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Colourbox.de_Interieur

Nicht nur praktisch, sondern auch schön

Datum: 11.06.2018Quelle: Linda Seehofer | Foto: Colourbox.de | Ort: Trier

Rund 80 % der Restaurantbesucher wünschen sich nicht nur kulinarische Köstlichkeiten, sondern auch ein angenehmes Ambiente. Dieses wird durch viele verschiedene Faktoren wie das Klima in den Räumlichkeiten, den Lärmpegel im Restaurant sowie das Mobiliar beeinflusst. Das Interieur sollte deshalb zwar auch, aber eben nicht nur, praktisch sein, sondern in erster Linie schön aussehen.

Das Auge isst mit

Ein Sprichwort, das in der Regel auf das Essen selbst bezogen wird. Natürlich muss auch dieses ansprechend angerichtet werden. Ein satter Farbenmix, schöne Formen und etwas Dekoration als Hingucker können aus einem gewöhnlichen Gericht einen Gourmet-Genuss zaubern, keine Frage. Mittlerweile gibt es für solche Fragen sogar speziell ausgebildete Food Designer, welche sich mit kulinarischen Kreationen ihren Lebensunterhalt verdienen. Doch das Auge isst nicht nur bei der Speise mit, sondern auch im Großen und Ganzen. Das Erscheinungsbild eines Restaurants sei eine Art Visitenkarte, ist sich rund ein Drittel der Befragten einer Umfrage aus dem Hause Bookatable by Michelin einig. 52 % wünschen sich ein einzigartiges Interieur. Für 18 % muss das Ambiente zumindest stimmig sein, damit sie zufrieden sind. Dieses gänzlich zu vernachlässigen, kann demnach für Gastronomen geschäftsschädigend wirken. Nur rund 1 % aller Teilnehmer der Umfrage legen überhaupt keinen Wert auf die Raumgestaltung. Andersherum gilt also: Wer seine Gäste nicht nur kulinarisch, sondern auch durch ein stimmiges Interieur verzaubert, kann sein Image und damit im zweiten Schritt auch seinen wirtschaftlichen Erfolg deutlich verbessern.

Interieur: Wie aus einem Restaurant eine Erlebniswelt wird

Beim Raumkonzept in einem Restaurant darf es außergewöhnlich sein. Die Gäste lassen sich gerne in eine Welt entführen, die Abwechslung zum heimischen Esszimmer bietet. Vielleicht holen sie sich hier sogar Inspiration für die Einrichtung in den eigenen vier Wänden. Auch für besondere Anlässe wie Hochzeiten, Geburtstage, Junggesellenabschiede, Jubiläen & Co wünschen sich viele Menschen eine besondere Stimmung, welche sie selbst und ihre Begleiter verzaubert und aus dem ordinären Essen eine Erinnerung macht. In der Gastronomie gilt also prinzipiell dasselbe Konzept wie im Marketing auch: Die Kunden suchen nach einem Erlebnis, das in ihnen positive Emotionen hervorruft – denn dann ist die Chance am höchsten, dass sie wiederkehren. Stimmig sollte das Konzept sein. Das bedeutet, es muss zum Essen passen. Eine Pizzeria, die im französischen Stil geschmückt ist, wirkt auf die Gäste zwar außergewöhnlich, jedoch mit großer Wahrscheinlichkeit eher im negativen Sinne. So kann ein moderner Burger-Laden im angesagten Industrial-Design gestaltet sein, während die Tapas-Bar im mediterran spanischen Flair überzeugt.

Gekonnte Raumgestaltung: Auf die Ganzheitlichkeit kommt es an

Gastronomen müssen verstehen: Durch das Interieur gestalten sie das Image ihrer Marke zu großen Teilen mit. Nicht ohne Grund haben Ketten oder Franchise-Filialen von beispielsweise McDonald’s überall auf der Welt und in jeder Stadt dasselbe Interieur, Design, Logo und zu großen Teilen auch Speisenangebot. Der Kunde muss sich direkt zurechtfinden und wohlfühlen – quasi wie in der Heimat. Ein Erfolgskonzept, das offensichtlich aufgeht. Schon kleine, aber feine Gestaltungsnuancen können in den Räumlichkeiten dabei bereits einen Unterschied machen. Ganzheitlichkeit heißt das Stichwort. Dazu gehören zum Beispiel folgende Aspekte:

Einrichtung

Das Mobiliar beeinflusst das Interieur als Gesamtkonzept erheblich. Ob die Tische aus Holz, die Stühle aus Metall oder die Wände in Rot gestrichen sind, sticht den meisten Personen unmittelbar und bewusst ins Auge. Hier haben Gastronomen den wohl größten Spielraum. Im Fokus stehen dabei vor allem die Tische und Stühle, weiterhin Deko-Elemente wie Teppiche, Bilder oder Pflanzen und zuletzt auch die Küche sowie die Wege des Personals. Praktikabilität ist beim Raumkonzept also unverzichtbar, denn der Kellner kann und sollte sich nicht über zwei Tische lehnen, um einem Gast sein Essen zu reichen. Die Einrichtung stellt daher bei der Raumplanung in der Regel den ersten und wohl wichtigsten Schritt dar.

Licht

Zum Interieur gehören aber auch weitere Aspekte wie das Lichtkonzept. Ob es im Restaurant eher hell oder gedimmt ist, hat einen ebenso großen Einfluss auf das Ambiente wie die Lichtfarbe. Zudem können durch Spots bewusst Akzente gesetzt werden oder eine indirekte Beleuchtung hebt die Bar, ein Gemälde an der Wand und weitere Highlights dezent hervor. Das Lichtkonzept sollte keinesfalls vernachlässigt werden, obwohl – oder gerade weil – es von den Gästen eher unbewusst wahrgenommen wird. Kaum ein Kunde wird später noch exakt beschreiben können, wo eine Lampe, wo ein Strahler und wo ein LED-Lichtschlauch angebracht waren. Doch das Licht entscheidet zu großen Teilen über das Bauchgefühl: Fühle ich mich hier wohl oder nicht? Und damit auch im zweiten Schritt über die Frage: Komme ich wieder oder nicht?

Klima

Ebenso unbewusst wahrgenommen wird in der Regel das Raumklima, doch hat auch dieses großen Einfluss auf das Wohlfühlambiente in einem Restaurant. Die Gäste sollten weder frieren noch schwitzen. Gleichzeitig darf ein Ventilator aber nicht zu laut sein, da er sonst für unangenehme Geräusche sorgt, welche die Besucher bei ihren Gesprächen stören. Weiterhin sollte die Luft auch bei voller Besetzung der Räumlichkeiten angenehm frisch sein. Zuletzt darf es zwar dezent nach köstlichem Essen riechen, jedoch muss der Dampf aus der Küche unbedingt aus dem Gastraum ferngehalten werden.

Farb- und Formgebung

Last but not least wird das Ambiente zu großen Teilen durch die Farben und Formen im Restaurant bestimmt. Ob die Tische rund oder eckig sind, beeinflusst die Gesprächsatmosphäre deutlich. Gleichzeitig kann die bereits erwähnte rote Wand aggressiv wirken, während Farbtöne wie Blau oder Grün nachgewiesen eine beruhigende Auswirkung auf Menschen haben. So muss schlussendlich das Gesamtkonzept stimmen – wenn dann auch noch das Essen schmeckt, kommen die Gäste häufig sowie gerne wieder.

Eva Fürst / Gastroinfoportal

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