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We – Future Chefs Sommer der Ausbildung

Vergütung gekürzt, weniger Urlaub, mehr Überstunden

Datum: 26.08.2021Quelle: Deutscher Gewerkschaftsbund | Bild: Colourbox.de | Ort: Berlin

Die Corona-Pandemie hat laut Corona-Ausbildungsstudie der DGB-Jugend zu deutlich mehr Verstößen gegen Mindeststandards in der beruflichen Ausbildung geführt. So gab es einen Anstieg bei den sogenannten ausbildungsfremden Tätigkeiten. Zudem beklagten Auszubildende, dass Arbeitgeber ihnen die Vergütung und den Urlaub gekürzt haben.

Die Corona-Pandemie hat offensichtlich zu deutlich mehr Verstößen gegen Mindeststandards in der beruflichen Ausbildung geführt. Das belegt die Corona-Ausbildungsstudie 2021 der DGB-Jugend. Einen enormen Anstieg gab es demnach bei den sogenannten ausbildungsfremden Tätigkeiten, die Azubis erledigen müssen, obwohl sie nicht zu den Ausbildungsinhalten gehören. Selbst Kürzungen von Vergütung und Urlaub sind für Auszubildende keine Ausnahmen. Und: Mehr als ein Drittel der Befragten befürchtet, die Ausbildung nicht erfolgreich abschließen zu können, weil Ausbildungsinhalte nicht vermittelt wurden.

PDF-Download: Corona-Ausbildungsstudie 2021 der DGB-Jugend

Corona-Ausbildungsstudie 2021: dramatische Lage auf dem Ausbildungsmarkt

„Das sind alarmierende Ergebnisse“, sagt DGB-Jugendreferent Joscha Wagner. Die Arbeitgeber stünden auch in der Coronakrise in der Pflicht, für eine gute Ausbildungsqualität zu sorgen und geltende Gesetze einzuhalten. „Um das zu gewährleisten brauchen wir mehr effektive und regelmäßige Kontrollen in den Ausbildungsbetrieben, sonst geht es immer stärker zulasten der Auszubildenden“, betonte Wagner.

Eine weitere Folge der Pandemie: Angesichts der dramatischen Lage auf dem Ausbildungsmarkt – 2020 wurden erstmals seit über 40 Jahren weniger als 500.000 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen – sagte die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack: „Wir brauchen eine gesetzliche Ausbildungsgarantie – sie ist ein Muss für die nächste Bundesregierung, denn die Wirtschaft allein regelt es offensichtlich nicht. Nach der Pandemie droht ein eklatanter Fachkräftemangel, wenn nicht mehr ausgebildet wird. Ausbildung für Alle muss das Ziel sein. Jedem jungen Menschen, der eine Ausbildung sucht, muss der Weg in eine anerkannte vollqualifizierte Ausbildung garantiert werden. Und natürlich muss eine betriebliche Ausbildung dabei immer Vorrang haben.“

Krisenbedingte Kürzungen der Ausbildungsvergütungen

Die Ausbildungsstudie 2021 zeigt: Krisenbedingte Kürzungen der Ausbildungsvergütungen musste knapp jeder Vierte (24,3 %) Auszubildende in Kauf nehmen, obwohl dafür keine Rechtsgrundlage besteht. In kleinen Betrieben (5 bis 10 Beschäftigte) waren das sogar 37,9 %. Fast jede fünfte Auszubildende (18,7 %) gab an, dass ihr oder ihm seit Beginn der Corona-Pandemie mindestens einmal der Urlaub gekürzt wurde, obwohl das nicht erlaubt ist. Bei der Mehrheit der Betroffenen (61,6 %) ging es dabei um bis zu 5 Urlaubstage. Die repräsentative Befragung wurde vom Institut für sozialpädagogische Forschung Mainz (ISM) zwischen Februar und März 2021 durchgeführt. Befragt wurden 1035 Auszubildende.

Gleichzeitig zeigt die Befragung, dass ein Drittel der Auszubildenden (32,6 %) „immer“ oder „häufig“ Überstunden machen muss; die meisten (fast 80 %) wöchentlich bis zu 5 Stunden. Aber auch mehr als 20 Überstunden pro Woche kommen vor.

Anteil ausbildungsfremder Tätigkeiten hat sich verdoppelt

Fast ein Viertel der Auszubildenden muss „immer“ oder „häufig“ Tätigkeiten erledigen, die in der Ausbildung nicht vorgesehen sind. Der Anteil dieser sogenannten ausbildungsfremden Tätigkeiten hat sich mit der Pandemie sogar verdoppelt. Zudem ist die Berufsausbildung ein Lernverhältnis, kein klassisches Arbeitsverhältnis. Trotzdem wird mehr als die Hälfte der Auszubildenden (57,6 %) „immer“ oder „häufig“ als volle Arbeitskraft eingesetzt, obwohl das nicht erlaubt ist. „Selbstverständlich ist es wichtig, dass Auszubildende mit zunehmender Ausbildungsdauer selbstständiger arbeiten und ihnen mehr Verantwortung übertragen wird. Wenn jedoch selbst im ersten Ausbildungsjahr fast die Hälfte der Auszubildenden angibt, immer oder häufig als volle Arbeitskraft eingesetzt zu werden, dürfte das viele von ihnen überfordern“, betonte Joscha Wagner.

Qualitätsprobleme in Berufsschulen und Betrieben

Die Ergebnisse der Corona-Ausbildungsstudie zeigen außerdem deutliche Qualitätsprobleme in Berufsschulen und Betrieben auf. Fast alle Auszubildenden waren von Home-Schooling bzw. Distanzunterricht betroffen, mit der Qualität des Unterrichts in diesen Phasen sind mehr als die Hälfte der Befragten unzufrieden. 60 % der Auszubildenden haben zumindest Teile der Ausbildung im Homeoffice absolviert. Dabei stand nur einem Drittel der Befragten „immer“ ein Ausbilder zur Verfügung, obwohl die fortlaufende Betreuung im Berufsbildungsgesetz vorgeschrieben ist.

Fast ein Drittel (30,1 %) der befragten Auszubildenden sagt, dass sich die fachliche Qualität des Berufsschulunterrichts im Zuge der Pandemie verschlechtert hat. Ein schlechtes Zeugnis wird auch der digitalen Ausstattung der Berufsschulen ausgestellt: Mehr als die Hälfte der Auszubildenden (52,7 %) bemängelt diese. Nur etwa ein Drittel (32,4 %) der Befragten ist der Ansicht, dass sich diese Situation seit Beginn der Corona-Pandemie verbessert hat. Jede Zehnte (13,3 %) stellte gar eine Verschlechterung fest.

Redaktion GastroInfoPortal

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