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Dehoga holt Azubis aus der EU

Datum: 17.08.2012Quelle: Hanseatische Weiterbildungs- und Beschäftigungsgemeinschaft Rostock Ort: Rostock

Magdeburg. Der Dehoga Sachsen-Anhalt nimmt die Akquise von Lehrlingen jetzt selbst in die Hand. Zu diesem Zweck hat er eine eigene Initiative in enger Zusammenarbeit mit der HWBR Hotelschule Rostock, die zugleich auch offizieller Betreiber der Dehoga Fachakademie Sachsen-Anhalt ist, sowie über 30 europäischen Arbeitsvermittlungsagenturen gestartet. Dazu traf sich eine starke Gruppe engagierter Unternehmer am 13. August 2012 in Magdeburg, um gemeinsam letzte Details zu erörtern. „Wir sind nun monatelang auf allen politischen Ebenen auf der Suche nach Fördergeldern gewesen," erklärt Dehoga-Präsident Frank Doepelheuer, „um überall die gleiche Antwort zu erhalten, dass Personalbeschaffung keine förderfähige Aufgabe des Staates sei. Trotzdem erhielten wir politische Unterstützung, um hervorragende Verbindungen in europäischen Regierungskreisen im Interesse
unserer Sache aufbauen zu können."
Über 50 Hotels aus Sachsen-Anhalt nehmen jetzt eigenes Geld in die Hand, um nicht nur die Akquise sondern auch die erforderliche Vorab-Ausbildung der jungen Europäer zu finanzieren. „Deutschkenntnisse müssen die Bewerber sowieso mitbringen, sonst laden wir sie gar nicht erst nach Deutschland ein," stellt Peter L. Pedersen, Geschäftsführer der HWBR Hotelschule Rostock, fest, „wir dürfen jedoch nicht vergessen, dass die jungen Leute in ganz anderen Kulturkreisen mit anderen Gesetzen und Lebenslagen aufgewachsen sind. Dieses fehlende Wissen vermitteln wir in unseren speziellen Integrationskursen, bevor sie ihre Lehre in Deutschland beginnen." Dafür drücken die EU-Azubis zwei Wochen lang in Magdeburg und Rostock die Schulbank, um daraufhin ein 8- bis 12-wöchiges Praktikum in ihrem künftigen Ausbildungsbetrieb zu absolvieren. Erst danach entscheiden sich Unternehmen und Bewerber endgültig, ob sie miteinander einen dreijährigen Lehrvertrag
eingehen werden.
„Fast zwei Jahre lang haben wir an der Entwicklung unseres Modells gearbeitet und können jetzt sagen, dass es rund ist," stellt HWBR-Chef Peter L. Pedersen zufrieden fest und Frank Doepelheuer ergänzt: „Was jetzt die mittelständischen Unternehmen lernen müssen ist, dass Akquise und Ausbildung junger Europäer Geld kostet. Wer nicht bereit ist in seinen eigenen Nachwuchs zu investieren, wird künftig ohne Lehrlinge auskommen müssen." Insgesamt werden sich die Kosten für jeden erfolgreich eingestellten Auszubildenden auf ca. 2.000 € belaufen. „Wer nüchtern kalkuliert, wird schnell feststellen, dass sich das für den Betrieb auf drei Jahre Lehrzeit nach wie vor hervorragend rechnet," erklärt Pedersen, „zumal es ja doch einige Förderprogramme gibt, die die Unternehmen kostensenkend nutzen können und die wir selbstverständlich in unsere Lösungen aktiv einbauen. www.hwbr.de


lis/Redaktion First Class

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