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In ihrem Buch „Fachkräftemangel oder Machkräftemangel?“ motiviert Jessica Lackner Führungskräfte, wieder gern mit Menschen zu arbeiten und vor allem sich auch wieder mit Freude mit Menschen auseinanderzusetzen.

Von der Fachkraft zur Machkraft

Datum: 23.04.2021Quelle: Redaktion 24 Stunden Gastlichkeit | Bild: Dennis Gappmeier | Ort: München

Personalmangel ist nicht nur in der Dienstleistungsbranche allgegenwärtig. Mitarbeiter gewinnen, halten und motivieren? Schwierig. Dabei können bereits kleine Veränderungen Großes bewirken. Denn die Praxis zeigt: „Wir haben zwar einen Fachkräftemangel, aber einen noch größeren Machkräftemangel“, so die Meinung von HR-Expertin Jessica Lackner.

Wie Sie als Chef zur Machkraft werden, es darüber hinaus schaffen, eine Atmosphäre der Wertschätzung und des Respekts zu etablieren, Spaß und Freude an der Arbeit zu ermöglichen sowie das Team optimal einzusetzen und zu fördern, lernen Sie in ihrem Buch „Fachkräftemangel oder Machkräftemangel? Warum Personalprobleme oft hausgemacht sind“.

Im Gespräch verrät die Autorin, was es mit dem Begriff Machkraft auf sich hat, warum sie selbst eine schlechte Vorgesetzte war und was sich seitdem verändert hat.

Jessica Lackner über Selbstführung und Machkräftemangel

Frau Lackner, wem kann das Buch helfen?

Mein Buch richtet sich an alle Menschen, die mit Führung zu tun haben oder in Zukunft haben werden. Dabei geht es aber nicht unbedingt um die Führung ganzer Unternehmen, sondern auch um das Führen von Abteilungen, kleinerer Teams oder einfach sich selbst. Selbstführung ist gerade in Krisenzeiten ein wichtiges Thema.

Warum ist Selbstführung so wichtig?

Alles fängt bei DIR an. Wenn du dich selbst nicht zu führen verstehst, kannst du auch andere nicht führen. Wir ziehen das an, was wir ausstrahlen. Wenn du willst, dass sich etwas ändert, fang bei dir an. Leadership beginnt zu Hause. Ich persönlich finde ja Selbstführung ist die Grundlage, um ein gutes Vorbild zu sein.

Was ist das Ziel des Buches?

Ich möchte inspirieren und ermutigen, bisherige Glaubenssätze zu hinterfragen und zu durchbrechen. Dieses Buch soll Menschen motivieren, wieder bewusst mit Menschen zu arbeiten und sich voller Freude mit ihnen auseinanderzusetzen. Die Dienstleistungsbranche kann so viel Spaß machen, doch leider ist bei vielen die Freude auf dem Weg verloren gegangen.

Sie erzählen in dem Buch auch eine persönliche Geschichte: Wie war es damals für Sie, als Ihre Mitarbeiter Ihnen den Spiegel vorgehalten haben? Wie haben sie das gemacht und wie haben Sie sich dabei gefühlt?

Meine Mitarbeiter haben es direkt angesprochen. Wir hatten ein sehr gutes, respektvolles Verhältnis. Anfangs war ich über die Jahre zum Beispiel mit allen per Sie, weil ich es so von meinem Vater vorgelebt bekommen habe. Für die Rolle, die ich am Anfang einnahm, setzte ich eine Maske auf.

Später hat mir mein Team gezeigt, dass sie die nahbare, verletzliche und verspielte Jessica haben wollen. Ich war aber  jahrelang im Glauben, dass das Führungskräfte nicht dürfen; Verletzlich sein, wahre Gefühle zeigen.

Was hat Ihnen damals gefehlt, warum waren Sie keine „gute“ Chefin?

Mir sind die Mitarbeiter weggerannt und ich habe gar nicht so schnell wieder neue einstellen können. Damals wusste ich nicht, was eine „gute“ Chefin ausmacht und was mir fehlte.

Dafür wusste ich, dass mir eine Art Sparringpartner fehlte. Jemand, der nicht zu nah an mir dran war, eine neutrale Person, mit der ich mich am besten wöchentlich zu meinen Herausforderungen austauschen konnte.

Ich kannte natürlich die Fakten, aber es haperte an der Umsetzung im Tagesgeschäft.

Was hat sich seitdem verändert?

2011 habe ich eine Coaching-Ausbildung absolviert, die mir geholfen hat mich selbst zu reflektieren. Ich habe mich dabei mit der Frage auseinandergesetzt, wie ich selbst als Führungskraft sein will. Wie sollen meine Mitarbeiter mich als „Chefin“ wahrnehmen?

Und bis heute suche ich mir immer wieder neue Coaches, die mich für einen bestimmten Lebensabschnitt begleiten und mich in meiner Entwicklung unterstützen.

Sie sprechen dabei von sog. MACHkräften? Was machen solche Menschen für Sie aus? Welche Eigenschaften bringen sie mit?

Eine Machkraft ist eine Person, die das Ziel kennt und einfach macht, die loslegt, ohne viel nachzudenken, und so das Ziel erreicht. Eine Machkraft beschreibt das Ziel und gibt vor, bis wann es erreicht sein muss; sie hält sich nicht lange mit dem Weg auf, der dort hinführt.

Zudem motivieren Machkräfte ihre Mitarbeiter aktiv, sich mit den Aufgaben des Arbeitsalltages zu identifizieren.

Frau Lackner, danke für das Gespräch!

Gewinnen Sie das Buch

Wussten Sie, dass der 23. April 2021 Welttag des Buches ist? Diesen Tag nehmen wir zum Anlass, um das neue Buch „Fachkräftemangel oder Machkräftemangel?“ von Jessica Lackner an Sie zu verlosen. Senden Sie dafür eine E-Mail mit dem Betreff Jessica Lackner Buch an gewinnen@blmedien.de. Einsendeschluss ist der 31. Mai. 2021.

Anmerkung: Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Mitarbeiter der B&L MedienGesellschaft mbH & Co. KG und deren Angehörige sind von der Teilnahme ausgeschlossen.

Redaktion 24 Stunden Gastlichkeit / Jeanette Lesch

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