x
Kamasys Sodexo Gästezahlen Ampel

Bei Grün gehen, bei Rot stehen

Datum: 09.03.2021Quelle: B&L MedienGesellschaft | Bilder: Kamasys, Sodexo, Colourbox.de/Evannovostro, Deutsche Telekom, privat| Ort: München

Lange Warteschlangen an der Ausgabe und die Suche nach dem passenden Platz für das Mittagessen mit Kollegen gehören – seit Beginn der Coronakrise – in Betriebsrestaurants und Cafeterien der Vergangenheit an. Denn, wo sich sonst zum High Noon die Gäste die Klinke in die Hand geben, ist durch vermehrtes Homeoffice weniger los. Dennoch ist es gerade in der aktuellen Zeit wichtig, das Gästeaufkommen im Blick zu behalten – einerseits von Seiten der Küchenmitarbeiter, andererseits auch auch von Seiten der Gäste. Eine passende Lösung dazu bietet z. B. Kamasys mit dem 2D-Kundenfrequenzmesser. Marcel Konrad, Geschäftsführer von Kamasys, betont:

Kamasys Sodexo Gästezahlen
Marcel Konrad, Geschäftsführer von Kamasys

„Die Einhaltung der gesetzlich vorgegeben Hygienerichtlinien und des Mindestabstandes bzw. der maximalen Gastanzahl kann so zuverlässiger umgesetzt werden“.

Der Kundenfrequenzmesser (KFM) wird im Deckenbereich direkt über dem Eingang installiert und kann dabei in der Höhe zwischen 3 und 5,5 Meter variieren. Benötigt wird zum Betrieb des KFM dazu lediglich ein Strom- und ein Netzwerkanschluss. „Im Zusammenspiel mit dem Modul Auslastungsanzeige in unserer Mittagstisch-App und unserem Mittagstisch-Webspeiseplan kann der Gast sich bereits vorab zur Live-Auslastung des Restaurants informieren und somit langen Wartezeiten entgehen und das Social Distancing im Restaurant wahren“, nennt Marcel Konrad entscheidende Vorteile.

In ausgewählten Betriebsrestaurants und Krankenhauscafeterien, betrieben durch Sodexo, kommt ebenfalls Sensortechnik zur Überwachung des Gästeaufkommens zum Einsatz: So registrieren Sensoren unter den Tischen und an den Zugängen seit Mitte Juni 2020 z. B. im Universitätsklinikum Tübingen, wie viele Menschen sich im Raum befinden. „Digitale Innovation hat bei Sodexo bereits vor Covid-19 eine zentrale Rolle gespielt. In der neuen Realität, die sich uns stellt, werden smarte digitale Lösungen, die bestehende Prozesse oder ganze Geschäftsmodelle vereinfachen, noch wichtiger“, weiß Rita Illigen, Director Digital bei Sodexo Central Europe.

Einfache Installation

Für das Uniklinikum Tübingen stand fest, dass bei einer Wiedereröffnung des Restaurants die Anzahl der Gäste stets kontrolliert werden muss, um einen konstanten Fluss zu gewährleisten. „Die Covid-19-Pandemie hat uns als Krankenhaus der Maximalversorgung vor verschiedenste große Herausforderungen gestellt. Das galt auch für das Betriebsrestaurant, denn die Pflege- und Ärzteschaft arbeitet nicht im Homeoffice, sondern vor Ort nah am

Kamasys Sodexo Gästezahlen
Rita Illigen, Director Digital bei Sodexo Central Europe

Patienten“, betont Christian Anton, Leiter Geschäftsbereich Personal des Uniklinikums Tübingen und Geschäftsführer der UDO Universitätsklinikum Dienstleistungsorganisation, und ergänzt: „Entsprechend wichtig ist bei der anspruchsvollen Tätigkeit eine ausgewogene Ernährung und warme Küche unter hygienisch einwandfreien, sicheren Bedingungen.“

Von der Anfrage zur Sensorlösung bis zur Liveschaltung dieser vergingen nur vier Wochen. Denn: „Bei allen digitalen Lösungen, die wir vorantreiben, gilt das Prinzip: Die Installation soll sich möglichst ohne große Eingriffe in die bestehende IT-Infrastruktur vor Ort einfügen. Die benötigte Hardware und Software sind Teil der Sensorlösung, die von uns installiert wird. Die Software ist webbasiert“, erklärt Rita Illigen.

Freie Plätze verfügbar

Der Kundenfrequenzmesser von Kamasys und auch die Sensorlösung von Sodexo sind allerdings keine Neuentwicklungen, die speziell im Zuge der Corona-Pandemie Einzug in die Portfolios gehalten haben. Den 2D-Kundenfreqenzmesser mit dem Modul Auslastungsanzeige gibt es bei Kamasys z. B. bereits seit 2018. Mit Beginn der Corona-Pandemie wurde ergänzend das Modul Einlasssteuerung neu entwickelt. „Durch die Kombination von KFM zusammen mit der Einlasssteuerung wird der Gast an neuralgischen Punkten wie dem Eingangsbereich oder Nebeneingängen per Tablet oder Monitor darüber informiert, wie viele Plätze im Betriebsrestaurant aktuell noch zur Verfügung stehen“, erläutert Marcel Konrad.

Kamasys Sodexo Gästezahlen
Das Kamasys-System zeigt an, ob es freie Plätze gibt.

Die Lösung von Sodexo lohnt sich immer dann, wenn die Zahl der freien Plätze nicht einfach überschaubar ist, etwa in großen, verwinkelten oder mehrstöckigen Restaurants sowie in Betriebsgastronomien großer Gebäudekomplexe, die von verschiedenen Unternehmen genutzt werden. Die Nachfrage nach Sensorenlösungen durch Kunden von Sodexo hat, wie Rita Illigen einräumt, durch die Coronakrise Fahrt aufgenommen. Auch Marcel Konrad von Kamasys bestätigt dies: „Die Nachfrage nach unserer Lösung steigt im Zuge der Corona-Pandemie immer mehr an. Lösungen zur Regulierung des Gäste- bzw. Kundenaufkommens werden zukünftig immer wichtiger in den Bereichen der Gemeinschaftsgastronomie.“

Stop or Go?

Kamasys Sodexo Gästezahlen
Auf einem Bildschirm wird Sodexo-Gästen die Auslastung sowie die belegten/freien Plätze angezeigt.

Um trotzdem eine Schlangenbildung vor dem Restaurant zu vermeiden, bieten die Lösungen von Kamasys und Sodexo die Abbildung des Gästeaufkommens in Echtzeit über die Mittagstisch- bzw. die Bite-App. „Wir als Dienstleiter optimieren damit unseren Service für den Gast. Niemand will mit einem vollen Tablett einen freien Patz suchen müssen. Wer auf dem Handy oder im Intranet vom Arbeitsplatz aus einsehen kann, ob Plätze frei sind, der plant seine Mittagspause anders. Dies ist schließlich auch ein Plus für die Effizienz bei der Arbeit“, betont Rita Illigen.

Kamasys geht mit seiner Lösung sogar noch einen Schritt weiter: Neben der aktuellen Auslastung des Restaurants, die Gäste via App oder Webspeiseplan jederzeit live einsehen können, können Anfragen zu freien Plätzen über das Modul Tischreservierung ebenfalls über die App getätigt werden.

Vorausgesetzt dafür ist die reibungslose Funktion der technischen Lösungen sowie die Einhaltung der Regeln, wie Rita Illigen betont:

„Unsere digitale Ampel setzt genau wie die Ampel im Straßenverkehr auf die freiwillige Mitwirkung der Teilnehmer und den Wunsch, sich an Regeln zu halten. Sprich: Wenn der Bildschirm rot ist, trete ich auch nicht ein.“

Wie sieht ein Praxisbeispiel aus? Wir haben nachgefragt bei

Christof Heinrichs, Zentrales Catering Management, Deutsche Telekom AG, Köln

Herr Heinrichs, welche Gründe waren ausschlaggebend für Sie, ein digitales Auslastungsbarometer in Ihre Betriebsrestaurants zu integrieren? Planen Sie dieses auch nach überstandener Coronakrise und einer dementsprechend höheren Auslastung weiter zu nutzen?

Kamasys Sodexo Gästezahlen
Christof Heinrichs, Zentrales Catering Management der Deutschen Telekom AG

Durch das Abstandsgebot musste die Sitzplatzkapazität auf ca. 30 Prozent reduziert werden. Da insbesondere unsere großen Betriebsrestaurants am Sitz unserer Zentrale in Bonn schon im Normalbetrieb zur Primetime nahezu ausgelastet sind, war sofort klar, dass die Kapazität ohne „intelligente Steuerung“ bei Weitem nicht reichen würde. Daher die Inbetriebnahme des Auslastungsbarometers.

Die Lösung hat sich bewährt und kommt bei unseren Mitarbeitern gut an. Auch nach Corona hilft das bei der „Entzerrung“ der Primetime. Daher werden wir die Lösung ganz klar auch weiterhin nutzen.

Wie lang hat es von der ersten Idee bis zur Inbetriebnahme gedauert? Warum haben Sie das Auslastungstool selbst konzipiert?

Wir haben ca. zwei Monate gebraucht, wobei aus unserer Sicht die Lieferung und Installation der Hardware, die Programmierung, der „dry run“ und auch die Abstimmung mit den zuständigen Betriebsratsgremien sehr zügig abgelaufen ist.

Wir haben klassisch Sensoren an den Ein- und Ausgangstüren installiert, die die eintretenden bzw. austretenden Personen einzeln erfassen. Zusätzlich nutzen wir eine Gebäudemanagement-Plattform der T-Systems zur Konsolidierung der Sensoren und zur Steuerung der Datenströme. Dies ist insbesondere wichtig, da wir die Lösung weiter ausbauen und auch in andere Applikationen integrieren wollen.

Welchen Mehrwert bietet die Integration der Lösung für das Küchenteam? Welche Vorteile sehen Sie auch für die Tischgäste selbst?

Ganz ehrlich: Für das Küchenteam ergibt sich kein nennenswerter Effekt – Reinigungsaufwand, etc. ergibt sich aus der Belegungsdichte im Betriebsrestaurant. Unser Auslastungstool verteilt das zwar besser, jedoch heißt das lediglich, dass möglichst keine Gäste vor der Tür warten müssen. Nicht aber, dass in Summe mehr oder weniger Gäste kommen.

Den Nutzen haben demzufolge die Tischgäste – und wir als Arbeitgeber, weil wir „Frust“ durch Wartezeiten vorbeugen.

Ihre Gäste können bereits vom Arbeitsplatz aus prüfen, ob noch Plätze frei sind. Besteht ggf. auch die Möglichkeit, Tischreservierungen für einen bestimmten Zeitraum vorzunehmen?

Darüber haben wir nachgedacht und uns dann dagegen entschieden. Das Auslastungstool will ja das Gegenteil: nämlich Flexibilisierung und situationsgerechte Nutzung. Die Reservierung von Plätzen würde dem entgegen laufen und die gewünschte Flexibilisierung hemmen.

Glauben Sie, dass derartige Lösungen zur Regulation des Gästeaufkommens in GV-Betrieben künftig immer wichtiger werden?

Das hängt davon ab, wie stark ein Betriebsrestaurant genutzt wird: Unsere Großkantinen sind z. B. sehr stark frequentiert. Wir haben aber auch einige recht kleine Casinos, die weniger stark genutzt werden – da sehen wir den Bedarf nicht. Hilfreich ist es in Betriebsrestaurant, deren Sitzplätze in drei bis vier Stunden täglich mindestens zweieinhalb- bis dreimal belegt werden und die regelmäßig einen Peak haben, zu dem das Gästeaufkommen auf einen Schlag besonders hoch wird.

Danke für das Gespräch!

Sarah Hercht / Redaktion GVMANAGER

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren

„Immer so frisch wie möglich“ Bei Truma in Putzbrunn bei München fand ein Philosophiewechsel bei der Verpflegung der Mitarbeiter statt. In unserer aktuellen Ausgabe des GVMANAGER b...
Automatenverpflegung – Alternative oder Zuku... Take-away-Angebote und Automatenlösungen sind in GV-Betrieben aktuell gefragter denn je. Mit ihrer Kooperation reagieren ErfaFoodService und der Bunde...
Artikel mit Bildern drucken Artikel ohne Bilder drucken

Newsletter

Immer die aktuellsten Informationen. Melden Sie sich hier für unseren Newsletter an.
Zum Datenschutz

Send this to friend