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“Neu” heißt nicht automatisch “bleifrei”

Datum: 11.10.2021Quelle: Sanha GmbH & Co. KG | Bild: silverjohn-on-depositfotos.com | Ort: Essen

Wasser ist das wichtigste Lebensmittel überhaupt und wird umfassend geschützt: Hygienisch einwandfrei muss es sein und ohne schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit. Daher müssen negative Einflüsse jeglicher Art vermieden werden. Dazu gehört ganz besonders der Eintrag von Blei – der Grenzwert wurde soeben erst erneut reduziert und es muss damit gerechnet werden, dass Prüfungen in großen Neubauten zunehmen werden.

Die Trinkwasserhygiene sowie die Einhaltung aller vorgeschriebenen Grenzwerte sind sensible, komplexe Themen und müssen bei Bauprojekten entsprechend berücksichtigt werden. Um ein gutes und sicheres Ergebnis zu erzielen, ist eine Weichenstellung schon in der Planungsphase erforderlich.

Verarbeiter, aber auch Bauherr und Nutzer tragen die volle Verantwortung für die Einhaltung aller Vorgaben und können bei Problemen oder Gefährdungen zur Rechenschaft gezogen werden.

Gründe für Qualitätseinbußen gibt es eine ganze Reihe:

  • die Art der Rohrleitungsinstallation,
  • Kontakt mit ungeeigneten Werkstoffen,
  • Stagnation in weniger bis nicht genutzten Leitungsabschnitten
  • unzulässige Erwärmung uvm.

Werden diese Faktoren bei einer Trinkwasserinstallation außer Acht gelassen, kann das Wachstum von Bakterien gefördert werden. Diese sind zum Beispiel für Infektionen verantwortlich.

Die folgenden Hinweise rund um die Trinkwasserqualität helfen dabei, eine hochwertige, auf Sicherheit und Nachhaltigkeit ausgelegte Installation herzustellen. Immerhin muss sie für eine kalkulierte Lebensdauer von 50 Jahren den funktionalen Anforderungen entsprechen.

Neu = bleifrei?

Bei neu errichteten Gebäuden könnte leicht der Eindruck entstehen, die installierten Systeme für Trinkwasser seien per se bleifrei. Um es klar zu sagen: Dem ist nicht so. Bekannt ist, dass zu viel Blei eine Gesundheitsgefährdung verursacht, vor allem bei Ungeborenen, Säuglingen und Kleinkindern. Blei ist schon in geringsten Dosierungen gesundheitsschädlich. Es ist in der Trinkwasserrichtlinie der Stoff mit den mit Abstand größten negativen Gesundheitsfolgen. Deshalb wurde zur Sicherung der Trinkwasserqualität der Grenzwert auf 5 Mikrogramm pro Liter erst in diesem Jahr erneut halbiert. Auf der kommenden neuen Positivliste der europäischen Chemikalienagentur ECHA werden zudem ausschließlich Produkte geführt, die diesen Wert einhalten. Außerdem: Der Grenzwert bezieht sich auf die Summe des gesamten Bleieintrags – theoretisch darf durch de Hausinstallation nur die Hälfte dieses Wertes eingetragen werden.

Diese Überlegungen sind nicht unerheblich: Alle wasserberührten Komponenten nach der Übergabe in das Gebäude – von Armaturen über Rohrverbindungen bis zu Wasserzählern – sowie die Zusammensetzung des Wassers können sich auf den Bleigehalt auswirken. Wie schwierig es in der Praxis ist, dies im Schadensfall herauszufinden, kann sich jeder vorstellen. Und: Kein Installateur möchte die Wände eines Neubaus aufstemmen und die Trinkwasserleitungen neu installieren, weil eine Abnahme eine Grenzwert-Überschreitung ergeben hat!

Drastische Konsequenzen

Daraus ergibt sich Folgendes: Selbst wenn ausschließlich die aus den zugelassenen Werkstoffen hergestellten Produkte installiert werden, kann es zu einer Grenzwertüberschreitung von 0,01 mg/l kommen. Dies könnte beispielsweise durch die Summe der eingebauten Komponenten geschehen. Wenn dies eintritt, darf das Wasser nicht mehr zum Trinken und zur Nahrungsmittelzubereitung genutzt werden. Es folgt dann die Suche nach den Ursachen und die Behebung – ein aufwändiger und womöglich kostenintensiver Prozess.

Die Lösung: ohne Blei

Dem lässt sich vorbeugen – durch die Wahl bleifreier Komponenten ab der Übergabestelle vom Wasserversorger zur häuslichen Installation. Zahlreiche Systemfittings aus bleifreier Siliziumbronze (CuSi) aus verschiedenen Serien stehen heute zur Verfügung. Da sie das unerwünschte Element nicht enthalten, geben sie auch nichts von diesem an das Trinkwasser ab. Dies wird bei einem Qualitätshersteller wie SANHA mit zahlreichen Zertifizierungen belegt. Auch die hochwertigen Komponenten aus Edelstahl eignen sich für bleifreie Installationen. Über die möglichen Kombinationen gibt die Tabelle Auskunft.

Weitere Materialeigenschaften

Neben dem Aspekt „Bleifrei“ spielt auch die Materialqualität eine Rolle. Siliziumbronze ist äußerst beständig gegen Entzinkungs- und Spannungsrisskorrosion. Durch die äußerst reine Oberfläche und Entzinkungsbeständigkeit stellt beispielsweise die Fitting-Serie PURAPRESS von SANHA eine sehr hygienische Premiumlösung dar. Durch die hohe Werkstoffdichte entsteht zudem keine Gussporosität. Werden die Komponenten fachgerecht installiert, ergibt sich eine hochwertige Trinkwasseranlage. Bei der Planung sind zudem noch weitere wichtige Aspekte zu bedenken.

Aus der Trinkwasser-Verordnung:

§ 4 Allgemeine Anforderungen

(1) Trinkwasser muss so beschaffen sein, dass durch seinen Genuss oder Gebrauch eine Schädigung der menschlichen Gesundheit insbesondere durch Krankheitserreger nicht zu befürchten ist. Es muss rein und genusstauglich sein. Diese Anforderung gilt als erfüllt, wenn bei der Wasseraufbereitung und der Wasserverteilung mindestens die allgemein anerkannten Regeln der Technik eingehalten werden und das Trinkwasser den Anforderungen der §§ 5 bis 7a entspricht.

SANHA-Systeme für die Trinkwasser-Installation

SANHA-Systeme für die Trinkwasser-Installation

Rohre Werkstoff zu beachten mit Fittings aus System Werkstoff
NiroSan Edelstahl

1.4404/1.4521

d ≤ 108 mm NiroSan Edelstahl
Kupferrohr Kupfer nach
DIN EN 1057 bzw.DVGW GW 392
d ≤ 108 mm (1) SANHA-Press

(2) PURAPRESS

(1) Kupfer

(2) bleifreie Siliziumbronze

MultiFit-Flex Mehrschicht­verbundrohr Rollen bis d=32 mm

Stangen bis d=63 mm

(1) 3fit-Press

(2) 3fit-Push

(1) bleifreie Siliziumbronze und PPSU

(2) Kupferlegierung

 

Sanha GmbH & Co. KG

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