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Datum: 03.05.2000Quelle:

Bonn, CMA. Der Kefir-Konsum boomt – noch nie in der Geschichte haben die Deutschen mehr Kefir getrunken als heute. In den letzten drei Jahren hat sich der Konsum mehr als verdreifacht, so eine Studie der Gesellschaft für Konsumforschung, die im Auftrag der Centralen Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft mbH (CMA) durchgeführt wurde.

Kein Wunder, sondern Ausdruck der gehobenen Ansprüche, die der Verbraucher heute an seine Ernährung stellt. Lebensmittel müssen einerseits genußvoll, auf der anderen Seite gesund sein. Der Kefir erfüllt beides und mehr noch: Kefir hat sogar gesundheitsfördernde Eigenschaften. Nicht umsonst wird Kefir noch heute in seinem Ursprungsland dem Kaukasus “Getränk der Hundertjährigen” genannt, dem sogar lebensverlängernde Wirkungen zugeschrieben werden

Der Gesundheitswert des Kefir ist vor allem auf die enthaltene Milchsäure zurückzuführen. Sie wirkt sich positiv auf die Darmflora aus und verhindert so auf ganz natürliche Weise die Vermehrung von Krankheitserregern. Ein weiterer Pluspunkt der Milchsäure: sie schafft optimale Bedingungen zur Aufnahme von Calcium, wichtigster Baustein für die Stabilität der Knochen. Kefir eignet sich so auch hervorragend zur Vorbeugung von Osteoporose. Damit nicht genug, Kefir ist eine natürliche Vitaminspritze, vor allem Vitamine des B-Komplexes sind reichlich im Kefir enthalten.

Diese Vitamine sorgen u. a. dafür, daß Energie aus der Nahrung dem Körper zur Verfügung gestellt werden kann, eine Grundvoraussetzung für körperliche Leistungsfähigkeit. Dies ist besonders wichtig für Sportler, die nur mit einer ausreichenden Versorgung ihr Leistungspotential voll ausschöpfen können. Ernährung und Fitness sind nicht voneinander zu trennen, eine Erkenntnis, die nicht nur für Sportler von Interesse ist. Auch geistige Höchstleistungen, die im Beruf gefordert werden, sind nur mit einer bedarfsdeckendenVitaminversorgung zu erreichen

Der lange Weg des Kefirs aus dem Kaukasus

Der prominenteste Anhänger von Kefir war sicherlich der russische Forscher und Nobelpreisträger Elie Metchnikoff (1845-1916). Er erregte Anfang dieses Jahrhunderts einiges Aufsehen mit seiner These, wonach die hohe Lebenserwartung der Bulgaren auf deren hohen Konsum an Joghurt und Kefir zurückzuführen wäre. Metchnikoff vermutete, daß Milchsäurebakterien das Wachstum und die Ansiedlung von Krankheitserregern im Darm unterdrücken und lag mit dieser Vermutung seiner Zeit weit voraus. Metchnikoff selbst trank große Mengen an Kefir und führte darauf sein für damalige Zeiten stattliches Alter von 70 Jahren zurück. Die waghalsige These einer lebensverlängernden Wirkung des Kefirs wird immer unbeantwortet bleiben, nicht aber seine positiven Wirkungen auf die Gesundheit. Der Kefir, der in seinem Ursprungsgebiet schon lange als Heilmittel gegen alle möglichen Krankheiten verwendet wurde, erreichte Mitte des vorigen Jahrhunderts Europa und Amerika, aber die ersten Reaktionen waren zunächst verhalten. Anders in Rußland, dort machte sich eine regelrechte Euphorie breit, Kefirkliniken schossen aus dem Boden. Kefir wurde dort erfolgreich hauptsächlich bei Erkrankungen der Verdauungsorgane eingesetzt

Anders als damals kann man den gesundheitlichen Wert von Kefir heute wissenschaftlich belegen. Neben der Milchsäure haben Wissenschaftler mittlerweile weitere Substanzen im Kefir entdeckt, die Krankheitserreger bekämpfen, wie Essigsäure, Wasserstoffperoxid und sogenannte Bacteriocine. Bei letzterem handelt es sich um spezifische Proteine, die von Milchsäurebakterien produziert werden und denen eine antibakterielle Wirkung zugesprochen wird. Die Kefir-Forschung ist aber noch lange nicht am Ende. Auch heute wird über den Kefir überwiegend dort geforscht, wo er geschichtlich tief verwurzelt ist, in Rußland, in Bulgarien, Rumänien und der Türkei. Erkundet werden u. a. positive Wirkungen von fermentierten Milchprodukten auf das Immunsystem

Kleine Warenkunde zum Kefir

Kefir ist ein ursprünglich aus dem Kaukasus stammendes Sauermilchgetränk. Es schmeckt säuerlich aromatisch, moussiert leicht und kann im Gegensatz zu anderen Sauermilchgetränken geringe Mengen (bis 0,6 Prozent) Alkohol enthalten. Dies ist im Herstellungsprozeß begründet: Kefir wird aus pasteurisierter Milch unter Zugabe von Milchsäurekulturen und milchzuckergärenden Hefen, den Kefirkörnern, gewonnen. Neben der Milchsäuregärung findet auch eine alkoholische Gärung statt. Die Verwendung von Hefen ist der Hauptunterschied zu den sonstigen Sauermilcherzeugnissen.

Der Zusatz von Hefe bewirkt, daß nach Abfüllen in die verkaufsfertigen Packungen der Kefir noch weitergärt und die sich fortsetzende Kohlensäurebildung den Deckel wölbt. Der aufgewölbte Deckel ist also kein Hinweis auf Verderb. Um dennoch eine geschlossene Abpackung zu ermöglichen, sind die meisten Hersteller des heute handelsüblichen Kefir dazu übergegangen, den Hefeanteil in den Kulturen sehr gering zu halten, so daß nur wenig Kohlensäure gebildet wird; dieser Kefir wird als “Kefir mild” bezeichnet. Durch den sehr geringen Hefeanteil liegt der Alkoholgehalt der meisten handelsüblichen Produkte unter 0,1 Prozent. Der Alkoholgehalt muß mindestens 0,05 Gewichtsprozente betragen. Das ist so wenig, daß auch Kinder problemlos Kefir genießen können. Wie Joghurt wird auch der Kefir in vier Fettgehaltsstufen, als Kefir natur oder mit Fruchtzubereitungen angeboten.

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