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bargeldlos Bezahlen

Cash war gestern 1/5: bargeldlos Bezahlen

Datum: 01.03.2022Quelle: B&L MedienGesellschaft | Bild: Clay Banks on Unsplash, MaximB – stock.adobe.com I Ort: München

Deutschland gilt für viele noch als Bargeldland, aber ein Wandel ist erkennbar: Bargeldloses Bezahlen wird immer häufiger, deshalb widmen wir uns in einer Serie mit dem Titel „Cash war gestern“ den vielfältigen Bereichen der Thematik, angefangen bei Marktdaten zum Zahlverhalten der Deutschen über Informationen zum kontaktlosen Bezahlen in Micro Markets bis hin zu Produktnews aus der Branche. Darüber hinaus lassen wir auch Anwender aus der GV-Branche zu Wort kommen.

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Kartenzahlung immer häufiger

Doch im heutigen Alltag wird deutlich, dass bargeldloses Bezahlen und die Karte das Bezahlverhalten der meisten Bürger dominiert. Gerade die Generationen unter 60 Jahren sind längst auf die Karte umgestiegen. Mehr als die Hälfte (53 %) der 16- bis 59-Jährigen geben an, am liebsten mit einer Karte, z. B. der Girocard und/oder dem Smartphone zu bezahlen. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach (IfD) im Auftrag der Initiative Deutsche Zahlungssysteme e.V. unter 1.074 Personen. Bei den über 60-Jährigen sind es lediglich 24 %. Scheine und Münzen sind in dieser Generation noch immer fest verhaftet: Drei Viertel (75 %) von ihnen zahlen am liebsten nach wie vor in bar. Die Befragten unter 60 Jahren bevorzugen zu 45 % das Bargeld.

Doch auch bei den über 60-Jährigen ist der Wandel hin zur Karte bereits zu erkennen. Ein Blick zurück offenbart, dass immer mehr Menschen dieser Altersgruppe heute deutlich lieber die Karte zücken: Gaben 2018 noch 12 % der über 60-Jährigen an, präferiert mit Karte zu zahlen, sind es heute bereits doppelt so viele.

Wenn es um neue digitale Technologien geht, sind – wenig überraschend – vor allem die 16- bis 29-Jährigen innovationsbereit. Die Zahlung über das Smartphone ist bei ihnen überdurchschnittlich beliebt. Knapp jeder Sechste (15 %) von ihnen sagt, an der Kasse grundsätzlich am liebsten mit dem Smartphone zu zahlen. Bei den über 60-Jährigen gibt dies bisher noch so gut wie niemand an.

Digitalisierung führt zu bargeldlosem Bezahlen

Mehr als jeder dritte Befragte (36 %) gibt an, durch die Corona-Pandemie nun häufiger mit Karte zu zahlen. Dem stimmen vermehrt die jüngeren Generationen zu: Von den unter 60-Jährigen haben 43 % in Geschäften vermehrt mit Karte statt mit Bargeld bezahlt. Bei der überwiegend bargeldaffinen älteren Generation gibt dies knapp ein Viertel (24 %) an.

Der Trend zu elektronischen Bezahlverfahren an sich ist nicht neu: von 2016 bis 2020 hat sich die Zahl der Girocard-Transaktionen fast verdoppelt (von 2,9 auf 5,5 Milliarden). Entsprechend sagt knapp die Hälfte der Kunden (46 %), dass Bargeld für sie heute wesentlich weniger wichtig ist als noch vor zehn Jahren – weil es genügend andere Bezahlarten gibt. Das ergab eine repräsentative Befragung von Kunden und Händlern durch infas quo im Auftrag der Euro Kartensysteme im Juni 2021. Passend dazu haben die Befragten immer weniger Münzen und Scheine in der Tasche: Jeder Dritte (33 %) gibt an, heute weniger Bargeld dabeizuhaben als noch vor zehn Jahren und fast die Hälfte (46 %) hebt auch seltener Bargeld ab.

Auch Kleinbeträge bargeldlos

Auch SumUp, Finanztechnologie-Anbieter im Bereich digitaler Zahlungen, hat in einer rückblickenden Analyse die Zahlen des Jahres 2021 ausgewertet. Dass viele Händler die Pandemie-Zwangspausen für dringend notwendige Digitalisierungsmaßnahmen und den Ausbau ihrer Payment-Angebote genutzt haben, schlägt sich deutlich in den Auswertungen nieder: So ist deutschlandweit 2021 im Vergleich zum Vorjahr ein starker Anstieg des durchschnittlichen Transaktionsvolumens pro Händler von über 21 % zu beobachten. Noch deutlicher wird es bei der Betrachtung der durchschnittlichen Anzahl an Transaktionen pro Händler: Hier kann sogar ein Wachstum um 32 % verzeichnet werden.

Dabei werden jedoch nicht nur große Anschaffungen mit der Karte bezahlt, auch für kleine Beträge wird das Bargeld immer öfter im Portemonnaie gelassen. So stiegen die Transaktionen unter 5 Euro deutschlandweit im Vergleich zum letzten Jahr um knapp 11 % an, Zahlungen zwischen 6 und 10 Euro nahmen sogar um fast 14 % zu. Zusammengenommen ergibt dies ein Wachstum im Vergleich zum Vorjahr von nahezu 13 % bei Transaktionen zwischen 1 und 10 Euro.

Gemessen an der durchschnittlichen Zahl der Transaktionen pro Händler ist Berlin die Region in ganz Deutschland, in der am häufigsten bargeldlos bezahlt wird. An zweiter Stelle folgt Hamburg, Schleswig-Holstein liegt auf dem dritten Platz.

Auf einen Blick

  • Generationen unter 60 Jahren bevorzugen Kartenzahlung, während über 60-Jährige nach wie vor gerne Bargeld nutzen.
  • Zahlungen per Smartphone werden bislang vorrangig von den 16- bis 29-Jährigen getätigt.
  • Die Corona-Pandemie hat die Nutzung des bargeldlosen Bezahlens vorangetrieben.
  • Auch Kleinbeträge werden häufiger bargeldlos gezahlt.

Serie rund um bargeldloses Bezahlen

Lesen Sie im zweiten Teil unserer Serie zum bargeldlosen Bezahlen, inwieweit sich kontakloses Bezahlen, z. B. auf Mobiltelefonen, durchgesetzt hat. Den Beitrag dazu finden Sie in Kürze hier.

Und hier finden Sie mit einem Klick Produkte und Konzepte dazu:

Produkte rund ums bargeldlose und kontaklose Bezahlen

Produkte kontaktloses Bezahlen

Michael Teodorescu / Redaktion GastroInfoPortal

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