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Gerhard Bosse, Direktor des Kempinski Hotel Das Tirol in Jochberg bei Kitzbühel, erzählt, wie der Restart im 5-Sterne-Hotel gelingen kann.

Ein 5-Sterne-Hotel fährt hoch

Datum: 09.07.2020Quelle: Kempinski Hotel Das Tirol | Ort: Kitzbühel

Der Restart im Gastgewerbe ist in vollem Gange. Doch bevor es wieder so richtig losgehen kann, müssen die gesetzlichen Hygienemaßnahmen umgesetzt und das Team auf alle Eventualitäten vorbereitet werden. Dass sich der Alltag in einem 5-Sterne-Hotel dadurch verändert, liegt auf der Hand.

Doch wie fährt ein 5-Sterne-Hotel eigentlich wieder hoch? Gerhard Bosse (im Bild o.), General Manager des Kempinski Hotel Das Tirol in Jochberg bei Kitzbühel, verriet im Gespräch, welche Änderungen sich aufgrund der Pandemie ergeben haben und inwiefern sich dadurch der Betriebsalltag geändert hat.

Restart im 5-Sterne-Hotel

Vorab sei verraten: Der neue Luxus heißt „outdoor“. Zudem konzentriert man sich auch kulinarisch stärker auf lokale Märkte und die Mitarbeiter wurden zu „Local Heroes“, weil sie während der Pandemie auch andere als ihre ursprünglichen Aufgaben übernahmen – und die hohen Hygienestandards, die es schon immer gab, werden jetzt für den Hotelgast sichtbar.

Herr Bosse, Sie fahren den Betrieb langsam wieder hoch und öffnen am 17. Juli wieder die Türen des Hotels. Was ist nach dem Lockdown anders?

Eine der wesentlichen Änderungen in unserem Hotel ist die noch größere Individualität, mit der wir auf die Wünsche der Gäste insbesondere im Bereich Sicherheit und Hygiene eingehen. So können sich die Urlauber beispielsweise dazu entscheiden, dass ihr Zimmer während des gesamten Aufenthalts nicht betreten werden soll oder den Zimmerservice wie gewohnt in Anspruch nehmen.

Inwieweit haben sich die Ansprüche der Gäste verändert?

Wir bemerken, dass den Gästen der Platz, die Natur und die frische Luft der Alpen in Zeiten einer hoffentlich abklingenden Pandemie besonders wichtig erscheinen. Der neue Luxus besteht darin, die frische Luft noch bewusster als zuvor zu genießen. Immerhin ist die bei uns in Tirol so einmalig wie die Landschaft. Wir verzeichnen sogar einen gewissen Overflow von Urlaubern, die ursprünglich eine Flugreise, eine Kreuzfahrt oder anderes geplant hatten.

Und für die bieten wir mit einem fantastischen Umfeld eine große Vielfalt, die von unserem eigenen Activity Concierge auch persönlich begleitet wird. Seien es Bike-Touren, Golfrunden, ein Besuch im Wildpark Aurach, den Wochenmärkten oder zu den Naturseen in der Region. Sogar ein Frühstück auf dem Kitzbüheler Horn ist möglich.

Andererseits spielen uns unsere vielen Suiten unter den insgesamt 147 Zimmern in die Karten. Denn viele Gäste möchten gemeinsam verreisen und wir bieten mit den großzügigen Suiten den entsprechenden Platz. Darüber hinaus ermöglichen wir es, durch einen erhöhten Zimmerservice, Luxus und Erholung in einem sicheren Umfeld zu verbinden.

Die Pandemie schränkt das Reiseverhalten nach wie vor ein. Was macht das mit dem Markt?

Der Markt, der uns in der Zeit vor Corona viele größere Gruppen, Präsentationen, Incentives und Kongresse bescherte, ist durch die Pandemie natürlich drastisch eingeschränkt worden. Mehr als zuvor sind auch wir vorerst auf deutsche und österreichische Gäste angewiesen, die individuell per Auto anreisen. Aber wir spüren bei allen Gästen eindeutig den Drang zurück zu einer Normalität.

Was bedeutet das für Ihr Hotel?

Ab dem 17. Juli sind bei uns ein sommerliches Pop-Uup-Restaurant, der Kids-Club sowie die Wellness-, Beauty- und Massage-Bereiche wieder vollständig geöffnet. Natürlich tragen die Mitarbeiter weiterhin Schutzmasken und die Personenzahlen in den Pools und in den Saunen werden begrenzt. Das Frühstück findet wie gehabt in Buffetform statt, allerdings mit vorportionierten Speisen, welche aufgrund der Hygienevorschriften durch À-la-carte-Elemente ergänzt werden. Den in Österreich geltenden Mindestabstand von einem Meter von Tisch zu Tisch halten wir dabei selbstverständlich sowohl innen als auch auf unserer Sonnenterrasse ein.

Apropos Hygienevorschriften, die Kempinski-Hotels haben Schutzmaßnahmen unter dem Begriff „White Gloves Service“ eingeführt. Was verbirgt sich dahinter?

Die weißen Handschuhe sind ein Symbol für Reinheit und Sauberkeit. Diese waren zwar schon immer da, werden aber jetzt als vertrauensbildende Maßnahmen für jeden Gast sichtbarer gemacht. Sei es bei Handläufen, in den Zimmern, an der Rezeption oder im Service. All die Maßnahmen, die dem Schutz der Gäste und unserer Mitarbeiter dienen, haben gegenüber früheren Zeiten vielleicht nur den einen Nachteil, dass alles etwas langsamer vonstatten geht. Aber wenn sich eine gewisse Entschleunigung sogar positiv auswirkt, dürfte wohl niemand etwas dagegen haben.

Vielen Dank für das Gespräch!

Hauseigenes Hygienesiegel

Um den Hotelgästen Gewissheit bezüglich der Hygienemaßnahmen und somit einen unbeschwerten Urlaub zu garantieren, hat sich auch das Resort Mark Brandenburg etwas Besonderes überlegt. Damit die Gäste sichergehen können, dass vor ihnen außer der Hausdame keiner das Zimmer betreten hat und sämtliche Oberflächen desinfiziert wurden, wird außen an jede Zimmertür ein hauseigenes Hygienesiegel geklebt. Mehr zum Siegel und dem Restart im Hotel hat uns Hotel-Direktorin Martina Jeschke im Interview erzählt.

Redaktion first class

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