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Frank Schwarz von der FSGG beschreibt den akuten Personalmangel in der Cateringbranche. Und fordert die Politik zum Handeln auf.

Personalmangel in der Cateringbranche

Datum: 22.06.2022Quelle: FSGG | Bild: Colourbox.de | Ort: Duisburg

Die Zeichen im deutschen Gastgewerbe stehen zwar auf leichte Entspannung, doch hohe Lebensmittelpreise, Lieferengpässe, steigende Energiekosten sowie eine hohe Inflationsrate, Preisdruck und Personalmangel erschweren die Situation. „Die Wege aus der Krise können nur in einem gemeinsamen Kraftakt gemeistert werden,“ meint Geschäftsführer der Frank Schwarz Gastro Group Frank Schwarz dazu.

Viele Mitarbeiter haben sich während der Pandemie aus der gastgewerblichen Branche verabschiedet und neue Arbeitsplätze in anderen Bereichen gefunden. „Der Personalmangel in der gesamten gastgewerblichen Branche hat bereits vor der Pandemie stark zugenommen“, macht Frank Schwarz, der ebenfalls Vizepräsident des Dehoga Nordrhein ist, deutlich.

Ehemalige und künftige Fachkräfte gesucht

Er erklärt: „Durch die Pandemie wurde dieser Zustand noch intensiviert. Davon betroffen sind aber nicht nur die Hotellerie, Gastronomie und die Cateringbranche. In der gesamten deutschen Wirtschaft, einschließlich Handwerk, herrscht Fachkräftemangel. Unsere aktuelle Herausforderung besteht vor allem darin, Kollegen, die früher einmal im Gastgewerbe gearbeitet haben, wieder zurückzugewinnen, und junge Menschen für eine Ausbildung in unserer Branche zu begeistern. Gerade in Nordrhein-Westfalen ist die Vergütung der Auszubildenden auf Industrieniveau angehoben worden und macht den Einstieg in das schönste Gewerbe der Welt für junge Menschen auch finanziell attraktiver. Darüber hinaus wurden die Ausbildungsberufe ergänzt und die Ausbildungsinhalte an die moderne Gastronomie angepasst.“

Politische Unterstützung im Kampf gegen Personalmangel gefordert

Daneben sorgen hohe Preise für Lebensmittel, Energie und Personal für tiefe Sorgenfalten. „Der Neustart gelingt derzeit nur mit angezogener Handbremse. Daher sind wir mehr denn je auf verlässliche Perspektiven angewiesen“, verweist Frank Schwarz auf politische Unterstützung. „Nur so kann die Wettbewerbsfähigkeit unserer Branche gestärkt und nachhaltig erhalten bleiben.“ Ein erster Schritt in diese Richtung sei die dauerhafte Senkung der Mehrwertsteuer auf Speisen und ein gänzlicher Wegfall auf Lebensmittel.

„Gastgewerbe ist und bleibt zuverlässige Branche“

Um dem Fachkräftemangel etwas entgegensetzen zu können, legt das Cateringunternehmen vom Duisburger Großmarkt Wert auf die Ausbildung des eigenen Berufsnachwuchses. „Fern von Ausnahmesituationen, wie sie uns in den letzten beiden Jahren beschert wurden, ist und bleibt das Gastgewerbe eine zuverlässige Branche“, ist sich FSGG-Ausbilder und Küchenmeister Roger Achterath sicher.

Der Ausbilder ergänzt: „Wir sind seit Jahrzehnten als ebenso zuverlässiger wie anerkannter Ausbildungsbetrieb am Start. Was uns fehlt sind geeignete Auszubildende. Auch hier setzen wir einmal mehr auf die Unterstützung der Politik. Nicht jeder Schüler und nicht jede Schülerin ist für ein Studium geeignet. Viele junge Menschen verlieren viel Zeit, wenn sie mit einem abgebrochenen Studium vor uns sitzen und nach einem Ausbildungsplatz nachfragen. Hier muss die Beratung in den weiterführenden Schulen beginnen.“ Im Handwerk und im Gastgewerbe seien die Hauptschüler von damals die heutigen Stützen des Mittelstandes.

„Daher brauchen wir wieder Schüler, die dem Akademisierungswahn entgegenwirken und mit einem guten Hauptschul- oder Realschulabschluss eine höchst interessante Berufsausbildung mit guter Bezahlung und hoher Flexibilität in unserer Branche anstreben. Das sollten auch die Lehrer beherzigen, ihren Unterricht entsprechend ausrichten und unserer Branche den nötigen Respekt zollen.“

Redaktion GastroInfoPortal

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