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ErfaFoodService BDV Automatenverpflegung

Automatenverpflegung – Alternative oder Zukunftslösung?

Datum: 08.03.2021Quelle: B&L MedienGesellschaft | Bilder: privat | Ort: München

Take-away-Angebote und Automatenlösungen sind in GV-Betrieben aktuell gefragter denn je. Mit ihrer Kooperation reagieren ErfaFoodService und der Bundesverband der deutschen Vending-Automatenwirtschaft darauf: Mehr dazu erzählen Michael Möhring, Inhaber der ErfaFoodService, und Dr. Aris Kaschefi, BDV-Geschäftsführer.

Wie kam es zur Kooperation mit dem BDV zur Analyse von Konzepten für die Betriebsgastronomie?

ErfaFoodService BDV Automatenverpflegung
Michael Möhring, Inhaber der ErfaFoodService

Möhring: Im Rahmen der Diskussionsrunde im Food & Concept Court auf der Intergastra 2020 haben wir festgestellt, dass sich hochwertige, frische Produkte einfach und dezentral über innovative Vendingkonzepte vermarkten lassen. Gerade in der aktuellen Situation bieten automatisierte Verkaufslösungen einfache und kostengünstige Lösungen bei schwankenden Mitarbeiterzahlen und entzerren Stoßzeiten beim Mittagstisch. Der Trend zum Snacken ist weiterhin ungebrochen und verbindet sich mit dem Wunsch nach gesunder und vitaminreicher Kost.

Im Zuge des coronabedingten Leerstandes bzw. der fehlenden Auslastung in fast allen Betriebsrestaurants und bei den Eventcaterern haben wir uns gemeinsam entschlossen direkt zu handeln. Kompetenzen aus der Vending- und Catering-Welt sollen verbunden werden.

Welche Funktion übernimmt die ErfaFoodService im Rahmen dieser Partnerschaft, welche der BDV?

Möhring: Jeder bringt sein branchenbezogenes Know-how sowie das Branchennetzwerk mit ein. Wir als ErfaFoodService haben uns auf kleine, sehr individuelle Veranstaltungen und Workshops spezialisiert. So können wir gezielt die Erfahrungen und Tipps der Kollegen einfließen lassen, die in den jeweiligen Themengebieten schon Erfahrungen in der Praxis gesammelt haben. Hier geht es nicht nur um Erfolgsgeschichten. Es ist auch wichtig, dass man die Fehler der Kollegen nicht selbst noch mal wiederholt. Das heißt, es geht sowohl um das Aufzeigen von Möglichkeiten und Wegen als auch um die Vermeidung oder das Umschiffen von möglichen Hindernissen.

Unsere Spezialisten helfen bei der Findung kulinarischer Ideen und Anregungen, der richtigen Verpackung, QM- und HACCP-Konzepte anzupassen, die LMIV-Vorgaben richtig umzusetzen und auf die Verpackungen zu bringen, die richtigen technischen Verfahren für die Produktion zu finden oder vieles mehr.

Kaschefi: Als Branchenverband für Vending- und Automatenwirtschaft kennen wir den Markt und die passenden Player. Wir bringen potenzielle Dienstleister zusammen. Synergien können genutzt werden, um gemeinsam neue Geschäfte zu generieren. Vending-Unternehmen haben eine hervorragende Expertise in Bezug auf automatisierte Verpflegungskonzepte – auch in puncto Lebensmittelsicherheit und Hygiene. Mitten in der Corona-Pandemie entdecken Unternehmen, aber auch regionale Vermarkter, Caterer und der Einzelhandel automatische Verkaufskonzepte neu. Automatentechnik, Ausstattung, Abrechnungskonzepte als auch die Betreuung und Wartung der Technik bis zum Operating sind nur ein kleiner Ausschnitt aus dem Leistungsspektrum.

Welches Ziel verfolgen Sie mit der Kooperation? Wie profitieren Betreiber/Caterer von Betriebsrestaurants davon?

Kaschefi: Ziel ist es, in erster Linie dem Leerstand bzw. der fehlenden Auslastung in Betriebsrestaurants und bei den Eventcaterern entgegenzuwirken: Die Betriebe aktiv dabei zu unterstützen, sich durch neue Konzepte flexibel an die gegebenen Marktbedingungen und Trends anzupassen. Das Ganze durch gezielte und fachlich fundierte Lösungen, die praktisch unterstützen in Form von Wissensvermittlung, Kontaktherstellung, Workshops, Besichtigungen von Best Practice-Beispielen usw.

Möhring: Betreiber oder Caterer von Betriebsrestaurants profitieren davon, dass ihnen auch in diesen schwierigen Zeiten sowie für die sich entwicklungsbedingt wandelnde Zukunft Möglichkeiten und Konzepte an die Hand gegeben werden, mit denen sie in der Lage sind, auf dem Markt weiter zu agieren und zukünftig flexibel auf die sich verändernden Markttrends und -bedingungen zu reagieren. Wir öffnen eine Türe; durchgehen müssen die Betreiber oder Caterer natürlich selbst.

Wie sehen die ersten Schritte innerhalb der Kooperation aus?

Möhring: Im ersten Schritt befragen wir die Entscheider aus Betriebsrestaurants und dem Eventcatering, die aufgrund von Corona freie Kapazitäten in der Produktion haben, für welche Themen, Einblicke und Lösungen sie Unterstützung in Form von Wissensvermittlung und Kontaktherstellung benötigen. Alle weiteren Aktionen erarbeiten wir derzeit gemeinsam aus den Rückmeldungen.

ErfaFoodService BDV Automatenverpflegung
Dr. Aris Kaschefi, BDV-Geschäftsführer

Kaschefi: Auf Basis der Rückmeldungen der Betriebs- und Eventgastronomen werden wir gemeinsam mit dem ErfaFoodService eine geeignete Plattform bereitstellen und darüber konstruktiv Expertenwissen vermitteln. Dies soll in Form von Workshops, Expertengespräche, Erfahrungsaustauschtreffen in Best Practice-Objekten und Impulstreffen passieren, sofern wir diese coronakonform durchführen können. Sollte dies nicht möglich sein, werden wir WebMeetings und andere digitale Veranstaltungen organisieren.

Wie können sich Interessierte im Rahmen der Kooperation einbringen?

Möhring: Die Veranstaltungen und Aktionen, die wir anbieten wollen, werden für alle Interessierten aus dem Markt zugänglich sein. Es sind alle willkommen, sie müssen nur ernsthaft am Thema interessiert sein – gleich ob in der Ausbildung oder aus der Vorstandsetage. Teilnehmer an der Abfrage sowie Mitglieder des BDV und Teilnehmer der ErfaFoodService erhalten bevorzugt die ersten Plätze.

Welchen Stellenwert nimmt die Automatenverpflegung Ihrer Erfahrung nach aktuell in der Gemeinschafts-/Betriebsgastronomie ein? Wie glauben Sie, wird sich die Rolle im Rahmen der Mitarbeiterverpflegung (auch getrieben durch die Coronakrise) weiterentwickeln?

Möhring: Verkaufsautomaten bleiben Garant für eine gefahrlose Abgabe von Waren. Auch wenn sich das Coronavirus immer mehr ausbreitet, können Verbraucher und Kunden sicher sein: Was aus dem Automaten kommt, ist virenfrei! Lebensmittel selbst stellen kein Viren-Übertragungsrisiko dar, wie auch die Europäische Lebensmittelbehörde betont hat. Und dass die Coronaviren über die Bedienungselemente von Geräten übertragen werden können, dafür gibt es bislang keine wissenschaftlichen Belege oder Erkenntnisse.

Natürlich ändert sich auch das Konsumentenverhalten, welches im Corona-Stimmungsbarometer von K&P Consulting, zu sehen ist. Die Trends, die von Hanni Rützler aufgezeigt wurden und Corona werden kurz- aber auch langfristig das Essverhalten und damit den Markt verändern. Gute und individuelle Produkte teilweise auch rund um die Uhr verfügbar zu machen , ist eine von vielen Anforderungen, die zum Teil nur mit einer Übergabe à la Data Kitchen, Emil Fröhlich von der SV-Group, Hello Fresh to go, Coocino & Co., transparent, digital und bargeldlos zu lösen ist.

Inwiefern verlagert sich die Nachfrage von der klassischen Mittagsverpflegung hin zu mehr Take away/Automatenverpflegung? Wie verändert sich auch das Speisen- und Getränkeangebot in den Automaten?

Kaschefi: Authentische, ehrliche und gesunde Produkte von Köchen vor Ort, die man kennt, denen man vertraut, bis hin zu personalisierter Ernährung werden eine immer größere Rolle spielen. In Kombination mit einem größeren Anteil an Homeoffice und dem Trend „Snackification” werden sich die Angebote stark verändern müssen.

Warum sollte man nicht zukünftig für die Mitarbeiter eines Unternehmens gut kochen, die gleichzeitig die Möglichkeit erhalten, das Essen gleich auch für zuhause mitzubestellen – also nicht nur für sich selbst, sondern für die ganze Familie.

Die digitale, individualisierte Vorbestellung und Abholung aus dem Automatenfach ist eine von vielen Lösungen. Der Schwerpunkt wird in der Zukunft nicht bei süßer Riegelware, Kaffee und belegten Brötchen liegen. Bowls, Wraps, Chopped Salads und viele andere Ideen und Trends werden, angepasst an das Angebot, außerhalb der Schutzzone der Betriebe und Konzerne standhalten müssen. Dies auch ohne Subventionierung.

Warum sollten Verpflegungsverantwortliche das Thema Automatenverpflegung unbedingt auf die Agenda setzen und dieses nicht vernachlässigen?

Möhring: Die Veränderungen – wie schon beschrieben – sind unaufhaltsam. Allein der anstehende Generationenwechsel in den Belegschaften, die ganz andere Anforderungen und Essgewohnheiten mitbringen, wird zu neuen Angeboten zwingen. Man geht mit der Zeit, oder geht mit der Zeit.

Herzlichen Dank für das Gespräch!

Sarah Hercht / Redaktion GVMANAGER

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