bei der Gestaltung der Reise war.

Wasser-Wissen

Knapp 98 Prozent des Wassers auf der Welt ist Salzwasser in den Meeren und Ozeanen. Daher ist es weder als Trinkwasser noch in Landwirtschaft und Industrie verwendbar. Die restlichen zwei Prozent sind zwar Süßwasser. Dieses ist jedoch nicht zur Gänze für uns nutzbar, da ein großer Anteil davon in Gletschern, Schnee und Eis gebunden ist. Als Lebensgrundlage für Menschen, Tiere und Pflanzen dienen somit lediglich 0,4 Prozent der gesamten Wasservorräte auf der Erde. Diese 0,4 Prozent an nutzbarem Süßwasser bestehen aus Wasser in Seen (67,4 Prozent), Bodenfeuchte/Feuchtgebieten (20,7 Prozent), Regenwasser (9,5 Prozent), Wasser in Flüssen (1,6 Prozent) und Lebewesen (0,8 Prozent).

Über Klasse Wäsche

Seit 2012 gibt die Informationsplattform wertvolle Tipps und Hintergrundwissen über die Vorteile der hauseigenen Wäscherei in Hotels, Restaurants, Alten- und Pflegeheimen. Unternehmen aus den Branchen Wäsche, Wäschereitechnik und Waschchemie informieren markenneutral und firmenunabhängig.

Eva Fürst / Gastroinfoportal

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