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Digitale Bindung

Datum: 07.07.2017Quelle: Redaktion GVmanager; Foto: kamasys, ventopay, bonvito Ort: München
‚Papier ist geduldig‘ – Jeder kennt den Ausdruck. Heute gilt in der Gemeinschaftsverpflegung aber immer mehr das Motto ‚Zeit ist Geld“, betont Jutta Siemantel, OrgaCard Marketing. Schnelles Arbeiten und eine hohe Kundenbindung sind allerdings nur möglich, wenn alle relevanten Daten stets zur Verfügung stehen. Die richtige Software unterstützt und sorgt für Orientierung bei den GV-Managern, denn für sie ist auch die Genauigkeit der Produktionsanforderung bares Geld. Optimale und individuelle Versorgung spüren vor allem die Tischgäste.

Pace Paparazzi Catering & Event arbeitet deshalb seit 2013 u. a. mit einer App, die bislang ca. 4.000 Mal heruntergeladen wurde. „Wir wollten unseren Gästen mehr bieten, als nur den Speiseplan als PDF-Datei. Wir wollten mit ihnen in Interaktion treten und Feedback sammeln, um z. B. unseren Menüplan an Wünsche anpassen zu können“, erklärt Mathias Quetz, Teamleiter Innovationsmanagement bei Pace Paparazzi Catering & Event. Die selbst entwickelte App bietet z. B. einen Allergenfilter, der den Tischgast über Unverträglichkeiten im Gericht informiert oder einen Newschannel, der Informationen per Push-Nachricht übermittelt. GV-Verantwortliche können dem Gast so Neuigkeiten direkt mitteilen und über spezielle Aktionen bzw. aktuelle Angebote informieren. „Die App hilft uns, nah beim Gast zu sein und die Kundenbindung zu stärken. Dadurch können wir immer wieder Anreize geben, die Betriebsgastronomie zu besuchen und nicht die umliegende Gastronomie“, beschreibt Mathias Quetz.

 
Baukastenprinzip
Softwarelösungen müssen so eingesetzt werden, dass sie dem Betrieb und vor allem den Küchenleitern einen klaren Nutzen bringen und dennoch nicht als Kundenbindungsprogramm wahrgenommen werden. Dabei hilft es, bestimmte Tages- oder Bearbeitungsvorgänge zu erfassen, um so zu prüfen, welche Lösungen Sinn machen. Dabei ist die Unternehmensgröße nicht das entscheidende Kriterium für die Auswahl des Systems. Im Fokus stehen vielmehr die Unternehmensziele, die im Vorfeld klar definiert sein sollten. Zur Unterstützung der Kundenbindung und zu Marketingzwecken bietet es sich z. B. an, mehrere Informationskanäle gleichzeitig zu nutzen. „Gerade in Produktionsbetrieben können noch nicht alle Gäste über Smartphones erreicht werden. Unser Ansatz ist daher, ein zentrales Verwaltungssystem mit modularer Anbindung von mobiler App, Web-Speiseplan (Internet/Intranet), Touchstellen, Monitoren und anderen Ausgabemedien anzubieten“, erklärt Ronald Geißler, Marketing Manager bei Kamasys.

Zielgruppenorientiertes Arbeiten ist hier das Stichwort. Nur wer seine Gäste kennt, kann sie mit den richtigen digitalen Features versorgen. Deshalb ist es wichtig, dass die Software über einen modularen Aufbau verfügt und gegebenenfalls ergänzt werden kann. „Durch den modularen Aufbau unserer App können einzelne Funktionen je nach Wunsch aktiviert oder deaktiviert werden. Zudem besteht die Möglichekit sie auf das Corporate Design des jeweiligen Unternehmens anzupassen“, erklären Dr. Josef Langer und Ing. Johannes Reichenberger, die Geschäftsführer von Ventopay.

Dennoch gilt: klein anfangen. „Wer von heute auf morgen alles umsetzen möchte, was wir und unsere Kollegen im Portfolio haben, der müsste umsatteln und sich nur noch um die IT kümmern“, erklärt Tim Hemker, Leiter Partner Relations bei Qnips, und ergänzt: „Vielleicht startet man also erst einmal mit dem Speiseplan in einer App und fügt dann nach und nach immer mehr Module hinzu.“ Hier hilft auch das Feedback der Tischgäste, denn nicht selten haben sie weiterführende Ideen, die dem GV-Manager bei der richtigen Ausrichtung helfen. Zudem sorgen die Systeme dafür, dass der Küchenleiter sukzessive eine ständig wachsende Kundendatenbank aufbauen und verwalten kann – ohne offensiv beim Tischgast nachfragen zu müssen.

 
Schnell und sicher
„Im Kern ist die schnelle und unkomplizierte Datenerhebung zur Erstellung von Kundenprofilen das wertvollste Tool, da es hilft, mögliche Trends frühzeitig zu erkennen“, beschreibt Johannes Sohnle, Geschäftsstellenleiter der EDV-Service Schaupp. Auf diesem Weg erhält der Verantwortliche schnelles Feedback auf sein Angebot und kann somit die Vorlieben der Gäste für die weitere Planung und Produktion berücksichtigen. Vorteile in puncto Schnelligkeit und Sicherheit sieht auch Tim Hemker: „In Deutschland gibt es noch immer viele Betriebsgastronomien, in denen die Speiseplanung teilweise noch in Excel betrieben wird. Selbst mit ordentlicher Warenwirtschaft im Rücken ist es aufwändig, die Beschilderungen rechtskonform zu erstellen.“ Die passende Software sammelt hier alle wichtigen Daten und sorgt für die richtige Wiedergabe bzw. Verteilung. Zudem können Küchenleiter den Speiseplan mit wenigen Klicks in der App, auf der Website, im Intranet, am Counter, auf Monitoren oder E-Paper-Displays einstellen – inklusive aller je Gericht enthaltener Allergene und Zusatzstoffe.

Ein schnelles und innovatives Zahlverfahren ohne Bargeld erleichtert dem Mensateam zusätzliche Arbeit und spart Zeit, denn so entfällt, dass die Service-Mitarbeiter umständlich Wechselgeld herausgeben müssen. „Wir nutzen seit 2014 einen digitalen Bezahlservice. Wir betonen damit unseren Servicegedanken und sorgen beim Gast für eine schnelle Verpflegung sorgen, ohne langes Anstehen an der Kasse, weil z. B. Wechselgeld fehlt“, sagt Mathias Quetz. Da es an der Kasse schneller geht, haben die Gäste mehr Zeit, um in Ruhe ihr Essen zu genießen. Dies wertet den gesamten Besuch auf und die Betriebsgastronomie punktet beim Gast.

Aber auch die klassische Kundenkarte entwickelt sich weiter und kann ein Kompromiss sein, wenn der GV-Verantwortliche digitaler arbeiten möchte, seine Zielgruppe aber nicht technikaffin ist. „Die Karte ist stabil, hat immer Empfang, keine Akkuprobleme und liegt griffbereit im Portemonnaie. Bei unserem bonVito speichert die Karte selbst keine Daten, sondern dient als Identifikation“, beschreibt Mika Kaijo, Geschäftsbereichsleiter bei bonVito. Das bedeutet: Direkt beim Einscannen der Karte wird der Kontostand des Besitzers, die Anzahl der Bonuspunkte oder -stempel, mögliche Berechtigungen für Direktrabatte oder Kampagnenteilnahmen des Inhabers überprüft. „Dabei muss sich der Karteninhaber nicht registrieren und seine Daten preisgeben“, betont Mika Kaijo.

Die meisten Anwendungen sind anwenderfreundlich programmiert und zeichnen sich durch eine intuitive Bedienung aus. Dennoch muss die Integration einer neuen Software bzw. eines neuen Moduls geplant werden. Im Vorfeld helfen hier Schulungen für das Küchenteam, die über die Arbeit mit dem System informieren. „Für einen reibungslosen Start sorgen Anwenderschulungen vor Ort. Auch im Nachgang stehen wir unseren Kunden mit Rat und Tat zur Seite. Im Falle einer Systemeinführung ist eine gute Vorbereitung das A und O. Prozesse müssen geprüft und Abläufe optimiert werden“, erklärt Jutta Siemantel von OrgaCard.

Software kann GV-Betriebe in ihrer Arbeit unterstützen. Wichtig sind in jedem Fall die richtige Planung und eine individuelle Herangehensweise, denn keinem GV-Verantwortlichen ist geholfen, wenn er eine Software integrieren möchte, die den Tischgast nicht anspricht.

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