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Kassenführung

Die Rechnung, bitte!

Datum: 11.12.2019Quelle: Resmio | Ort: Nürnberg

Das Jahr neigt sich dem Ende zu, doch den deutschen Gastronomen steht der arbeitsintensivste Monat noch bevor. Zusätzlich zum Weihnachtsgeschäft müssen sie sich zu diesem Jahreswechsel um die Kassenführung, bei der sich zum 01. Januar 2020 einiges ändert, kümmern. Das Kassengesetz regelt, dass alle getätigten Kasseneingaben protokolliert werden und Steuerhinterziehung auf diese Weise erschwert werden soll. Christian Bauer, Geschäftsführer von resmio, zeigt, welche grundlegenden Änderungen es im nächsten Jahr geben wird.

1. Einführung der TSE

Die wohl wichtigste Neuerung bei der Kassenführung ist die Einführung einer zertifizierten technischen Sicherheitseinrichtung, auch TSE genannt. Ab Januar 2020 müssen alle elektronischen Kassensysteme mit TSE ausgerüstet sein, damit die Buchungen in einem Restaurantbetrieb ausnahmslos aufgezeichnet werden können. Hinzu kommt, dass das TSE durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik zertifiziert werden und folgende technische Voraussetzungen erfüllen muss:

●      Ein Speichermedium, damit Daten mindestens 10 Jahre aufbewahrt werden können,
●      eine digitale Schnittstelle, um die Daten sicher an die Finanzbehörde zu übermitteln und
●      ein Sicherheitsmodul, um alle Kassenaktivitäten zu protokollieren.

Bestehende Kassensysteme müssen daher entweder aufgerüstet oder komplett ersetzt werden.

2. Meldepflicht beim zuständigen Finanzamt

Gastronomiebetriebe, die elektronische Aufzeichnungssysteme wie eine Kasse verwenden, sind verpflichtet, dies dem zuständigen Finanzamt zu melden. Wichtig ist, dass die Art des Kassensystems und die Anzahl mitgeteilt werden. Gastronomen müssen die Meldung bis zum 31. Januar 2020 beim Finanzamt machen, sofern sie das Kassensystem vor 2020 angeschafft haben.

3. Belegausgabepflicht

Ab 2020 muss jeder Gast einen Kassenbeleg bekommen, egal ob er nur einen Kaffee bestellt oder ein ganzes Vier-Gänge-Menü. Die Gäste sind allerdings nicht verpflichtet, diesen auch anzunehmen. Allerdings besteht die Möglichkeit, sich von der Belegausgabepflicht befreien zu lassen (§ 148 der Abgabeverordnung). Aus Gründen der Zumutbarkeit und Praktikabilität können Finanzbehörden Unternehmen von der Belegausgabepflicht befreien, wenn es sich um Verkäufe von Waren an eine Vielzahl von nicht bekannten Personen handelt. Das ist der Fall in Bars, Restaurants und Cafés. Das Finanzamt entscheidet dann im Einzelfall darüber.

4. Kassenschau durch das Finanzamt

Seit 2018 kann das Finanzamt auch ohne Vorankündigung Kontrollen durchführen, was 2020 verstärkt passieren wird. Hier sollten Gastronomen darauf achten, dass ihre Kassenführung der neuen Verordnung entspricht und keine Lücken aufweist. Zwar sieht die TSE eine strenge Speicherung der Daten vor, Stornierungen sind aber trotzdem noch möglich, ohne dass dies als Manipulation aufgefasst wird. Auf jeden Fall sollte eine fehlerhafte Buchung zeitnah korrigiert werden, um auf Nummer sicher zu gehen.

Was Gastronomen noch beachten müssen!

Folgende Punkte sind für Gastronomen besonders wichtig:

●      Das Kassensystem auf die o.g. Voraussetzungen prüfen
●      Bei fehlenden Voraussetzungen des Kassensystems frühzeitig um einen Wechsel kümmern
●      Auf dem aktuellen Stand bleiben und die Meldungen der zuständigen Behörden verfolgen
●      Elektronische Kassen, die nicht mit der TSE nachgerüstet werden können, können noch bis zum 31. Dezember 2022 genutzt werden

Noch ist völlig offen, ob der Stichtag für das Kassengesetz steht, da es nicht möglich sein wird, ca. zwei Millionen Kassensysteme bis zum 01. Januar zur Verfügung zu stellen. Neuer Stichtag soll frühestens Ende September 2020 sein. Wichtig ist nur, dass alle elektronischen Kassensysteme in der Gastronomie über das TSE verfügen. Um die Umrüstung bzw. Neuanschaffung der Systeme zu erleichtern, bietet der Gesetzgeber eine Übergangsregelung bis 2022 an.

Florian Harbeck / Gastroinfoportal

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