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Offener Brief bayerischer Kita- und Schulcaterer zur Verpflegungssituation von Kindern udn Jugendlichen.

Kita- und Schulcaterer fordern mehr Information

Datum: 28.04.2020Quelle: B&L Medien | Foto: Colourbox.de Ort: München

Aktionen zur Rettung der Gastronomie gibt es derzeit diverse, für die Kita- und Schulverpfleger dagegen trommeln nur wenige. „Das wollten wir ändern“, erläutert Claudia Kirchner, Chefredakteurin des Fachmagazins Schulverpflegung, warum es aktuell gleich zu zwei Offenen Briefen kam, die sich für Kita- und Schulcaterer einsetzen.

„Wir schlossen uns mit dem Vorsitzenden unseres Offiziellen Organs, dem Deutschen Netzwerk Schulverpflegung DNSV, Dr. Michael Polster kurz, der sich gleich der Sache annahm und einen bundesweiten Appell startete – einen Offenen Brief an die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidenten der Bundesländer“, berichtet Claudia Kirchner weiter.

Nicht-Information raubte Optimismus

Parallel verkündete der bayerische Kultusminister Prof. Dr. Michael Piazolo, dass in Bayern Schulmensen und Pausenverkäufe trotz erster Schulöffnungen nicht erlaubt seien. „Das nahm einigen bayerischen Caterern, die bereits Hoffnung geschöpft hatten, den letzten Funken Optimismus – vor allem weil es keine weiteren Informationen gab, wie und wann es mit der Kita- und Schulverpflegung weitergehen soll“, ergänzt Claudia Kirchner.

„Wie soll man KfW-Kredite und Steuerstundungen beantragen, ohne zu wissen, ab wann wieder Geld reinkommt?“, hieß es z. B. von Seiten eines Schulcaterers. „Bekommen wir die konkrete Zusage, dass es ab September wieder los geht, hätten wir eine Perspektive – und würden alles so auslegen, dass wir bis dahin überleben können“, berichtete ein anderer.

„Aufgrund des Redaktionssitzes in München und vieler persönlicher Kontakte im bayerischen Raum, sahen wir uns daher verpflichtet, auch diesem Anliegen eine Stimme zu verleihen – in Form eines Offenen Briefs bayerischer Kita- und Schulcaterer“, erklärt die Chefredakteurin des Fachmagazins Schulverpflegung.

Offener Brief bayerischer Kita- und Schulverpfleger

Adressiert an den bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder, den bayerischen Minister für Unterricht und Kultus Prof. Dr. Michael Piazolo sowie die Bayerische Staatsministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Michaela Kaniber wurde er am 24. April auf den Weg gebracht.

Die Hauptforderungen

Die 25 in Bayern liefernden Kita- und Schulverpfleger appellieren darin an eine bessere Kommunikationspolitik für mehr Planungssicherheit. Sie appellieren aber auch daran, bei der Versorgung der Kinder und Jugendlichen auf sie als Profis zu setzen und gemeinsam Lösungen für mögliche Konzepte, Ausgabe- und Hygienelösungen zu erarbeiten.

Um weiterhin handlungsfähig bleiben zu können fordern die Kita- und Schulcaterer:

  • Eine Sonderregelung mit konkreten Durchführungshinweisen zur vorübergehenden Versorgung von teilgeöffneten Kitas und Schulen.
  • Eine finanzielle Unterstützung für die vielen geringfügig Beschäftigten, die z. B. in Schulmensen tätig sind. Aufgrund des fehlenden Anspruchs auf Kurzarbeitergeld bleibt vielen Caterern nichts anderes übrig, als diese zu entlassen.
  • Mehr Planungssicherheit, z. B. in Form eines schnellstmöglichen Zeitplans der sukzessiven Öffnungen von Kitas und Schulen; idealerweise in Form einer klaren Zusage, ab welchem Zeitpunkt der komplette Kita- und Schulbetrieb inklusive Verpflegungsleistung in Bayern spätestens wieder aufgenommen wird.

Im bayerischen Brief wird zudem auf die Stärken der Kita- und Schulcaterer hingewiesen, die in bisherigen Ausschreibungen auch eine sehr große Rolle spielten, und auf deren große Bedeutung für die Ernährung sowie die Geschmacks- und Ernährungsbildung von Kindern und Jugendlichen.

Auch die knappe Budgetdecke aufgrund der besonderen Strukturen wird thematisiert.

Tenor des Briefs

„Soll die ‚Bereitstellung eines Mittagessens für alle Kinder‘ auch in ­Zukunft in der nötigen Vielfalt und Qualität gesichert sein, brauchen wir bei der Lösung dieser Probleme und Herausforderungen branchenspezifische staatliche Unterstützung!“

Der konkrete Wortlaut des Briefs hier im Detail.

Welche konkreten Forderungen an die Regierungen der Länder und den Bund im Offenen Brief des Deutschen Netzwerks Schulverpflegung genannt werden, lesen Sie in diesem Appell an die Politik.

 

 

Claudia Kirchner / Redaktion Schulverpflegung

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