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Take-away-Angebot: Hygiene sichern

Datum: 20.03.2020Quelle: Inhalt: delphi, Schürmanns im Park / Fotos: Markus Tourunen on Unsplash, privat, Screenshot Ort: Köln/Dortmund

Hygiene-Tipps zum Angebot von Take-away-Speisen sind angesichts der Coronakrise wichtiger denn je. Denn zahlreiche Betriebsrestaurants bieten ihre Speisen mittlerweile nur noch fertig verpackt für ihre Gäste an – vom belegten Brötchen bis hin zum warmen Mittagessen. Und auch Betriebe der klassischen Gastronomie bieten ihre Essen zum Beispiel über einen Fensterverkauf zur Mitnahme an – doch was sollte aktuell bei der Abgabe verpackter Lebensmittel besonders berücksichtigt werden?

Hygiene-Tipps fürs Take-away

Hygieneexperte Armin Wenge von Delphi LebensmittelsicherheitArmin Wenge, Gründer des Hygiene-Dienstleisters delphi Lebensmittelsicherheit, hat Fragen zur hygienischen Abgabe von Speisen im Take-away beantwortet, die wir nachfolgend als Hygiene-Tipps zusammengestellt haben:

Verpackung: Auf Einweg setzen

Das Verpackungsmaterial muss hygienisch behandelt und gelagert werden – dies gelingt u. a., wenn bei der der Lagerung auf eine verschlossene Umverpackung geachtet wird. Mit welchem Material die Speisen verpackt werden, ob Papier, Kunststoff oder Aluschale ist unrelevant, solange dies hygienisch erfolgt. Bei ordentlichem Umgang sind die Verpackungen keimfrei. Natürlich sollten diese zweckmäßig sein, umweltschonend und wirtschaftlich – wobei die beiden letzten Aspekte derzeit in der Wahrnehmung sicherlich gesunken sind. Pappe ist demnach sicherlich zu bevorzugen.

Keinesfalls sollten gastronomische Betriebe Kunststoffboxen oder Edelstahldosen vom Gast bzw. Kunden annehmen. Auch von eigenen Mehrwegsystemen, die getauscht werden, ist derzeit abzuraten.

Speisenabgabe: Schutz und Abstand wahren

Speisen zum Mitnehmen sollten nur vom Betriebspersonal verpackt werden und bei der Abgabe und dem Verkauf dann auf den empfohlenen Abstand von eineinhalb bis zwei Metern zu anderen Personen geachtet werden.

Neuere Schutzmaßnahmen, wie Husten- und Spuckschutz, wie man es bei manchem Kassenpersonal sieht, sind ungewöhnlich, aber sinnvoll. Gegebenenfalls kann ein Mundschutz für weitere Sicherheit sorgen und wenn möglich sogar eine FFP3-Maske.

Ideal ist es auch, wenn beim Kassieren keine indirekte Übertragung entsteht. Geeignet sind in diesem Fall Kartenzahlung oder ePay-Zahlungen.

Weitertransport von Warmspeisen

Für warme Speisen gilt eine Abgabetemperatur von +65°C. Diese kann i.d.R. problemlos eingehalten werden. GV- und Gastrobetriebe sollten ihre Kunden bzw. Gäste aber dennoch auf den direkten Verzehr der Take-away-Speisen, damit es zu keinerlei Beeinträchtigung beim Weitertransport kommt.

Speisen zur Mitnahme

Wer diese Hygienehinweise von Armin Wenge beachtet, hat die Möglichkeit, seinen Gästen nach wie vor hygienisch sichere und leckere Speisen anzubieten. So können die eigenen Kapazitäten an Personal und Waren genutzt werden.

Ein Gastro-Betrieb, der dies aktuell macht, ist das Restaurant Dortmunder Schürmanns im Park. Dieses hat seit dem 18. März 2020 einen Fensterverkauf (von 12 bis 16 Uhr) eingerichtet, für den das Restaurant in einem Facebook-Post zwei Tage zuvor „warb“. Auf seiner Facebook-Seite schreibt der Betrieb: „Leider können wir gerade nicht viel tun, aber: Wir können kochen! Und genau das machen wir jetzt. Wir haben heute knapp vier Tonnen Ware geliefert bekommen und kochen jetzt 10.000 Portionen Essen. Wir möchten damit ein positives Zeichen setzen und zeigen, dass es irgendwie weitergeht.“

Es gibt fünf Gerichte in vakuumierten Paketen à zwei oder vier Portionen, solange der Vorrat reicht. Dabei zahlen die Gäste, was sie wollen und können.

Resümee zu „Wir kochen für zuhause“

Dass dieses Angebot ankommt und den Nerv der Situation trifft, zeigt das Resümee, das nach dem ersten Tag des Fensterverkaufs erneut per Facebook-Post veröffentlicht wurde: „Der erste Tag unserer Aktion ,Wir kochen für zuhause‘ war wirklich überwältigend! Die erste Rutsche ist komplett ausverkauft, aber wir produzieren fleißig weiter für morgen. Großen Respekt an alle Mitarbeiter, die mit so viel Motivation dabei sind! Auch an alle Kunden, die sich sehr diszipliniert in ausreichenden Abständen angestellt haben. Vor allem aber Danke für die vielen lächelnden Gesichter, in die wir heute blicken durften. Das gibt uns viel Mut, weiterzumachen.“

Ein weiterer Dank ging im Posting an die Unterstützer des Restaurants, die sich ebenso solidarisch zeigen, darunter u. a. die Westfallenhalle Dortmund, die dem Team des Schürmanns eine größere Produktionsküche zur Verfügung stellt. Auch die Lieferanten Transgourmet, Hambrock und Niggemann Food Frischemarkt erhielten einen Dank dafür, dass sie kostenlose Kühl-Lkw zur Verfügung stellen oder angeboten haben, die Ware als „pay as you like“ zu erwerben. Ebenso hat das Restaurant mit der Hilfe vom Bündnis Südtribüne einen Lieferservice eingerichtet und das Restaurant Overkamp unterstützt mit seiner Küchencrew.

Weitere Hygiene-Tipps

Wie sich Gastro-Betriebe darüber hinaus in puncto Hygienesicherheit wappen können und sollten, lesen Sie zudem in einem Interview mit Armin Wenge. Informieren können sich Gastro-Betriebe rund um das To-go-Geschäft auch beim Dehoga Bayern, der zum einen im Leitfaden Essen to go sowie zum anderen im Merkblatt rund um das Verpackungsgesetz wissenswerte Inhalte vermittelt.

 

Sarah Hercht / Gastroinfoportal

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