x

IHO gegen neue Hygieneregel

Datum: 21.08.19Quelle: IHO | Foto: Pixabay on Pexels | Ort: Frankfurt am Main |

Der Fachbereich Gesundheitswesen im IHO steht einer Verkürzung der Einwirkzeit auf 15 Sekunden in der hygienischen Händedesinfektion kritisch gegenüber.

In einigen Publikationen wird eine Verkürzung der Einwirkzeit alkoholischer Händedesinfektionsmittel auf 15 Sekunden diskutiert. Auch die Aktion „Saubere Hände“ empfiehlt die reduzierte Anwendungszeit. Der Fachbereich Gesundheitswesen im Industrieverband Hygiene und Oberflächenschutz IHO steht einer Verkürzung der Einwirkzeit auf 15 Sekunden in der hygienischen Händedesinfektion kritisch gegenüber.

Begründung der IHO

In keiner der zitierten Studien wurden die methodischen Vorgaben der EN 1500:2013 erfüllt. So wurde z. B. in der Studie von Kramer et al. (2017) die Einreibezeit sowie das Volumen des verwendeten Referenzalkohols halbiert. Dadurch werden die Anforderungen der Methode stark reduziert. In der Studie von Pires et al. (2017) erfolgte eine Testung verschiedener Einwirkzeiten ohne den Vergleich mit dem vorgegeben Referenzverfahren, wodurch keine Aussagen über das Bestehen der Normenanforderungen möglich sind.

Nicht alles getestet

Die Prüfung nach der gültigen Norm EN 1500:2013 erfolgt in einem praxisnahen Versuch und wird mit Bakterien (E. coli) als Prüforganismus auf den Händen durchgeführt, d. h. diese Prüfung deckt die Wirksamkeit gegen Bakterien ab. Andere Wirkspektren, wie z. B. begrenzt viruzid plus, die mit anderen Testverfahren getestet werden, sind dabei nicht abgedeckt. Eine auf 15 Sekunden verkürzte hygienische Händedesinfektion gewährleistet somit keine Wirksamkeit gegenüber allen ausgelobten Wirkspektren.

Bei 30 Sekunden bleiben

Die im IHO organisierten Hersteller von Produkten für die hygienische Händedesinfektion empfehlen eine Einwirkzeit von mindestens 30 Sekunden, da die Wirksamkeitsprüfung gemäß der gültigen Norm genau diesen Zeitraum vorschreibt. Im Rahmen der Zulassung sind die Hersteller von Desinfektionsmitteln daran gebunden, sich an die gültigen Normen zu halten und dürfen bei der Testung nicht davon abweichen.

Volumen, Einwirkzeit und Technik

Weicht der Anwender von der vom Hersteller angegebenen Einwirkzeit ab, ist eine Risikobewertung für die jeweilige Verwendung durchzuführen. Dabei sollten folgende Aspekte berücksichtigen werden. So ist für die Wirksamkeit der hygienischen Händedesinfektion die vollständige Benetzung der Hände mit dem Desinfektionsmittel entscheidend. Diese hängt im Wesentlichen von drei Parametern ab: verwendetes Volumen, Einwirkzeit und Einreibetechnik.

Die Veränderung eines Parameters, wie etwa die Reduktion der Einwirkzeit auf 15 Sekunden, erhöht das Risiko einer unzureichenden Benetzung und folglich einer unzureichenden Wirksamkeit. Zudem besteht das Risiko, dass durch den Anwender zusätzlich ein zu geringes Volumen verwendet werden könnte, um eine schnellere Trocknung der Hände nach 15 Sekunden zu erreichen.

Eva Fürst / Gastroinfoportal

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren

Welttag der Pflanzenmilch Der Weltpflanzenmilchtag (World Plant Milk Day) macht jährlich auf die Vielfalt der Milchalternativen aufmerksam. Initiiert von ProVeg und Plant Based...
Pausenbrot und Schulmahlzeiten Schule geht bald los, und viele Eltern fragen sich, was sie tun können, damit ihr Kind rundum fit durch den Schultag kommt. Wichtig dabei: Abwechslung...
Mehr WLAN für alle Ein weiterer Schritt in Richtung Digitalisierung in Gastronomie, Handel und Hotel: Die Socialwave GmbH hat die MeinHotspot GmbH übernommen. Damit bünd...
Artikel mit Bildern drucken Artikel ohne Bilder drucken

Newsletter

Immer die aktuellsten Informationen. Melden Sie sich hier für unseren Newsletter an.
Zum Datenschutz

Send this to friend